Instagram? Nein, danke!

Instagram, Facebook, Twitter – nahezu rund um die Uhr werden wir überflutet von Informationen, Meinungen und Bildern. Ich hatte einfach keinen Bock mehr!

Instagram? Nein, danke!

Mein Tag startete und endete mit Instagram. Ich checkte die App noch bevor ich wirklich aus dem Bett kam und auch als letztes vor dem Zubettgehen. Nicht, weil ich etwas Bestimmtes sehen wollte. Nein. Ich scrollte ohne nachzudenken durch den Feed und ließ mich von den tausenden Fotos, Videos und Hashtags einfach berieseln. Ein guter Zeitvertreib, um nicht zu viel nachdenken zu müssen, oder?

Natürlich wusste ich zuvor genau, was mich erwarten würde. Ich wusste, dass mich die extreme Ladung an Informationen müde machte. Ich wusste auch, dass mir die gestellten Bilder der scheinbar so perfekten Menschen miese Stimmung bereiteten. Aber ich konnte nicht widerstehen. Die App ließ mir einfach keine Ruhe.

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Dabei begann meine Geschichte mit Instagram eigentlich mit einer guten Intention. Ich wollte inspiriert werden, neue Ideen für Projekte finden und einfach bereichert werden. Doch es dauerte nicht lange, bis mich die App in ihrem Bann hatte und ich süchtig wurde.

Ich verbrachte meine freie Zeit nicht mehr mit Nachdenken oder Lesen, sondern mit dem Checken meines Feeds und wurde immer unkreativer. Denn auch wenn ich ständig Bilder schoss, hatte das mit wirklicher Fotografie wenig zu tun. Ich fing an, Dinge nachzumachen, weil sie gerade im Trend waren. Stolperte hinein in die Welt von Make Up, Fashion und Fitness und entwickelte langsam aber sicher Minderwertigkeitskomplexe. Durch den ständigen Vergleich, dem ich mich aussetzte, entdeckte ich plötzlich Stellen an meinem Körper, die ich hässlich fand. Obwohl ich sonst ein selbstbewusster Mensch bin, wurde ich immer unsicherer. Und dabei frage ich mich, wenn selbst ich als erwachsene Frau mir immer wieder bewusst machen muss, dass diese „perfekten“ Bilder einfach Fake sind, wie fühlen sich dann wohl die Teenager der heutigen Zeit? Ich jedenfalls wäre in der Pubertät nicht mit so viel Druck klar gekommen…

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Wenn ich heute so darüber nachdenke, ärgere ich mich über die Zeit und die schönen Momente, die ich wegen meiner Instagram-Sucht verloren habe. Nie konnte ich einen Moment richtig genießen, da ich ständig mein Handy in der Hand hatte - Immer bereit für den perfekten Schnappschuss. Nie war ich wirklich ganz im Moment. Ich trauere um Orte, die ich nur durch die Handy-Kamera gesehen habe. Um viele Monate, die ich eigentlich nur in der Rolle eines Beobachters erlebt habe. Und wofür das Ganze? Für ein paar billige Likes.

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Als ich das alles realisiert hatte, war es für mich höchste Zeit für einen kalten Entzug! Ich löschte meinen privaten Instagram-Account komplett und begann wieder entspannt zu leben.

Unabhängig von meiner Erfahrung ist natürlich jeder selbst dafür verantwortlich, auf welche Art und Weise er die sozialen Medien nutzt. Vor allem beruflich sind die sozialen Netzwerke heute (auch in meinen Job) nicht mehr wegzudenken. Meiner Meinung nach ist es aber deshalb umso wichtiger, sich immer wieder zu Reflektieren und das Handy auch mal wegzulegen, um wirklich im Moment zu sein.

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