Peak oder doch Ragebait? - Die Jugendwörter des Jahres 2026 | Aktuelle Nachrichten und Informationen

67, Gute Käse, Schere. Es ist wieder soweit: Das Jugendwort des Jahres wird wieder gewählt. Diese Begriffe haben es in die Top Ten geschafft.

Peak oder doch Ragebait? - Die Jugendwörter des Jahres 2026

„Digga, ich geh gleich Crashout. Mein Macker antwortet mir seit gestern nicht.

„Das ist Ragebait. Bestie, vergiss ihn. Lass lieber was trinken gehen. Aperol in der Sonne wäre jetzt Peak.“

„Schere, er hat mir gerade geantwortet.“

Ihr checkt nicht? Keine Sorge. Ihr müsst nicht erst drei Stunden durch TikTok scrollen, um zu verstehen, was hier abgeht. Wir erklären euch die Jugendwörter 2026 – was sie bedeuten, woher sie kommen und wie ihr sie richtig benutzt.

67

67 - ausgesprochen „six seven“ – ist wahrscheinlich das Jugendwort, das für die meiste Verwirrung sorgt. Denn eigentlich bedeutet es… nichts. Zumindest nichts Bestimmtes. Der Ausdruck funktioniert eher wie ein Insider, der einfach irgendwo eingeworfen werden kann. Als Antwort auf eine Frage? 67. Als Reaktion auf ein Meme? 67. Jemand erzählt dir gerade etwas komplett Absurdes? Ihr ahnt es: 67.

Dazu gehört eine passende Handbewegung, die den Ausdruck noch ein bisschen rätselhafter macht. Seinen Ursprung hat der Hype im Song „Doot Doot (6 7)“ des US-Rappers Skrilla. Über TikTok und Basketball-Memes ging der Song viral und plötzlich war „67“ gefühlt überall.

Beispiel:

„Wie viele Leute kommen heute?“ „So sechs bis sieben“ „67“

Crashout

Ein Crashout ist der Moment, in dem man komplett die Nerven verliert und ausrastet. Der Begriff kann ernst gemeint sein, wird aber auch oft gerne ironisch benutzt, um die Dramatik zu erhöhen. Du hast vergessen die Milch zu kaufen oder der Bus fährt vor deiner Nase weg? Tief durchatmen, um einen Crashout zu vermeiden.

Beispiel:

„Der Laptop stürzt jetzt schon zum dritten Mal ab. Ich geh gleich Crashout.“

Digga

Digga, schon wieder? Seit Jahren schafft es das Wort immer wieder in die Auswahl der Jugendwörter. Mittlerweile ist wohl fast jedem bekannt, dass Digga „Bruder“, „Kumpel“, „Bro“, oder einfach eine lockere Anrede sein kann. Je nach Situation kann es aber auch Überraschung, Genervtheit oder Begeisterung ausdrücken. Kurz gesagt: Ein Wort, das irgendwie in fast jeden Satz passt.

Du bist gut genug

„Du bist gut genug“ ist eigentlich gar kein typisches Jugendwort, sondern ein viraler Ohrwurm aus einem Song von KitschKrieg, Blumengarten und Shirin David. Auf TikTok ging der Song international durch die Decke – sogar Stars wie Lizzo und Wiz Khalifa posteten Videos dazu.

Der internationale Hype entstand allerdings durch ein kleines Missverständnis: Viele englischsprachige Nutzer verstanden aus „Du bist gut genug“ nicht als deutschen Satz, sondern „Doobie Scoot Canoe“. Was zunächst wie völliger Quatsch klingt, wurde kurzerhand zum eigenen Meme. Plötzlich sangen Menschen auf TikTok begeistert eine deutsche Fantasiesprache, die eigentlich gar keine war.

Inzwischen wird vor allem die Melodie für alle möglichen Abwandlungen benutzt. Statt „Du bist gut genuuuuug“ heißt es dann zum Beispiel „Arbeitszeitbetruuuuug“ oder „Es ist warm genuuuuug“. Der Text ist also austauschbar – Hauptsache, die Melodie sitzt.

Beispiel:

„Bro, ich hab die Klausur komplett verkackt.“

„Egal. Du bist gut genuuuuug!“

Gute Käse

Gemeint ist damit nicht tatsächlich guter Käse, sondern etwas, das richtig gut oder gelungen ist. Der Ausdruck kann als Lob oder Zustimmung benutzt werden und funktioniert flexibel – egal, ob es um Essen, einen Song, ein Outfit oder einfach eine gute Situation geht.

Woher die Redewendung stammt, weiß allerdings niemand so richtig. Es gibt weder ein eindeutiges Ursprungsvideo, noch lässt sich der Begriff auf eine bestimmte Person zurückführen.

Beispiel:

„Ich hab letztens diesen neuen Dönerladen abgecheckt. Das war gute Käse.“

Macker

Dieses Wort ist der älteren Generation vermutlich schon bekannt. Schon früher wurde „Macker“ umgangssprachlich für einen Mann, Typen oder Kumpel benutzt. Je nach Situation kann damit ein Freund oder auch der eigene Crush gemeint sein. Oft wird „Macker“ dabei eher ironisch oder liebevoll benutzt. Wer also von „meinem Macker“ spricht, muss nicht automatisch von seinem festen Freund erzählen – es kann genauso gut der Typ sein, mit dem gerade irgendwas läuft.

Beispiel:

„Mein Macker kommt später auch noch vorbei.“

Peak

Du warst gerade auf dem Konzert von deinem Lieblingsartist und es war einfach peak? Dann hattest du vermutlich den absolut besten Abend deines Lebens. Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet sowas wie „Gipfel“ oder „Höhepunkt“. Peak bedeutet unter den Jugendlichen also in etwa: Etwas ist so gut, dass man es nicht mehr übertreffen kann.

Beispiel:

„Ich war gestern auf einem Konzert hab ein Autogramm von meinem Lieblingssänger bekommen.“

„Das ist echt peak!“

Ragebait

Du siehst einen Post und denkst dir: „Das kann doch gar nicht ernst gemeint sein?“ Clickbait ist den meisten Leuten wohl schon bekannt. Ragebait funktioniert so ähnlich. Damit sind Posts auf Social Media gemeint, die gezielt Empörung und wütende Reaktionen generieren. Es werden kontroverse Aussagen oder offensichtliche Falschbehauptungen geteilt, um zu provozieren und möglichst viele Klicks zu erhalten.

Der Begriff kann aber auch im Alltag genutzt werden, wenn eine Person einen so richtig nervt und man das Gefühl hat, sie will einen mit Absicht auf die Palme bringen. Dann kann man auch einfach sagen: „Das ist doch Ragebait.“

Beispiel:

„Augsburg ist einfach eine hässliche Stadt.“

„Bro, das ist Ragebait.“

Schere

Du hast gerade richtig Mist gebaut und weißt auch ganz genau, dass du eigentlich cooked bist? Dann kommt die Schere zum Einsatz. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Gaming- und Streaming-Szene und wird benutzt, wenn man einen Fehler eingesteht, sich entschuldigt oder einfach zugeben muss, dass man falsch lag. Quasi ein kurzes „Sorry, mein Fehler“. Dabei formt man passend die Finger zu einer Schere und schon ist die Entschuldigung ausgesprochen.

Beispiel:

„Bro, du hast mir einfach nicht mehr geantwortet.“ „Schere.“

Süper

Wie geht’s dir? „Süper!“ Der Ausdruck stammt aus dem Türkischen und bedeutet – wenig überraschend – „super“. Bekannt wurde „Süper“ durch ein virales Video des Ultramarathonläufers Arda Saatçi. Nach seinen Läufen wurde er gefragt, wie es ihm gehe. Seine Antwort: „Süper!“ Seitdem wird der Ausdruck als kurzer, positiver Ausruf benutzt, wenn etwas richtig gut läuft oder man einfach zufrieden ist.

Beispiel:

„Wie war dein Wochenende?“

„Süper!“

Jetzt abstimmen!

Bis zum 20. August könnt ihr online für euren Favoriten abstimmen und mitentscheiden, welche drei Begriffe es ins Finale schaffen. Die endgültige Entscheidung fällt dann am 10. Oktober 2026 auf der Frankfurter Buchmesse.