Inklusion: Musik mit den Augen erleben via Virtual Reality

Menschen mit Hörschädigung sollen in Zukunft Musik per Virtual Reality-Brille sehen und erleben können. Unterstützt wird das Projekt vom Künstlerkollektiv in Augsburg und vom Bezirk Schwaben.

Inklusion: Musik mit den Augen erleben via Virtual Reality

Was wäre, wenn ihr nie wieder Musik hören könntet? Unvorstellbar. So geht es Menschen mit Hörschädigung, bloß, dass sie gar nichts hören können. Michael Gamböck, Franziska Hauber und Tom Simonetti, drei Augsburger Visionäre, wollen das ändern. Hörbeeinträchtigte sollen Musik durch eine Virtual Reality-Brille „sehen“ und neu erleben können.

Wie soll das gehen?

Menschen, die beim Hören eingeschränkt sind, haben ein ganz anderes Bild von unserer Welt. Sie nehmen Dinge anders wahr und sehen, was wir nicht sehen können. So sollen sie auch ein Lied betrachten und in eine andere Welt eintauchen können. Das Künstlerkollektiv „WIDE HORIZON FILMS“ aus Augsburg will das möglich machen. Sie wollen für die Virtual Reality-Brille visuell einen 360-Grad-Raum darstellen, der Emotionen, die von einem Lied transportiert werden, vermitteln soll.

Schallwellen können beispielsweise durch Sand oder Wasser dargestellt werden.

Wie sieht Musik aus? Und wie fühlt sie sich physisch an? Elementare Fragen, mit denen sich das Projekt auseinandersetzt. Die drei Künstler:innen arbeiten dabei zum Beispiel mit Sand oder Wasser, um Schallwellen und Töne sichtbar zu machen. Emotionen, die Musik auslösen, können genauso visuell dargestellt werden, wie das Musikgenre oder die Intension des Interprets. „Es ist ganz klar Kunst“, meint Michael Gamböck. „Nur deswegen ist es trotzdem echt.“

Barrierefreiheit für Schwaben

Hauptsponsor für das Projekt ist der Bezirk Schwaben mit 2000 Euro. „Das Team verbindet elektronische Musik und Inklusion anhand zukunftsweisender Ideen und modernster Technik“, sagt Bezirkstagspräsident Martin Sailer. Als überörtlicher Sozialhilfeträger seien sie besonderes daran interessiert, diese Idee zu unterstützen und dadurch Barrieren abzubauen. Dazu fügt sich das Vorhaben in den „Aktionsplan Inklusion“ ein, der die Barrierefreiheit in Schwaben allgemein vorantreibt.

Neben der finanziellen Beteiligung erhält das Team daher auch Unterstützung von Stefan Dörle, dem Inklusionsbeauftragten des Bezirks Schwaben: „Das Besondere am VR-Projekt ist für mich, dass das Engagement mitten aus der Gesellschaft kommt.“ Um herauszufinden, wie Menschen mit Hörschädigung Musik wahrnehmen, arbeiten die Beteiligten eng mit dem „Förderzentrum Hören Augsburg“ zusammen. Wer das Projekt unterstützen will, kann über die Crowdfunding-Kampagne auf Startnext spenden und Dankeschön-Geschenke erhalten.

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