Zeit für sich gönnen – wie JOMO unser Leben bereichert

FOMO ist ein schlechter Begleiter für's Leben. Ein Statement, warum wir diese in JOMO umwandeln sollten.

Zeit für sich gönnen – wie JOMO unser Leben bereichert

Die Sonne scheint, die Vöglein zwitschern und die ersten Krokusse bahnen sich ihren Weg an die Erdoberfläche – der Frühling ist da. Endlich wieder mehr Zeit draußen verbringen. Bei einer schönen Fahrrad-Tour durch den Siebentischwald oder einem Picknick am Hochablass das Wetter genießen. Was bei so einem schönen Frühlingstag natürlich nicht fehlen darf? Das Smartphone, um allen mitzuteilen, was du so Großartiges erlebst. Und natürlich auch, um zwischendrin zu checken, was die Anderen so unternehmen.

FOMOFear Of Missing Out – oder auf Deutsch: Die Angst etwas zu verpassen, irgendwo nicht dabei zu sein. Die Volkskrankheit schlechthin, befeuert durch Social Media. Im Sekundentakt kommt ein neuer Tropfen zur Informationsflut im Internet hinzu. Und um auf dem Laufenden zu bleiben, bleibt nichts Anderes übrig, als regelmäßig sein Smartphone auf Neuigkeiten zu checken. Das Hirn einfach mal abschalten und im Moment leben? Das fällt so deutlich schwerer.

Warum bin ich nicht dabei? Sollte ich jetzt nicht mit ihnen Spaß haben?

Ich ertappe mich leider viel zu oft selbst dabei, wie ich ganz unbemerkt zum Handy greife, um zu sehen was seit dem letzten Blick, der ungefähr 10 Minuten her ist, so passiert ist. Die Antwort ist in den meisten Fällen: Nichts von Belang! Gibt es doch mal etwas Interessantes, wie Bekannte aus der Heimatstadt, die in dem altbekannten Club Spaß haben; oder Freunde aus der neuen Stadt, die eine WG-Party feiern, während du selbst auf dem Sofa lümmelst; schlägt die Angst wieder zu: Warum bin ich nicht dabei? Sollte ich jetzt nicht mit ihnen Spaß haben? Und schon ist der gemütliche Sofaabend nicht mehr ganz so gemütlich. Ein komisches Gefühl breitet sich in der Magengegend aus. So leicht es durch Social Media fällt, am Leben der Anderen teilzuhaben, so schnell passiert es dabei, dass wir uns etwas alleingelassen fühlen.

Die radikalste Möglichkeit, um darauf zu reagieren, wäre natürlich Social Media und alles was dazu gehört zu verteufeln und gänzlich aus dem Leben zu verbannen. Realistisch gesehen, wird das aber nicht passieren. Was dagegen realistisch ist: Den Smartphone-Konsum einschränken – Digital Detox sozusagen. Aber auch mental sollte sich etwas ändern. Wir sollten froh darüber sein, gänzlich abschalten zu können und vom Leben der Anderen Abstand zu nehmen, statt es als Einschränkung zu sehen, nicht zu wissen, was so abgeht. Es sollte Spaß machen, auch mal nicht mit seinen Freunden auszugehen, sondern allein faul auf der Couch zu liegen, wenn es das ist, was ich gerade brauche. Sich Zeit für sich selbst zu nehmen ist wichtig und auch notwendig, um mal in Ruhe in sich hineinzuhören. Bin ich glücklich? Laufen die Dinge so, wie ich möchte?

Ich mache mein eigenes Ding und das ist gut so!

Zum Glück gibt es zu diesem Gefühl auch wieder einen passenden englischen Namen, der auf Deutsch längst nicht so hipp klingen würde: JOMOJoy Of Missing Out, und somit das Gegenstück zu FOMO. Statt in Selbstmitleid zu versinken, wenn wieder verschiedene Postings in die Timeline gespült werden; statt zu denken, dass das eigene Leben sooo langweilig ist und mal wieder alle gemeinsam Spaß haben, außer dir; ist es jetzt das Ziel, es zu genießen nicht dabei zu sein. Freude empfinden, wenn ich mal etwas verpasse? Und ob! Ich mache mein eigenes Ding und das ist gut so!

Ich denke, dass wir das eigene Leben wieder zur Priorität machen sollten. Leben, abseits von Social Media und dem inneren Druck, überall dabei sein zu müssen. Der Hinterkopf sollte in Momenten der Freude frei sein von Gedanken wie: Sollte ich das jetzt in meine Story posten? Das gibt doch ein gutes Motiv für meinen Feed ab! Die Party ist zwar cool, aber ich könnte jetzt auch da und da sein…

Bei der ganzen Angst etwas Wichtiges zu verpassen, kann es schnell passieren, dass wir die Momente, die das Leben so wertvoll machen, an uns vorbeiziehen lassen, ohne sie richtig wertzuschätzen. Also auch wenn es sich längst komisch anfühlt, ohne Smartphone aus dem Haus zu gehen, oder es nicht jede halbe Stunde auf Neuigkeiten zu checken, kann es uns helfen wieder mehr im Moment und ohne Ablenkungen zu leben. Denn an die Momente, die wirklich zählen, kann ich mich auch ohne Foto im Feed erinnern!

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