Zukunftsgemäß Imkern – was gehört dazu?

Imkern ist ein Hobby und ein Ausbildungsberuf, der mehr und mehr an Beliebtheit gewinnt. Nach dem „Rettet die Bienen“-Volksbegehren stellt sich die Frage, wie Bienen zukunftsgemäß gehalten werden können.

Zukunftsgemäß Imkern – was gehört dazu?

50% der 460 Wildbienenarten stehen auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Mit dem „Rettet die Bienen” Volksbegehren wurde ein Gesetzesentwurf in die Wege geleitet, der dem Schutz der kleinen Bestäuber dienen soll. Unter anderem werden die Reduzierung von chemisch-synthetischen Pestiziden, der Ausbau der Landwirtschaft und der Schutz von Streuobstbeständen, sowie eine Erhöhung der Gelder für Artenschutz thematisiert.

Doch wie können wir uns selbst an einer Verbesserung der Umwelt für die Bienen beteiligen? Was benötigt eine Biene um glücklich zu sein? Und was macht der Imker eigentlich noch, abgesehen von der Honiggewinnung?

Diese Fragen werden uns vom Imkerverein Augsburg-Pfersee e.V. beantwortet. Sein Ziel ist es, mit Bienenzucht und -haltung den Naturschutz zu fördern und Landschaftspflege durch die Bestäubungstätigkeit der Bienen zu betreiben. Die Bienen tragen Honig aus den Blütenständen der nahegelegenen Wiesenblumen zusammen, von dem sie sich zu einem Großteil selbst ernähren. Pro Jahr rechnet ein*e Imker*in in etwa mit einer Menge von 50kg Honig für ein Bienenvolk und nur der Überschuss an Honig darf für den menschlichen Verbrauch entnommen werden. Neben der Entnahme von Honig, kümmert sich der*die Imker*in um die Gesundheit des Bienenvolkes. Das bedeutet eine Vorbereitungsphase auf den Winter, die bereits im Spätsommer beginnt. Die Winterruhe der Bienen dauert in etwa bis Anfang, Mitte März und die Hauptflugphase bis Anfang September.

Wesensgerechte Haltung

Der Imkerverein Augsburg-Pfersee e.V. befasst sich sowohl mit konventionellen Methoden der Imkerei, als auch mit der immer beliebter werdenden Perspektive der wesensgerechten Bienenhaltung. Mit dieser Art der Haltung ist eine Abwendung vom übermäßigen Fokus auf den Honigertrag verbunden. Während bei der konventionellen Bienenzucht viel dafür getan wird, die Produktivität der Bienen zu steigern, wird bei der ökologischen und wesensgerechten Haltung darauf geachtet, dass sie in einem möglichst natürlichen Umfeld leben können.

Für eine wesensgerechte Haltung von Bienen müssen nicht zwingend Bio-Gütesiegel vorhanden sein

In den Imkerei-Richtlinien von Demeter heißt es beispielsweise: „Die Vermehrung erfolgt über den natürlichen Schwarmtrieb und das Flügelbeschneiden der Königin ist verboten. Künstliche Königinnenzucht und instrumentelle Besamungen sind für Demeter-Imker tabu. Die Einwinterung auf Honig wird angestrebt, Zucker wird nur soweit als nötig zugefüttert. Als Heilmittel werden genau die Stoffe eingesetzt, die auch natürliche Bestandteile des Honigs sind.”

Für eine wesensgerechte Haltung von Bienen müssen jedoch nicht zwingend Bio-Gütesiegel vorhanden sein. Wer im eigenen Garten Bienenzucht betreiben möchte, kann sich zum Beispiel vom Imkerverein Augsburg-Pfersee e.V. dabei unterstützen lassen.

Dem Ansatz ökologisch, natürlich oder wesensgemäß Bienen zu halten vereint ein Gedanke: es geht um mehr als nur Honig. Das Bienenvolk ist nicht nur dazu da um unseren Honig zu sichern, es wird als wichtiger Teil des Ökosystems gesehen, als eine Ansammlung von tausenden individuellen Insekten mit einem Recht, sich im Rahmen der Bienenhaltung ihren natürlichen Bedürfnissen und Ansprüchen entsprechend bestmöglich entwickeln zu dürfen. In welchen Bereichen wir diese natürliche und wesensgemäße Entwicklung beeinflussen oder einschränken, müssen wir entsprechend unserer Wertvorstellungen entscheiden.

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