Harmonisch durch den Herbst mit dem Hygge-Gefühl

Der Sommer ist vorbei, das Wetter wird wieder wechselhafter und man kommt weniger aus dem Haus. Doch wie übersteht man am besten nass-kalte Tage daheim, ohne der Melancholie zu verfallen? Die Antwort heißt: Hygge!

Harmonisch durch den Herbst mit dem Hygge-Gefühl

Ihr träumt von goldenem Licht, das durch die Fenster fällt, buntem Laub, das vom Wind aufgescheucht durch die Luft tanzt und der Blick aus dem Fenster enttäuscht euch mit einer grauen, kalten Alltags-Tristesse? Dann probiert’s doch mal mit Hygge! Und nein, das ist kein Designer-Schaukelstuhl von Ikea, sondern ein Gefühls-Konzept, das aus Dänemark zu uns herübergeschwappt ist. Es steht für Gemütlichkeit, aber auch Glück. Oft wird es so interpretiert, dass man sich eine gemütliche und beruhigende Atmosphäre schafft, in der man sich entspannen und den Moment genießen kann. Wir haben ein paar Tipps für euch gesammelt, wie ihr es zuhause ganz einfach „hyggelig“ machen könnt.

Probier’s mal mit Gemütlichkeit

Alles ist eine Sache der Einstellung. Ihr könnt natürlich am Fenster sitzen, den Regen beobachten und euch melancholisch den Sommer zurückwünschen - ODER ihr macht dasselbe, nur dass ihr stattdessen euch bewusst macht, dass ihr gerade im wohlig-warmen sitzt und abseits des ganzen Alltagsstresses mal wieder Zeit für euch habt. Dieser kleine Unterschied im Denken ist Hygge. Auch wenn es stark nach Kalender-/Instagramspruch klingt, aber den Moment genießen und sich bewusst auf das hier und jetzt einlassen ist die Quintessenz des dänischen Konzepts. Wir merken uns: Am Anfang der Hyggeligkeit sorgen wir für einen Perspektivenwechsel und eine positive Einstellung.

Die richtige Atmosphäre ist essenziell

Da wir uns aber nicht alles schön reden können und so mancher verregnete, graue Tag selbst das größte Glücksbärchi herunterziehen kann, ist auch die Atmosphäre ein essentieller Part. Nichts steht z.B. so für Hygge wie Kerzen und warmes Licht. So ein paar Lichtquellen können schon enorm viel im Zimmer ausmachen. Während wir Deutschen die wächsernen Lichtspender meistens nur für das Candlelight Dinner auspacken oder wenn gerade Stromausfall ist, gehört der Kerzenschein zum Lebensgefühl der Skandinavier einfach dazu. Nicht umsonst verbrauchen die Dänen im Schnitt 6-8kg Kerzen pro Jahr. Wenn ihr dann noch die Natur in Form von Zweigen, Pflanzen, unbehandeltem Holz oder Wolle in eure vier Wände holt, sollte dem Hygge-Feeling nichts im Wege stehen.

Mit Musik ist alles besser

Wer wünscht sich nicht, dass sein/ihr Leben mit einem passenden Soundtrack unterlegt wäre? Es dürfte ja bekannt sein, dass Musik einer der besten Stimmungsbeeinflusser ist. Natürlich kann es genauso schön sein, wenn man dem gedämpften Rauschen des Windes oder Tröpfeln des Regens lauscht. Für mich gibt es jedenfalls nichts schöneres, wenn ich mal etwas Zeit für mich habe, es draußen stürmt und ich fast schon andächtig eine meiner Lieblings-CDs oder Schallplatten auflege. Die Musik streamen geht natürlich auch (und ist weniger kostenintensiv). Hier ein paar Favoriten aus meiner eigenen Plattensammlung für eure nächste Hygge-Session: Bon Iver, Sufjan Stevens, Lord Huron, Ben Howard und Julien Baker.

Nahrung für Leib und Seele

Gut, jetzt sollten wir schon mal in der richtigen Stimmung angekommen sein. Nun ist es an der Zeit, auch den Körper in den Hygge-Modus zu bringen. Das heißt: Heißes Wasser aufsetzen, den Lieblingstee raussuchen und den Süßkram-Vorrat plündern. Wer Vertreter der Pro-Lebkuchen Seite ist und sich schon mit Spekulatius, Dominosteinen und ähnlichem eingedeckt hat, hat nun die beste Gelegenheit, ohne schlechtes Gewissen draufloszunaschen und mit jedem Bissen die Glücksgefühle aufwallen zu lassen. Für alle anderen erfüllen Kekse oder anderes Gebäck natürlich auch den selben Zweck. Oder ihr kocht euer Leibgericht. Hauptsache, ihr wärmt euch von innen und gönnt euch etwas.

Vorbereitungen abgeschlossen - und jetzt?

So, nun solltet ihr in eine Decke gekuschelt, gut ausgestattet und sowohl mental als auch physisch bereit sein. Dann stellt sich natürlich die Frage, wie die Zeit und der Hygge-Modus am besten genutzt werden. Klar könnte man wie immer den Fernseher anschmeißen und gediegen netflixen, aber das wäre schon ein wenig langweilig, oder? Ein gutes Buch lesen (das ausnahmsweise mal nichts mit der Uni zu tun hat) ist ein Paradebeispiel für eine gute Hygge-Beschäftigung. Oder ihr lasst euch mal auf die Musik ein und hört den einzelnen Songs intensiv zu, anstatt sie wie sonst immer nebenher herunterdudeln zu lassen. Wer einen gemütlichen Spot vor dem Fenster hat, kann wie schon oben genannt einfach nur den Regen beobachten und vor sich hinträumen - mehr den Moment leben geht nicht. Und wie wir gelernt haben: Es hängt immer davon ab, was man aus der Situation macht!

Euch fallen bestimmt noch viel mehr Möglichkeiten ein, um es für euch persönlich so gemütlich und geborgen wie möglich zu machen. Zu dem Konzept gehört auch unter anderem dazu, dass man Zeit mit Familie und Freunden verbringt, was noch mehr Optionen mit sich bringt. Egal wie euer persönlicher Plan auch aussieht - Weg mit dem Herbst-Blues und her mit der positiven Hygge-Einstellung!

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