Anstieg der Inzidenz, Impfquote & -angebote: So sieht's in Augsburg aus

In ganz Deutschland steigen die Infektionszahlen. Doch wie sieht es konkret in Augsburg aus? Gibt es ausreichend Testkapazitäten und woher kommen die hohen Inzidenzen? Antworten gibt es jetzt.

Anstieg der Inzidenz, Impfquote & -angebote: So sieht's in Augsburg aus

Die Stadt Augsburg bemüht sich, wie schon in den ersten drei Wellen, das Infektionsgeschehen genau im Blick zu halten und zu analysieren. „Pauschale Aussagen verbieten sich“, sagt Oberbürgermeisterin Eva Weber. Also werfen wir einen Blick auf die Stadt Augsburg.

Warum ist die Inzidenz in Augsburg so gestiegen?

Die 7-Tages-Inzidenz von 133,5 (Stand: 31. August 2021) hat laut Aussage der Stadt weniger mit uns AugsburgerInnen vor Ort zu tun, sondern vielmehr mit Reiserückkehrenden. Heißt, viele AugsburgerInnen haben sich nicht in Augsburg angesteckt, sondern in Urlaubsländern. Diese Gruppe mache derzeit rund 40 Prozent der gesamten Corona-Fälle aus. Infiziert sind vorwiegend Personen zwischen 20 und 30 Jahren. Über 90 Prozent von ihnen sind gar nicht oder nicht vollständig geimpft.

Sieht man die Inzidenz der vollständig Geimpften an, ist diese deutlich niedriger. Laut dem bayerischen Landesamt für Gesundheit liegt dieser Wert bei 9,18.

Viele südosteuropäische Länder kämpfen derzeit mit sehr hohen Inzidenzen. Das Gesundheitsamt betont deshalb, wie wichtig es ist, sich vor dem Urlaub impfen zu lassen.

Wie belastet ist das Universitätsklinikum Augsburg?

Seit der letzten Augustwoche verzeichnet das Universitätsklinikum eine Zunahme der Covid-PatientInnen. Diese Entwicklung betreffe auch die Intensivstationen. 23 von 24 PatientInnen, die in Augsburg stationär behandelt werden, sind nicht gegen Corona geimpft. Eine Person hatte sich in der Türkei mit einem chinesischen Impfstoff impfen lassen, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Augsburg zur aktuellen Situation.

Das Durchschnittsalter der PatientInnen ist deutlich niedriger als in den vergangenen Wellen. Prof. Dr. med. Helmut Messmann, Direktor der III. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Augsburg, blickt mit Sorge auf die derzeitige Entwicklung. Aufgrund der Corona-PatientInnen, welche Intensivbetten belegen, müssten zwingend notwendige Tumoroperationen verschoben werden, sagt er.

Impfangebote werden weiter ausgebaut

Weiterhin unterstützt die Stadt niederschwellige Impfangebote. Unter anderem wird es am Freitag, den 3. September, und am Samstag, den 4. September, möglich sein, sich ohne Voranmeldung in der WWK-Arena impfen zu lassen. Auch im Impfzentrum können alle AugsburgerInnen ab Montag, den 6. September, ohne Termin zum Impfen kommen.

In der zweiten Septemberhälfte ist in Zusammenarbeit mit der Club- und Kulturkommission Augsburg sogar eine Impfaktion in Augsburger Clubs geplant.

„Ich habe den Eindruck, dass viele der festen Überzeugung sind, dass regelmäßige Tests sie genauso gut schützen wie eine Impfung. Dies ist aber nicht der Fall“, sagt Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber. Ungeimpfte hätten stattdessen immer das Risiko, von Geimpften oder Genesenen ohne Symptome angesteckt zu werden. Sie ruft daher alle AugsburgerInnen nochmals auf, Impfangebote wahrzunehmen. Dies sei der einzige Weg hin zur Normalität.

Bislang sind 165.003 Personen vollständig geimpft. (Stand: 30. August 2021) Das sind 55,2 Prozent der gesamten Bevölkerung Augsburgs. Weitere 9.648 Menschen haben die Erstimpfung erhalten (3,2 Prozent). Zu der Zahl der Gimpften kommen allerdings noch durch Betriebsärzte verabreichte Impfungen hinzu. Diese sind nicht miteinberechnet, da der Stadt Augsburg keine verlässlichen Zahlen vorliegen.

Sind ausreichend Testkapazitäten in Augsburg vorhanden?

Diese Frage kann leicht beantwortet werden: Ja, Augsburg hat mit den Schnelltestzentren am Plärrer, in der Maximilianstraße und am Messezentrum große Testkapazitäten – auch im Hinblick auf den Wechsel zur 3G-Regel.

Oberbürgermeisterin Eva Weber begrüßt außerdem die neue Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die das bayerische Kabinett am Dienstag, den 31. August, verabschiedet hat. „Wir werden mit dem Coronavirus leben müssen, daher ist es richtig, dass der Inzidenzwert nicht mehr der alleinige Maßstab ist“, sagt Weber.

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