Brauchen Vögel und Igel im Frühling unsere Hilfe?

Viele unserer Gartenvögel sind mit Nest und Nachwuchs beschäftigt und die Igel erwachen aus dem Winterschlaf. Wie ihr sie jetzt unterstützen könnt und wann es zu viel des Guten ist, haben wir für euch herausgefunden.

Brauchen Vögel und Igel im Frühling unsere Hilfe?

Der Frühling ist da und mit ihm wird das Gezwitscher im Garten und den Parks immer lauter. Doch ob man die heimischen Wildvögel zu dieser Jahreszeit füttern soll, ist umstritten. Ein weiteres Tier, das jetzt wieder aktiv wird, ist der Igel. Wie können wir ihn im Frühjahr unterstützen?

So könnt ihr Vögel jetzt unterstützen

Fütterung

Während der Naturschutzbund Deutschland (NABU) von einer Ganzjahresfütterung von Vögeln abrät, gibt es auch Vogelkundler, wie Peter Berthold, der viel von Zufütterung hält, besonders in den Sommermonaten. Die Winter seien eher mild, die Sommer für die Vögel jedoch anstrengend. Sie müssten viel fliegen um ausreichend Nahrung für den Nachwuchs und sich selbst zu finden. Aufgrund des Rückgangs der Insektenpopulation sei eine Zufütterung daher sinnvoll.

Ganz anders sieht das der NABU. Von einer Futterstelle würden lediglich zehn bis 15 Vogelarten profitieren, die, bis auf den Spatz, einen stabilen Bestand hätten. Unterstützung bräuchten jedoch andere Vogelarten, die auf diese Weise nicht erreicht werden könnten.

Was allerdings in jedem Fall ein Support für Vögel ist, ist ein vogelfreundlicher Garten:

Gartengestaltung

Vögel mögen es „unordentlich“.

Unsere heimischen Singvögel lieben Hecken, Sträucher, Totholzhaufen und Laubhaufen. Darin finden sie nicht nur Schutz, sondern auch zahlreiche Insekten. Ein überpflegter Garten mit englischem Rasen und Kirschlorbeer gleicht für Vögel einer Wüste. Wenn ihr euren Garten mit heimische Straucharten und Hecken ausstattet, steigert ihr das Nahrungsangebot für die Vögel und schafft ihnen einen Lebensraum. Letztendlich profitieren Vögel und Insekten von einem naturbelassenen Garten mit hohem Gras, herumstehenden Kübeln mit alten Stauden und altem Holz.

Viele Vogelarten freuen sich auch über Nistkästen oder Sandbäder und natürlich ist eine saubere Vogeltränke auch nie verkehrt.

So könnt ihr Igel jetzt unterstützen

Fütterung

Igel haben eine Laktoseintoleranz.

Igel erwachen im Frühjahr aus ihrem langen Winterschlaf. Wenn sie ihre Schnauze aus dem Winterquartier strecken, ist es meistens März, manchmal aber auch schon Ende April. Die stacheligen Kerlchen sind jetzt hungrig und durstig. Wenn ihr also glaubt oder wisst, dass ein Igel in eurem Garten Winterschlaf gehalten hat, dann helft ihr ihm mit einer Schale sauberem Wasser und etwas Futter. Ganz wichtig: Igel haben eine Laktoseintoleranz und können von Milch im schlimmsten Fall sterben. Geeignet ist Katzenfutter und gekochte Eier. Das gibt dem Igel Kraft für die eigene Futtersuche. Allerdings braucht ein gesunder Igel unsere Unterstützung im Normalfall nicht. Er findet allein genug Insekten. Nur wenn er besonders früh erwacht und der Boden noch gefroren ist, hat er es schwer.

Gartengestaltung

Ähnlich wie die Vögel profitieren auch Igel von einem naturbelassenen Garten, indem es Sträucher, Hecken, herumliegende Äste, Laub und am besten noch einen Obstbaum und Versteckmöglichkeiten gibt. Der Igel profitiert dabei besonders von einer großen Artenvielfalt und heimischen Pflanzen in unseren Gärten.

Unbedingt vermeiden

Rasenmäher-Roboter sind eine große Gefahr für Igel.

Was ihr auf keinen Fall machen solltet, ist Gift in eurem Garten einzusetzen. Sei es in Form von chemischem Dünger, Schneckenkorn oder Pestiziden. Diese können allen Tieren im Garten schaden. Eine große Gefahr geht auch von immer weiter verbreiteten Rasenmäher-Robotern aus. Wenn diese zur Dämmerung oder gar nachts unterwegs sind, können sie Igeln gefährliche Verletzungen zufügen. Falls ihr scheinbar verlassene Küken seht, lasst sie zunächst in Ruhe. Meist stehen sie noch in Kontakt mit den Eltern, die sich weiterhin um ihr Junges kümmern. Nur wenn es akut in Gefahr ist, solltet ihr das Küken aufnehmen.

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