Einmal 9 Fragen an: einen Barchef

In unserer Interviewreihe „Einmal 9“ wollen wir Berufe anhand von neun Fragen genauer kennenlernen. Heute haben wir für euch einen Barchef mal ein wenig ausgequetscht.

Einmal 9 Fragen an: einen Barchef

Jeder von uns kennt die Seite vordere Seite der Theke - Die bei der man Geld hinlegt und im Gegenzug kühle Drinks bekommt. Doch wie sieht es eigentlich aus, wenn man beruflich auf der anderen Seite zu tun hat? Mit was für Problemen hat so ein Barkeeper zu kämpfen? Was hält die Motivation oben? Wir haben da mal bei einem Barchef nachgehakt.

Wieviel Training benötigt man als Quereinsteiger, wenn man sich das Handwerk via Learning by Doing beibringt?

Das kommt natürlich darauf an, wie weit man in die Materie eindringen will. Ich habe damals ungefähr 2 Monate gebraucht, bis ich die Bar mal alleine schmeißen konnte. Aber wie in jedem Handwerk, lernt man beim Barkeepern natürlich auch nie aus.

Siehst du dich auch als Unterhalter/Entertainer?

Jein. Man steht an einem Samstag Abend an der Bar natürlich direkt im Mittelpunkt des Geschehens und man wird viel beim Arbeiten beobachtet, aber irgendwelche Shows brauch ich für meinen Teil nicht.

Musstest du schon oft als Therapeut hinter der Theke herhalten?

Es gibt auf jeden Fall einige Leute, die an der Theke Trost suchen, ja. Wobei ich mich da dann eher in der Rolle des Zuhörers, als in die des Therapeuten, sehe. Jeder hat ja schonmal den Mix aus Alkohol und einem gebrochenen Herzen irgendwo miterlebt. Ich probiere mich da meistens mit Ratschlägen zurück zu halten und lass die Leute lieber alles raus lassen, was mal raus muss.

Was war dein schlimmstes Kundenerlebnis?

Puh, da kann ich mich nicht auf eins beschränken. Manche Leute führen sich einfach asozial auf, wenn sie zu viel getrunken haben. Da wurden schon Chicken Wings auf Kollegen geworfen, Flaschen an der Bar geklaut usw., aber solche Gäste sind gottseidank die Ausnahme.

… und dein schönstes?

Die schönsten Erlebnisse waren wohl immer wieder die, an denen man selbst mit den Leuten vorm Tresen landet.

Wenn du einen Augsburg-Cocktail kreieren dürftest, welche Zutaten würdest du verwenden und wie würdest du ihn nennen?

Ich würde aufjedenfall einen Zirbelnusslikör verwenden, das haben wir derzeit auch in Planung, aber was wir damit genau anstellen, wissen wir auch noch nicht.

Freepouring: Für dich okay oder No-Go?

Ich bevorzuge für meinen Teil den Jigger, wenn ich mir einen Drink mache. Aber wenn man regelmäßig Pouring-Tests macht, kann man so auch sehr genau werden. Der Trick ist, die Sekunden und damit die Zentiliter abzuzählen.

Was liebst du an deinem Job?

Ich bin in einem Team mit jungen, unglaublich coolen Leuten, mit denen ich eine fantastische Zeit erlebe und gleichzeitig eigne ich mir ein Handwerk an, mit dem ich mal überall auf der Welt arbeiten kann.

Es ist Dienstschluss, alle sind erschöpft am Aufräumen. Welchen Song würdest du laufen lassen?

Die alltägliche Kesselhausplaylist, die bei uns meistens zum Dienstschluss läuft.

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