Der Staub liegt wie ein feiner Schleier über dem Platz, die Sonne steht hoch, und am Rand sammeln sich Kinder, Eltern und Nachbarn. In Assomé, einem Dorf im Süden Togos – nicht weit von der Küste, zwischen Ghana und Benin – wird ein Fußballturnier angepfiffen. Schuhe sind nicht immer gleich, Trikots auch nicht. Aber das spielt keine Rolle. Wichtig ist, was man spürt, sobald der Ball rollt: Energie, Lachen, Zurufe, Teamgeist. Für ein paar Stunden ist der Platz Treffpunkt, Bühne und ein kleines Versprechen, dass Gemeinschaft trägt.
Genau diese Idee steckt auch hinter dem Projekt Freunde von Assomé e.V. (FvA): Denn hier bedeutet „Team“ nicht nur die Mannschaft auf dem Fußballfeld. Team sind alle, die mit Herz, Ideen und Ausdauer daran arbeiten, dass junge Menschen echte Chancen bekommen – und dass Hilfe nicht bei einzelnen Kindern stehen bleibt, sondern Familien und langfristig das ganze Dorf stärkt.
Getragen wird das von vielen Seiten: In Assomé selbst entstehen die Pläne und die Kraft, weil die Menschen vor Ort am besten wissen, was gebraucht wird. Gleichzeitig bauen in Augsburg und Umgebung Ehrenamtliche eine Brücke dorthin: Sie organisieren, sammeln Spenden, erzählen die Geschichten aus Assomé und halten den Kontakt zu Partner:innen, Freund:innen und Gönner:innen, die Zeit, Rat oder Geld geben – manchmal auch einfach ein offenes Ohr.
Das Hauptanliegen des Vereins: junge Menschen in Togo durch praktische Ausbildung und finanzielle Begleitung auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu unterstützen – und dabei Freude und Zusammenhalt nicht zu vergessen. Wie das konkret aussieht, was funktioniert und was noch fehlt, darüber sprechen wir im Interview mit einem der Gründer, Marek Zawadzki.
Marek, wann war der Moment, als „Freunde von Assomé“ geboren wurde?
Der konkrete Auslöser für „Freunde von Assomé“ war die persönliche Begegnung 2016 mit den Menschen im Dorf Assomé in Togo. Vor Ort wurde deutlich, wie groß die fehlenden Perspektiven für Kinder und Jugendliche sind. Gemeinsam mit meinem Freund Abasse Nandja, der ursprünglich aus Togo stammt und mittlerweile in Deutschland lebt, reiste ich nach Assomé. Dort konnten wir aus nächster Nähe erleben, vor welchen Herausforderungen die Menschen, insbesondere die Kinder und Jugendlichen, täglich stehen. Gemeinsam erkannten wir den Bedarf, loteten erste Möglichkeiten aus und knüpften wichtige Kontakte vor Ort. Aus dieser Erfahrung heraus entstand der Wunsch, nicht nur kurzfristig zu helfen, sondern langfristig Strukturen aufzubauen – Schritt für Schritt entwickelte sich daraus das Projekt „Freunde von Assomé“.
Was ist der Herzenswunsch, den ihr mit dem Projekt erfüllen wollt?
Jungen Menschen eine echte Zukunft im eigenen Land zu ermöglichen! Vor allem durch Bildung und handwerkliche Ausbildung sollen sie selbstständig ihren Lebensunterhalt verdienen können. Ziel ist nicht nur kurzgünstige Zusammenarbeit, sondern eine nachhaltige Perspektive für Familien und kommende Generationen. Ein Ausbildungszentrum für handwerkliche Berufe soll genau diese Chance schaffen.
Warum unterscheidet sich FvA von anderen Charity-Projekten in Afrika?
Das Projekt setzt bewusst auf langfristige Entwicklung statt kurzfristiger Unterstützung. Der Fokus liegt auf Ausbildung, Eigenständigkeit und Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Dadurch entsteht Hilfe zur Selbsthilfe. Zudem basiert das Engagement stark auf persönlichen Beziehungen vor Ort und kontinuierlicher Begleitung der Projekte. Dadurch wird sichergestellt, dass Maßnahmen wirklich gebraucht werden und nachhaltig wirken.
Warum würde Unterstützung eures Projekts wirklich das Leben der Menschen in Assomé verändern?
Weil Bildung und berufliche Qualifikation direkte Auswirkungen auf das Leben haben. Wer einen Beruf erlernt, kann Einkommen erzielen, seine Familie versorgen. Das stärkt die Heimatzugehörigkeit. Das Ausbildungszentrum soll jungen Menschen genau diese Möglichkeit geben und damit auch Perspektivlosigkeit und Abwanderung entgegenwirken. Unterstützung bedeutet für uns deshalb nicht nur Hilfe für einzelne Kinder, sondern eine Veränderung für ganze Familien und langfristig für das Dorf.
Interesse geweckt? Dann unterstützt auch ihr die Freunde von Assomé. Das Spendenkonto sowie weitere Infos findet ihr unter: Freunde von Assomé