Maha-Besitzer Claus im Interview: Das ist das neue Konzept des Augsburger Clubs

Die Maha ist zurück! Claus spricht im Interview über das neue Konzept von der „Maha“, das von den anderen Augsburger Clubs deutlich abweichen soll.

Maha-Besitzer Claus im Interview: Das ist das neue Konzept des Augsburger Clubs

Claus Wiedemann, gebürtiger Augsburger, ist Gastronom von ganzem Herzen. Bereits 1999 startete er zusammen mit einem Kollegen das Projekt Mahagoni-Bar in Augsburg. Zunächst noch in Kellergewölben der Armenhausgasse, ab 2006 dann am neuen Standort: dem Ulrichsplatz. Über zwei Jahrzehnte lang hat sich der Club dort als legendäre Partylocation unter den Augsburger Feierwütigen einen Namen gemacht, bevor er Ende 2021 seine Türen schloss. Nun hat Wiedemann im Theaterviertel ein neues Projekt gestartet: die „Maha“.

Hallo Augsburg: Hattest du bei der Schließung der Mahagoni Bar eine baldige Neueröffnung schon geplant?

Claus: Als damals klar war, dass es mit der Mahagoni Bar nun endgültig vorbei sein soll, hat mich das schon sehr hart getroffen. Mir war bewusst, dass es in Augsburg nicht so einfach ist, etwas Vergleichbares und auch Bezahlbares zu finden. Dennoch hat es mich die ganze Zeit über in den Fingern gejuckt, es nochmal zu probieren.

Hallo Augsburg: Die Mahagoni Bar schloss damals aufgrund „interner Unstimmigkeiten“. Was ist damals vorgefallen?

Claus: Wenn in einer Partnerschaft der eine schafft und der andere der Partner ist, dann geht dass irgendwann nicht mehr gut. Das Ganze hat sich dann über fast zehn Jahre hinweg stark zugespitzt und mit Corona dann den Höhepunkt erreicht. In Zeiten, in denen man Geld verdient, kann man über diese Streitigkeiten viel eher hinwegsehen, als während einer Pandemie, in der einem zwei Jahre lang die Hände gebunden sind.

Hallo Augsburg: Wie kam es dazu, dass du die Maha jetzt geöffnet hast?

Claus: Das beruht auf einem großen Zufall: Im Frühling habe ich Johannes Özdemir getroffen, dem mein damaliger Partner und ich vor 23 Jahren schon das erste Lokal für die Mahagoni Bar in der Armenhausgasse (damals hieß es noch Excalibur) abgelöst haben. Er erzählte mir, dass er gerade Pächter eines Objekts in der Theaterstraße sei und es an mich weitergeben könnte, wenn der Preis stimmt. (Zwinkert) Nachdem ich es mir angeschaut habe, war sofort klar: Es ist die perfekte Location für mich.

Hallo Augsburg: Konntest du dann viel von deinem Vorgänger übernehmen?

Claus: Leider nicht. Vieles entsprach nicht mehr den heutigen Standards, sodass ich allein zwei Monate nur mit dem Abriss beschäftigt war. Dazu muss ich sagen, dass es nahezu eine One-Man-Show war. Ich habe die gleichen Schallschutzeinbauten wie damals am Ulrichsplatz vorgenommen und auch die Theke, Bar und vieles mehr selbst eingebaut. Ich arbeite schon seit Juni hier und bin noch immer nicht ganz fertig.

Hallo Augsburg: Wie kam es zu der Namenswahl?

„Der Name ist auch in Generationen älterer Nachtschwärmer bekannt.“

Claus: Die Mahagoni Bar war den Menschen damals weit über die Grenzen Augsburgs hinaus ein Begriff. Hätte ich den Namen jetzt nicht leicht abgewandelt fortgeführt, dann wäre er in Vergessenheit geraten. Das wollte ich verhindern. Zudem ist der Start so natürlich deutlich einfacher als mit einem ganz neuen Namen.

Hallo Augsburg: Es wird gemunkelt, du hättest ein neues Konzept. Wie sieht das denn aus?

„Das ist eine Nische in Augsburg, die derzeit noch nicht belegt ist.“

Claus: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass zahlreiche Leute Lust auf Feiern haben, sich aber häufig „zu alt“ fühlen, um noch in einen Club zu gehen. Und es stimmt: Leute ab 30 aufwärts sind im derzeitigen Nachtleben ziemlich unberücksichtigt, zumindest, wenn sie auch tanzen wollen. Ab jetzt soll es keine Ausreden mehr geben! In der Maha sollen sich alle Ü30 treffen, kennenlernen und gleichzeitig wohlfühlen können.

Hallo Augsburg: Welche Musikrichtung soll die Leute bei dir in Feierlaune versetzen?

Claus: Samstags möchte ich ein festes DJ-Team integrieren, die Partysounds von den 80ern bis heute spielen. Die Lieder sollen den Gästen einfach Spaß bringen und sie zum Tanzen animieren. Freitags werde ich verschiedene Musikrichtungen ausprobieren. Vielleicht wird es auch die ein oder andere Mottoparty geben.

Hallo Augsburg: Würdest du die Maha eher als Bar oder Club definieren?

Claus: Ich möchte mich da nicht so genau festlegen, denn es kann beides sein. Durch die Aufteilung in zwei separate Räume, Tanzfläche und Bar, kann man hier beides haben. Trotzdem würde ich sie eher zu den Clubs zählen, da ich auch Eintritt verlange und das gibt es bei einer Bar ja sonst nicht.

„Was einen guten Club ausmacht ist, wenn er irgendwann so viele Stammgäste hat, dass die tägliche Werbung zweitrangig wird.“

Hallo Augsburg: Sind in deinem Team noch bekannte Gesichter aus der Mahagoni Bar mit dabei?

Claus: Ich habe das Glück, dass einige Ehemalige – von der Sicherheit über Bar und Runner bis hin zu DJs – Lust haben, mit mir hier wieder durchzustarten. Ein kleiner Kern ist also gleichgeblieben.

Hallo Augsburg: Das „Last Minute Opening“ an Silvester kam für viele sehr überraschend. Warum hast du nicht früher schon an der Werbetrommel gerührt?

Claus: Da haben mehrere Faktoren zusammengespielt: Zum einen geht mit der Eröffnung eines Clubs unglaublich viel Bürokratie einher. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Genehmigung, um öffnen zu dürfen noch gar nicht in der Tasche. Gerade in der Vorweihnachtszeit sind die Behörden sehr überlastet. So konnte ich also auch kein festes Eröffnungsdatum im Vorfeld bekannt geben. Zum anderen war ich jedoch auch von den Bauarbeiten so vereinnahmt, dass mir schlicht die Zeit und der Kopf gefehlt haben, mich zusätzlich noch um die Werbung zu kümmern.

Hallo Augsburg: Was sind deine Pläne für die Maha in der Zukunft?

Claus: Natürlich tut es mir leid, dass ich im Moment die jüngere Generation ein wenig vergraule – andererseits denke ich, dass sie in Augsburg viele Alternativen haben. Doch laufen die Wochenenden erstmal rund, dann möchte ich so schnell wie möglich auch unter der Woche öffnen – und das dann für die Jüngeren, also Studenten und Schüler.

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