Weihnachtsgeschichten auf Augsburger Art interpretiert

Jeder kennt die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens oder den Klassiker mit Maria und Josef aus der Bibel. Doch wie würde eine Augsburger Version dieser Geschichten aussehen?

Weihnachtsgeschichten auf Augsburger Art interpretiert

Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens

Eberhard Geizhals ist ein Schwabe, wie er im Buche steht. Er spart an allen Ecken wo er nur kann, manchmal auch ZU viel. So hat er auf seine alten Tage noch ein Startup gegründet und beschäftigt einen Praktikanten Robert. Der wird wie so viele vollkommen unterbezahlt und mit der Begründung „man befinde sich ja gerade noch in der Aufbauphase und da müssen alle etwas zurückstecken“ vertröstet. Weihnachten und alles dazugehörige lehnt Eberhard völlig ab – reine Geldverschwendung („Pah! So a Schmarrn!“). Als er nachts auf einer Nachrichtenseite ein Video sieht, bei dem sein ehemaliger Mitgründer wegen Steuerhinterziehung in Ketten abgeführt wird, wird Eberhard von drei unüberspringbaren Werbeclips heimgesucht. Auf wundersame Weise zeigen sie ihm seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (mit ein paar kleinen Produktplatzierungen). Die Szenen beeinflussen Eberhard unterschwellig so sehr, dass er mit einem Schlag zum Weihnachtsfan mutiert, sich eine überschwängliche Shoppingtour durch die Annastraße gönnt und Robert ausnahmsweise über die Feiertage frei gibt.

Die biblische Weihnachtsgeschichte

Marie und Joe sind gebürtige Augsburger, leben jedoch mittlerweile aus Jobgründen in Berlin. Für die Weihnachtsfeiertage fahren sie wieder nach Hause in die schöne Fuggerstadt. Wie die Familienfeste so laufen, erhitzen sich recht schnell die Gemüter und das junge Paar beschließt, den Streitereien zu entfliehen und Zuflucht in einer Kneipe zu suchen. Die Idee hatten aber sehr viele andere Augsburger auch, sodass die Zwei von einem überfüllten Etablissement zum anderen wandern. Sie suchten so lange, bis das Wegbier in der Flasche gefror. Kein Pub, keine Bar, nicht einmal die Brezn oder Sackpfeife hatte ein warmes Plätzchen für Marie und Joe. Entmutigt holten sie sich jeweils einen großen Gin-Tonic To-Go in der Caipi Bar und schlurften Richtung heimwärts. Als sie am Rathausplatz und den vielen geschlossenen Christkindlesmarkt-Buden vorbei liefen, entdeckten sie einen etwa gleichaltrigen Jungen in der Krippe unter dem großen Weihnachtsbaum wie ein Baby liegen. Sie weckten ihn auf, um zu sehen ob es ihm gut und nach einigen Versuchen stellte er sich verschlafen als Jésus vor. Der spanische Erasmus-Student hat deutlich zu tief in die Glühwein-Tasse geschaut und es nicht mehr nach Hause geschafft. Hilfsbereit wie das Pärchen ist, begleiten sie ihn zu seiner Wohnung, in die der glückliche Jésus Marie und Joe zum Aufwärmen und ein letztes Bier einlädt.

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