Kastanien-Waschmittel selber machen: Funktioniert das wirklich?

Kastanien gibt es zurzeit ja massenhaft in Augsburg. Angeblich kann man daraus auch Waschmittel machen. Aber ist das nicht super aufwändig? Und bekommen die Kastanien die Wäsche überhaupt sauber? Wir machen den Test.

Kastanien-Waschmittel selber machen: Funktioniert das wirklich?

Im Internet findet man eine Menge Anleitungen, wie im Handumdrehen ein umweltfreundliches Waschmittel aus Kastanien entsteht. Allerdings bestehen diese Rezepte auch aus einigen Arbeitsschritten. Wir wollen für euch herausfinden, ob sich die Arbeit lohnt.

Dazu bewerten wir:

  • Zeitaufwand

  • Waschleistung

  • Wäschegeruch

  • Haltbarkeit

So haben wir unser Testwaschmittel hergestellt

Schritt 1: Kastanien sammeln

Für eine Wäsche braucht ihr 5-7 Kastanien. Wieder zu Hause angekommen, wascht die Kastanien gründlich.

Schritt 2: Kastanien zerkleinern

Variante 1: Das ist die einfachere Variante, in der ihr die Kastanien einfach mit einem scharfen Messer viertelt. Tipp: Setzt auf der Oberseite an, denn die Unterseite mit der hellen Stelle ist besonders hart.

Variante 2: Wenn ihr vorhabt weiße Wäsche zu waschen, empfiehlt es sich die Kastanien von der Schale zu befreien, um einem Grauschleier vorzubeugen. Das Schälen klappt am besten mit einem Nussknacker. Beim Knacken löst sich die Schale praktisch von allein. Je kleiner ihr die Stücke macht, desto weniger Zieh-Zeit braucht euer Waschmittel.

Schritt 3: Wasser aufgießen

Nehmt euch ein altes Schraubglas und füllt eure zerkleinerten Kastanien hinein. Jetzt gießt ihr das Ganze mit kochendem Wasser auf. 250 Milliliter sollten reichen.

Schritt 4: Ziehen lassen

Das Wasser wird sich schnell verfärben, doch je länger ihr das Ganze ziehen lasst, desto intensiver wird euer Waschmittel. In drei bis acht Stunden ist das Waschmittel fertig.

Schritt 5: Waschen

Haltet ein Sieb über euer Waschmittelfach und leert das Glas aus. Die Waschmaschine lasst ihr im gewohnten Waschprogramm laufen.

Unser Testergebnis

  • Zeitaufwand: Nicht groß, allerdings braucht man ein gutes Zeitmanagement. Das angesetzte Waschmittel ist nur 2 Tage haltbar. Ihr solltet also zeitnah auch zum Waschen kommen.

  • Waschleistung: Wir haben mit Mayonnaise, Rotwein und Kaffee getestet. Das sind große Herausforderungen für jedes Waschmittel. Seht euch das Ergebnis an:

Wenn ihr genau hinseht, ist der Fettfleck von der Mayo erkennbar. Der Rotwein ist noch deutlich zu sehen, während der Kaffee besser weggewaschen wurde. (Der dunkle Fleck im Kaffee-Fleck ist etwas Rotwein, der drübergelaufen ist)

  • Wäschegeruch: Die Wäsche riecht nach dem Waschen neutral und frisch. Wer einen Geruch vermisst, kann entweder zu ätherischem Öl greifen oder ein kleines bisschen vom Lieblingswaschmittel verwenden.

  • Haltbarkeit: Nach drei Tagen beginnt das angesetzte Waschmittel schlecht zu riechen und wird damit unbrauchbar.

Unser Fazit

Kastanienwaschmittel herzustellen bedeutet natürlich mehr Zeitaufwand, als fertiges zu kaufen. Dafür spart man sich viel Geld und kann auf umweltschädliches Waschmittel verzichten. Das Waschergebnis ist okay. An hartnäckige Flecken, wie die von uns getesteten, würden auch herkömmliche Waschmittel scheitern. Mit einer Vorbehandlung der Flecken, beispielsweise mit Gallseife, habt ihr allerdings sehr gute Chancen auf blitzblanke Wäsche ohne jegliche Chemie und noch dazu plastikfrei. Ausprobieren schadet nicht und macht Spaß!

Übrigens: Wenn ihr das ganze Jahr über mit Kastanien waschen wollt, stellt euch einfach ein haltbares Kastanienpulver her.

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