So sieht Augsburgs Inklusionshotel innen aus

Wenn ihr das nächste Mal nach einer Hotel-Empfehlung für Augsburg gefragt werdet, vergesst nicht, dass es jetzt auch ein Inklusionshotel gibt. Wir zeigen euch, wie das neue Hotel aussieht und warum das Team trotz Reiseverbot guter Dinge bleibt.

So sieht Augsburgs Inklusionshotel innen aus

Über die geplante Eröffnung des ersten Inklusionshotel Augsburgs haben wir euch bereits berichtet. Das Hotel einsmehr beschäftigt Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Im Westhouse im Augsburger Westen hat es am 1. November eröffnet. Jetzt gibt es weitere Details zum Hotel.

Hotel einsmehr ist nachhaltig und bunt

Im Hotel wird großen Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Wo es möglich ist, werden Bio-Produkte verwendet und eine eigene Solaranlage versorgt das Hotel und seine Gäste mit grünem Strom. Nachhaltig sollen auch die Arbeitsplätze sein, die das einsmehr vergeben hat. Die insgesamt 24 Beschäftigten – die Hälfte von ihnen mit Handicap – finden hier einen festen Arbeitsplatz, der auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Sieben Jahre hat es gedauert, bis die Idee vom Inklusionshotel Wirklichkeit wurde.

Optisch hat das Hotel auch einiges zu bieten. Die Innenarchitekten von „Dreimeta“ spielten bei der Gestaltung mit dem Element „Pixel“. Geschäftsführerin Andrea Kraft erklärt, warum die Entscheidung auf „Pixel“ fiel: „Die Botschaft heißt: Viele unterschiedliche Pixel ergeben ein stimmiges Ganzes. Nur wenn alle ihren unterschiedlichen Beitrag einbringen, wird das Bild komplett“.

Die größten Hürden: Ort und finanzielle Mittel

Bis zur Eröffnung vor wenigen Tagen, war es ein weiter Weg. Damit die Idee vom Inklusionshotel in einen konkreten Plan umgesetzt werden konnte, wurde zunächst nach einem passenden Ort gesucht. Vor einigen Jahren konnte dieser ausfindig gemacht werden: „Wir sind sehr froh, dass sich im Westhouse unsere Idee verwirklichen lässt. Zum einen ist das Westhouse ein ansprechender und nachhaltig gestalteter Ort und zum anderen ergeben sich viele Synergieeffekte aus den verschiedenen Nutzungen im Haus“, freut sich Jochen Mack, Geschäftsführer der einsmehr gGmbH.

Das Hotel einsmehr wurde zum Gemeinschaftsprojekt.

Die andere große Herausforderung für den Verein war die Einwerbung von finanziellen Mitteln. Karin Lange meint, dass sie es nicht geschafft hätten, wenn ihnen nicht von allen Seiten geholfen worden wäre. So gab es unter anderem Rückenwind von der Aktion Mensch, dem Freistaat Bayern, der Stadt Augsburg und dem Bezirk Schwaben.

Darüber hinaus ermöglichte ein Zuschuss der Sternstunden des Bayerischen Rundfunks die Vorbereitung der jungen Menschen mit Beeinträchtigung auf ihre zukünftige Arbeit im Hotel. „Wir wollten auf alle Fälle vermeiden, dass wir alle ins kalte Wasser werfen“, erzählt Jochen Mack.

Trotz Corona herrscht Zuversicht

Klar, bedeuten die aktuell verschärften Corona-Maßnahmen einen holprigen Start für das junge Hotel. Aber das Team bleibt motiviert und zuversichtlich. Raúl Huerga, Direktor, sagt: „Wir haben hier ein sehr interessantes Konzept und eine motivierte Mannschaft und konnten die Eröffnung sehr gut vorbereiten. Auch gab es schon früh einige Zimmerbuchungen, die ein großes Interesse an unserem Hotel erkennen lassen. Dass jetzt alle Veranstaltungen abgesagt wurden und jetzt auch noch Privatreisen verboten sind, ist für uns ein herber Rückschlag bevor wir überhaupt starten können. Angesichts unseres motivierten Teams sind wir aber sehr zuversichtlich, dass wir die Durststrecke am Anfang gut durchstehen werden“.

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