Augsburger Tierheim nimmt keine Igel mehr: So könnt ihr selbst helfen

Ist euch diesen Herbst schon einer über den Weg gelaufen? Bei Dämmerung sind die Igel aktiv und auf der Suche nach einem Platz für ihren Winterschlaf. Wir zeigen euch, wie ihr sie unterstützen könnt und erkennt, wenn sie eure Hilfe brauchen.

Augsburger Tierheim nimmt keine Igel mehr: So könnt ihr selbst helfen

[Artikel am 8.11.2021 aktualisiert]

In diesen Wochen werden besonders viele Igel gesehen und von einigen besorgten AugsburgerInnen ins Tierheim gebracht. Manche von ihnen hätten keine Hilfe gebraucht, andere schon. Fakt ist, das Tierheim hat nur begrenzt Platz und dieser ist schon erschöpft. Deshalb wollen wir euch heute ein paar Tipps geben, wie ihr selbst IgelretterIn werdet.

Futter- und Winterquartierssuche

Igel sind schon sehr niedliche Tiere. Mit ihren Knopfaugen und der langen Schnauze stöbern sie im Laub herum und sind ganz schnell verschwunden, wenn sie gestört werden. In diesen Wochen ist es für die kleinen Stacheltiere höchste Zeit, einen geeigneten Winterschlafplatz zu finden. Gleichzeitig wollen sie noch so viel fressen, wie möglich. Weil der Lebensraum der Igel aber immer kleiner wird, ist es für Stadtigel eine große Hilfe, wenn wir an sie denken.

Winterunterschlupf bauen

Wenn ihr einen Garten habt, übertreibt es nicht mit der Gartenarbeit. Denn Igel nutzen herumliegende Äste, Laubhaufen oder Komposthaufen als Winterquartier. Die Igel sind Meister im Wohnungsbau. Wenn ihr ihnen also so viele Materialien wie möglich zur Verfügung stellt, könnt ihr sicher sein, dass sich die Igel ein mollig warmes Winterquartier bauen können.

Igel mögen unordentliche Gärten.

Solche Igel-Winterschlafplätze könnt ihr natürlich auch bewusst mit allen zur Verfügung stehenden Materialien im Garten selber bauen. Eine Alternative zu den natürlichen Igel-Winterquartieren, sind Igelhäuser, die ihr auch selber schreinern könnt. Anleitungen findet ihr zum Beispiel auf You-Tube.

Igelfutter bereitstellen

Igel vertragen keine Milch!

Wer die Igel noch weiter unterstützen möchte, der stellt ihnen etwas zu essen raus. Im Herbst sind Igel ständig auf Futtersuche. Schließlich müssen sie sich einen ordentlichen Winterspeck anfressen. Katzenfutter eignet sich für die Igelfütterung besonders gut. Milch und Essensreste aus eurer Küche solltet ihr auf keinen Fall verfüttern. Den Milchzucker vertragen die kleinen Igelmägen nicht und sie bekommen Durchfall. Wasser rauszustellen ist jedoch eine gute Idee. Igel brauchen viel Wasser, um nicht zu dehydrieren.

Igel Nothilfe

Solltet ihr in ein paar Wochen, wenn die Temperaturen nachts deutlich unter null Grad fallen, immer noch Igeln begegnen, ist euer Einsatz gefragt. Allerdings: Nicht in jedem Fall. Manchmal unterbrechen Igel ihren Winterschlaf kurz, um ein wenig herumzulaufen. Beobachtet den Igel also genau, bevor ihr etwas unternehmt. Handelt es sich um einen geschwächten Igel, der keinen Winterschlafplatz oder nicht genug Futter gefunden hat?

Igel, die im Winter noch herumlaufen, sind nicht immer in Gefahr.

Achtet dafür auf folgende Hinweise: Wenn ihr eine deutliche Einbuchtung am Hinterkopf des Igels seht, weist das darauf hin, dass er hungert. Falls der Igel sich nicht einrollt, seine Augen zu schlitzen verschlossen sind und er apathisch wirkt, ist er womöglich krank. In einem solchen Fall hilft euch die Igelhilfe Schwaben weiter. Für die Erstbehandlung solltet ihr Gewicht und Funddatum notieren, den Igel von Parasiten befreien, nach Verletzungen suchen und den Kleinen mit einer Mischung aus Katzenfutter, ungewürztem Rührei und Igeltrockenfutter füttern. Unterkühlte Igel brauchen jetzt außerdem Wärme. Am besten macht eine handwarme Wärmflasche und setzt den Igel darauf. Zusätzlich könnt ihr eine Decke oder ein Handtuch um ihn wickeln.

Übrigens: Wenn sich ein Igel bei euch im Garten einquartiert, stehen die Chancen gut, dass er im nächsten Sommer mit Jungen zurückkommt.

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