Kara-Uke und Ukester – Benni Benson bringt die Ukulele groß raus

Die Ukulele hat in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erlebt. In anderen Großstädten gibt es schon ganze Communities um das kleine Instrument, in Augsburg noch nicht. Der Singer-Songwriter Benni Benson möchte das ändern.

Kara-Uke und Ukester – Benni Benson bringt die Ukulele groß raus

Wer sich aktiv in der Augsburger Musikwelt bewegt, kommt an Benni Benson nicht vorbei. Der Singer-Songwriter begeistert seit über 10 Jahren die hiesigen, aber auch deutschlandweiten Fans mit handgemachten, berührenden Songs. Da seine Künste an der Gitarre sehr gefragt sind, hat ihn bestimmt schon der eine oder andere auch als Aushilfe in Bands wie Der Herr Polaris oder Carpet gesehen. „Das Schöne am Beruf ist ja, das man so viele verschiedene Standbeine hat“, erklärt Benni. „Es ist abwechslungsreich und bleibt spannend“. Deshalb gibt er auch schon seit vielen Jahren am Downton Music Institute Gitarrenunterricht und sorgt dafür, dass auch der Nachwuchs sich für das Musizieren auf der Klampfe begeistern lässt.

Seit seinem 2016 erschienenen Album „Alles ist ehrlich“ ist es etwas still um den Singer-Songwriter geworden, da er sich für eine Kreativpause seines Soloprojekts entschieden hat. Schließlich ist er seit letztem Jahr frischgebackener Papa, da sind ausgedehnte Touren durchs Land nicht mehr drin. „Man ist mehr auf der Autobahn als daheim“, resümiert Benni. Dafür hat er sich voll und ganz seinem Bildungsauftrag gewidmet und dadurch zu einer ganz neuen Welt gefunden, die nun auch die ersten Früchte trägt.

Von der Gitarre zur Ukulele

Vor zwei Jahren hat Benni die Stelle eines Kollegen übernommen, der an der Musikschule aufgehört hat. Da es unter den Schülern nicht nur angehende Gitarristen, sondern auch eine Ukulele-Spielerin gab, musste sich der Augsburger Singer-Songwriter erst einmal auf das neue Instrument einstellen. Beim autodidaktischen Lernen erkannte Benni nicht nur den schnellen und einfachen Zugang zu dem kleinen Instrument, sondern auch das Potential dahinter. Viele kennen die Ukulele wahrscheinlich hauptsächlich durch das Schaffen von Stefan Raab oder das hundertmillionfach geklickte „Somewhere Over The Rainbow“-Cover von Israel "IZ" Kamakawiwoʻole.

Die Miniatur-Gitarre kann aber noch viel mehr, wie zum Beispiel das Ukulele Orchestra of Great Britain zeigt. Das britische Ensemble kreiert mit der Ukulele schon seit über 35 Jahren große Arrangements, jetzt möchte Benni diese Inspiration auch in Augsburg umsetzen. Als immer mehr Leute am Downtown erzählt haben, dass sie eine Ukulele zu Weihnachten geschenkt bekommen haben und viel zu wenig Gelegenheit zum Spielen bekommen, sah der Gitarrenlehrer die Zeit für ein eigenes Orchester gekommen. Kurzerhand wurde mit zehn engagierten Schülerinnen und Schülern das „Ukester“ gegründet.

„Die Mitglieder helfen sich gegenseitig und es ist schön, jemand neben sich zu haben, der etwas mehr weiß, aber circa auf dem gleichen Stand ist.“

Obwohl die Truppe aus einer Mischung von kompletten Anfängern bis hin zu Profis bestand, die noch nie miteinander gespielt hatten, hat die erste Probe trotzdem schon erstaunlich gut funktioniert. „Es war von Anfang an der Hammer und hat schon so viel Spaß gemacht“, erinnert sich der Initiator. „Die Mitglieder helfen sich gegenseitig und es ist schön, jemand neben sich zu haben, der etwas mehr weiß, aber circa auf dem gleichen Stand ist.“ Seitdem finden regelmäßig jeden Montag Proben am Downtown Music Institue statt.

Das nächste Ukulele-Projekt steht auch schon in den Startlöchern. Nach der Idee eines Schülers wird am 26. September im Weißen Lamm der erste „Kara-Uke“ Abend stattfinden. Das Konzept, bei dem sich Ukulele-Aficionados jeglichen Könnens treffen und zusammen ähnlich wie beim Karaoke Songs performen, hat sich schon in vielen Städten etabliert. Da das nach sehr viel Spaß klingt, adaptiert Benni das Event nun auch für Augsburg. Das Mitbringen der eigenen Ukulele ist erwünscht, jedoch wird es auch Leihinstrumente geben. Benni fungiert als „Vortänzer“, damit die Hemmschwelle sinkt. Das Song-Repertoire besteht aus einer Vorauswahl des Organisators, in Zukunft wären auch Themenabende wie Indie, Achtziger, Neunziger, One-Hit-Wonder und vieles mehr denkbar. Einen Folgetermin nach dem Testlauf gibt es auch schon: am 23. Oktober im Provino Club.

Viele Ideen für die Zukunft

Neben dem Ukester und Kara-Uke Abend existieren auch schon viele weitere Ideen in Bennis Kopf. Er will eine lebendige Ukulele-Community aufbauen, mit der sich dann coole Aktionen wie Flashmobs oder spontane Konzerte verwirklichen lassen. Ende Juli hat er zum Beispiel schon mit seiner Truppe auf der Bismarckbrücke gespielt, während die Sonne stimmungsvoll im Hintergrund untergegangen ist. Der Gitarrenlehrer erinnert sich: „Das Schuljahr war zu Ende und wir haben uns gedacht: Bei dem geilen Wetter müssen wir einfach was machen“. Die Ukulele bietet erstaunlich viele Möglichkeiten – und Benni Benson möchte sie nutzen.

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