Brauchen wir wirklich einen Lies-ein-E-Book-Tag 2018?

Heute ist Internationaler Lies-ein-E-Book-Tag. Ein kurioser Feiertag, dem ich mit gemischten Gefühlen gegenüberstehe. Ein Statement.

Brauchen wir wirklich einen Lies-ein-E-Book-Tag 2018?

Am 23. April ist der Welttag des Buches, an dem sich alles rund um das Lesen dreht. Am Vorlesetag, der am 20. November begangen wird, soll vor allem den jüngsten Lesern unter uns das Lesen von Büchern schmackhaft gemacht werden. Zwei (kuriose) Feiertage, die meiner Meinung nach einen wunderbaren Gedanken verfolgen: Lest mehr Bücher! Doch brauchen wir wirklich einen Lies-ein-E-Book-Tag? Da ich sowieso kein Freund von E-Readern bin, stehe ich dem Ganzen sehr skeptisch gegenüber:

Was der Internationale Lies-ein-E-Book-Tag ist

Die Initiative für diesen Ehrentag des elektronischen Buches geht auf den US-amerikanischen Digital Publisher OverDrive Inc. zurück. Das Unternehmen hat sich seit 1996 auf den Vertrieb digitaler Inhalte wie Hörbücher, Musik, Videos und eben auch E-Books spezialisiert, seit 2013 zählt OverDrive Inc. in den USA zu einem der führenden Anbietern des Digital Publishing. Klar also, dass das Unternehmen ein besonders große Interesse an der Verbreitung seiner Produkte hat. Und ebenso klar ist auch, dass ich das Ganze deshalb mit großer Skepsis betrachte, da dieser Tag letztendlich nur existiert, um das Lesen auf dem firmeneigenen E-Readern zu promoten. Mehr steckt nicht dahinter!

Ich kann nicht dahinter stehen!

Ich bin sicher nicht die einzige Bibliophile, die eine große Ablehnung gegenüber diesem Lies-ein-E-Book-Tag und E-Books allgemein hegt. Die Käuferzahl und Kaufintensität der E-Books nimmt zwar kontinuierlich von Jahr zu Jahr zu, jedoch wird im Schnitt immer weniger für ein E-Book bezahlt. Doch was bedeutet das letztendlich für die Menschen, die die Bücher für uns schreiben? Autoren und Autorinnen bekommen rund 10% des Ladenpreises - und das für ihr eigenes Buch! Bei einem Taschenbuch für 10€ wäre das gerade einmal 1€, der letztendlich auf dem Konto des Autoren landet. Natürlich gibt es auch E-Books, die nahezu das gleiche kosten wie das klassische Buch, doch was ist mit der Menge an E-Books, die für einen Preis zwischen 1€ und 4€ im Warenkorb landen? Da bleibt nicht wirklich etwas übrig! Dabei sollten doch ausgerechnet die Menschen, die unsere Kultur vorantreiben, mehr gewürdigt werden, oder?

Ich will ein Buch zum Anfassen!

Als die E-Books langsam in die Läden zogen und den Markt eroberten, fürchtete ich langfristig gesehen noch um mein geliebtes Buch zum Anfassen. Doch inzwischen sehe ich die Sache ein bisschen anders und mir ist klar, dass der Absatz der klassischen Bücher höher ist und wohl auch noch lange bleiben wird. Ich bin da draußen wohl nicht die Einzige, die beim Lesen gerne etwas in der Hand hat. Ein Buch, dessen Seiten rascheln, das nach Leim riecht, das ein bisschen schwer in der Hand liegt. Ein Gegenstand, dem man anmerkt, dass viele unterschiedliche Menschen daran gearbeitet haben. Auch wenn ich im Urlaub manchmal auf eine E-Book-App (Ein Reader kommt mir nicht ins Haus!) zurückgreife, möchte ich Bücher nicht mehr oder weniger blind konsumieren, sondern ihnen die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdient haben. Unterstützt doch auch den stationären Buchhandel in Augsburg, indem ihr eure Bücher in einer dieser 5 Augsburger Bücheroasen kauft.

Wie ist das bei euch? Kauft ihr ausschließlich E-Books oder doch eher das klassische gedruckte Buch?

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