Studie: Corona-Pandemie stärkt Bindung zwischen Mensch und Hund

Durch den Lockdown fehlt es vielen an sozialen Kontakten. Aber genau aus demselben Grund verbessert sich das Verhältnis zwischen HundehalterInnen und ihrem Vierbeiner. Warum das so ist, erfahrt ihr hier.

Studie: Corona-Pandemie stärkt Bindung zwischen Mensch und Hund

Abstand halten, Kontakte einschränken und nach Möglichkeit zuhause bleiben – durch den Lockdown fühlen sich manche Menschen einsamer denn je. Kein Wunder also, dass seit Anbeginn der Pandemie vermehrt Haustiere vermittelt und verkauft worden sind. Vor allem Hunde werden zum Rettungsanker in der Not. Zu diesem Ergebnis kam eine groß angelegte Studie des Haustierportals „Wamiz“. Anfang des Jahres wurden rund 1.100 HundehalterInnen zu ihrem Verhältnis mit ihrem Vierbeiner in der Corona-Krise befragt.

Psychologe auf vier Pfoten

Demnach empfinden 84 Prozent der Befragten ihren Hund als emotionale Hilfe. 72 Prozent fühlen sich seit Beginn der Pandemie noch stärker mit ihrem Hund verbunden. Kein Wunder, denn es bleibt mehr Zeit, sich mit seinem geliebten Vierbeiner zu beschäftigen. Es entsteht mehr Vertrauen und eine größere Bindung. „Menschen sind soziale Wesen. Wenn man die Sozialität zurückfährt, bekommen andere soziale Lebewesen wie Hunde eine noch stärkere Bedeutung“, sagt Professor Dr. Frank Nestmann zu den Ergebnissen der Umfrage. Er ist Psychologe und Mitglied der Forschungsgruppe „Mensch-Tier-Beziehung“ an der Technischen Universität (TU) Dresden.

„Haustiere bringen Trost, schützen vor Traurigkeit und lenken ab.“ – Dr. Nestmann.

Für viele, besonders für Alleinlebende, seien Hunde Gesprächspartner, meint er. „Ein wichtiger Punkt in der Corona-Zeit.“ Im Prinzip eine Win-Win-Situation, denn die von der Außenwelt isolierte Person hat einen treuen Partner und der Hund ist froh, dass er mehr Zeit mit seinem Herrchen oder Frauchen verbringen kann. Etwa 26 Prozent der HalterInnen gaben an, während des Lockdowns öfter mit ihrem Hund Gassi zu gehen als im Normalfall. Mehr als die Hälfte der Befragten beschäftigen sich häufiger mit ihrem Vierbeiner.

Mensch und Hund brauchen sich gegenseitig

Wenn sich die Menschen also mehr mit ihren Hunden beschäftigen, rücken Sorgen und Ängste in den Hintergrund. Gerade während Corona haben viele Probleme und sehnen sich nach Rückhalt. Den Hund hingegen interessiert die Pandemie nicht: Für ihn steht Liebe und Futter im Fokus. „Tiere fördern emotionales Wohlbefinden, weil sie unbedingte Zuwendung geben, ohne Wertung und Kritik – egal wie es uns geht, egal wie wir aussehen“, erklärt Dr. Nestmann. So sind Haustiere eine Art Zuflucht, die abseits aller Negativnachrichten für einen da sind.

Die Wechselwirkung: Durch die vermehrte Aufmerksamkeit werden Hunde anhänglicher. Das gab fast jeder zweite Befragte an. 30 Prozent HundehalterInnen kam ihr Vierbeiner sogar glücklicher vor und jeder Vierte bestätigte, dass ihr Haustier ausgeglichener wirkt. So gesehen, ist die Pandemie für Hunde eher ein Segen als ein Fluch. Was die Studie aber auch zeigt, ist, dass es danach schwerfallen wird, wieder in den „normalen“ Alltag, zurückzukehren. 29 Prozent der Befragten machen sich Sorgen, ihren Hund wieder häufiger allein lassen zu müssen.

Corona sorgt für Boom auf Haustiermarkt

Wie der Deutsche Tierschutzbund e.V. bereits berichtete, wurden im letzten Jahr aufgrund von Corona vermehrt Tiere adoptiert und gekauft. In der Studie von Wamiz geht hervor, dass sich 18 Prozent während des Lockdowns einen Hund zugelegt haben. 38 Prozent der HundehalterInnen gaben an, dass Freunde und Bekannte sich ebenfalls ein Haustier gewünscht hätten, das ihnen durch die schwere Zeit hilft. Was viele aber nicht bedenken: Ein Haustier anzuschaffen, sollte gut überlegt sein, denn irgendwann ist die Pandemie vorbei.

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