Kanuslalom am Eiskanal: Das erhofft sich Sideris Tasiadis von der WM

50 Jahre nach den Olympischen Spielen ist der Augsburger Eiskanal wieder Schauplatz der Kanuslalom-Weltmeisterschaft. Wir haben mit dem Augsburger Kanuten und Teilnehmer, Sideris Tasiadis, gesprochen.

Kanuslalom am Eiskanal: Das erhofft sich Sideris Tasiadis von der WM

In rund zwei Monaten wird der Augsburger Eiskanal wieder Schauplatz der Kanuslalom-Weltmeisterschaft. Dafür wurde der Olympiapark Augsburg denkmalgerecht saniert. „Drei Jahre durften die Leute wegen der Umbaumaßnahmen nicht mehr in den Eiskanal“, erklärt der Augsburger Kanute und mehrfache Medaillengewinner, Sideris Tasiadis. Er hat vergangenes Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio Bronze geholt und freut sich, bei der diesjährigen Heim-WM dabei sein zu dürfen.

Gleiche Strecke, neue Herausforderungen

Die Stadt Augsburg hat sich zusammen mit den Vereinen Kanu Schwaben Augsburg und Augsburger Kajak Verein sowie dem Deutschen Kanu-Verband erfolgreich für die Ausrichtung der Kanuslalom-WM 2022 beworben. Tasiadis erzählt: „Vor vier Jahren habe ich erfahren, dass die WM heuer zu uns nachhause kommt.“ Das Besondere ist, dass der Augsburger Eiskanal im Rahmen der Olympischen Spielen 1972 zur weltweit ersten künstlichen Strecke für Kanuslalom wurde. „Vor Ort herrschen die perfekten Bedingungen“, meint Tasiadis. Und das, obwohl die Strecke durch die Umbaumaßnahmen nun anspruchsvoller sei.

„Die Strecke ist anspruchsvoller geworden.“

„Die Betonelemente mussten erneuert werden“, erklärt der gebürtige Augsburger. „Dafür wurde ein anderer, glatterer Beton verwendet.“ Auf diesem können sich weniger Algen bilden, weswegen sich das Strömungsverhalten des Eiskanals verändert habe. Das Wasser fließt schneller. „Mehr Algenbildung bedeutet, dass das Wasser langsamer strömt.“ Ein Problem stelle das allerdings nicht dar: „Wir trainieren dort jeden Tag. Man muss sich eben an die Gegebenheiten anpassen und das Beste daraus machen.“

Ein Event, das sich keiner entgehen lassen sollte

Trotz der erhöhten Strömungsgeschwindigkeit ist Tasiadis nicht aufgeregt. „Jeder Wettkampf bringt neue Erfahrungen mit sich“, sagt er. „Es kann schon sein, dass ich am Tag der WM nervös werde. Aber nicht so, dass ich nicht an den Start gehen könnte.“ Bei den Olympischen Spielen siehe die Lage dagegen anders aus. „Vieles kann beim Training nicht geübt werden. Oft schleichen sich in Wettkämpfen kleine Fehler ein, mit denen man in der jeweiligen Situation umgehen muss.“

„Wir versuchen den Hype von den Olympischen Spielen zur diesjährigen WM mitzunehmen.“

Er erhoffe sich von der Heim-WM, dass möglichst viele Leute aus Augsburg und Umgebung dabei sein werden und den TeilnehmerInnen zujubeln. „Viele können mit Kanuslalom nichts anfangen.“ Durch die vermehrte Aufmerksamkeit, die vor allem auf Werbung und den Erfolgen bei den vergangenen Olympischen Spielen zurückzuführen sei, werde es bestimmt einen großen Ansturm geben. „Es sollte jeder dabei sein, damit die Sportart ein bisschen bekannter wird“, appelliert Tasiadis.

Silber bei der Europameisterschaft

Tasiadis trainiert nicht nur fleißig für die Heim-WM, sondern hat auch einen kurzen Abstecher in die Slowakei, nach Liptosvky-Mikulas, gemacht. Dort hat er bei der Europameisterschaft vergangenen Sonntag Silber gewonnen. Im Canadier-Einer wurde er von Benjamin Savsek aus Slowenien, der 57 Hundertstelsekunden schneller war, geschlagen. Den dritten Platz belegte Miquel Trave aus Spanien. Damit gewann Tasiadis die erste und einzige Medaille für das deutsche Team.

Über die Kanuslalom-WM

Die diesjährige Kanuslalom-WM findet vom 26. Juli bis zum 31. Juli am Eiskanal statt. Es treten 380 SportlerInnen aus insgesamt 70 Nationen in zehn Medaillen-Entscheidungen gegeneinander an. Zu den unterschiedlichen Wettkämpfen findet ein mehrtägiges kulturelles Rahmenprogramm im Olympiapark in Augsburg statt. Der Eiskanal, der durch den Olympiapark fließt, ist die älteste künstlich angelegte Wildwasserstrecke und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

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