Meine Erfahrung mit der Kupferkette

Fast all meine Freundinnen verhüten hormonfrei. Für mich kam es aber lange nicht infrage, auf die Pille zu verzichten. Vor kurzem habe ich sie doch abgesetzt und mir dafür die Kupferkette einsetzen lassen. Hier gibt es alle Infos und meine Erfahrung.

Meine Erfahrung mit der Kupferkette

Seit ich 16 bin nehme ich schon die Antibabypille. Gedanken darüber habe ich mir damals nicht gemacht. Ich hatte einen festen Freund und wollte auf keinen Fall schwanger werden. Also gab mir mein Frauenarzt die Pille. Was das für Auswirkungen auf meinen Körper haben wird, habe ich weder gewusst, noch habe ich mich groß informiert. Alle nahmen doch die Pille, also kann sie ja nicht schädlich sein, oder?

Pille absetzen - Nein, danke!

Als vor einigen Jahren der Trend losging, hormonfrei zu verhüten, habe ich mehrmals überlegt, sie abzusetzen. Aber es gibt viele Horrorgeschichten über mögliche Nebenwirkungen: jahrelange Akne, Haarausfall, Stimmungsschwankungen, Zwischenblutungen, unregelmäßige Periode, etc. Davon habe ich mich dennoch nicht abschrecken lassen, da die positiven Stories echt überwogen haben. Nach dem Absetzen ist leider mein persönlicher worst case eingetroffen und mein ganzer Hormonhaushalt ist eskaliert. Ich bekam schlechte Haut, Haarausfall und meine Periode blieb monatelang aus. Nach einem Jahr hatte ich keine Lust mehr und nahm wieder die Pille.

Wie schädlich ist die Pille?

Wieso ich mich jetzt mit fast 29 doch dazu entschieden habe, auf hormonfreie Verhütung umzusteigen? Ich habe mich in letzter Zeit wieder intensiv mit dem Thema Pille beschäftigt. Und es ist wirklich erschreckend, dass ich mir all die Jahre wie die meisten anderen keine Gedanken darüber gemacht habe, wie die Pille einen verändert. Ich weiß mit Ende 20 nicht einmal, wie sich ein „natürlicher“ Zyklus anfühlt. Eine „richtige“ Periode hatte ich seit über zehn Jahren nicht mehr. Trotzdem nahm ich sie weiter, bis mir meine Frauenärztin von der weiteren Einnahme abriet. Ich hatte seit einigen Monaten mit Zwischenblutungen zu kämpfen und auch das Wechseln der Pille hat nichts daran geändert.

Hormonfrei Verhüten mit Kupferkette

Also blieb mir nun auch nichts anderes mehr übrig, als sie nicht mehr zu nehmen. Da mir Sicherheit enorm wichtig ist und nur mit Kondom zu verhüten für mich keine Option ist, habe ich mich nach Alternativen umgeschaut. Überzeugt hat mich schlussendlich die Kupferkette, da sie einen sehr hohen Pearl-Index (mehr Infos unten) hat und sie erst nach fünf Jahren ausgetauscht werden muss. Und sie soll sicherer und angenehmer als die Kupferspirale sein.

So lief das Einsetzen der Kupferkette ab

Nach einem kurzen Beratungsgespräch bei meiner Gynäkologin ließ ich mir die Kupferkette ein paar Tage später gleich einsetzen. Wichtig war nur, dass ich meine Abbruchsblutung in dieser Zeit habe, da dann der Muttermund weicher und weiter geöffnet ist, was das Einsetzen erleichtert. Zusätzlich habe ich vorher noch eine Tablette bekommen, die das verstärkt. Diese wird übrigens auch bei einer Ausschabung oder einem Schwangerschaftsabbruch vorher eingenommen, was für mich etwas befremdlich war. Aber gut, dachte ich mir, es wird schon notwendig sein.

Schmerzen aus der Hölle

Obwohl ich meiner Frauenärztin echt vertraue, war ich super nervös. Erst einmal schaute sie per Ultraschall, ob bei mir eine Kupferkette überhaupt infrage kommt. Alternativ hätte sie mir sonst die Kupferspirale eingesetzt. Alles sah aber gut aus. Als ich dann auf dem Untersuchungsstuhl lag, gab es kein Zurück mehr. Ich bekam noch ein Spray gegen die Schmerzen und ich wurde desinfiziert. Dann ging es auch schon los. Mit einem Applikator wurde die Kupferkette in meine Gebärmutter geschoben. Und ich möchte echt keinen abschrecken, aber ich hatte höllische Schmerzen dabei, obwohl ich wirklich nicht übermäßig schmerzempfindlich bin. Der Eingriff selbst dauerte zum Glück nur wenige Minuten. Danach musste ich erstmal durchatmen. Meine Frauenärztin hat anschließend noch kontrolliert, ob die Kupferkette richtig liegt und schon konnte ich gehen.

So ging es mir danach

Die Schmerzen wurden erst durch Ibuprofen besser. Ich hatte vier Tage lang starke Krämpfe und Blutungen. An Tag sechs waren dann sowohl die Schmerzen vorbei als auch die Blutungen. Meine Frauenärztin meinte, dass es sieben Tage dauert, bis die Gynefix fest in der Gebärmuttermuskulatur verankert ist. In dieser Zeit darf man auch weder Sex haben, noch Sport machen. Was mir neben den Schmerzen unerwarteterweise etwas zu schaffen gemacht hat, waren die Blutungen. Tampons oder die Menstruationstasse sind nämlich wegen des Infektionsrisikos Tabu. Und Binden sind bei starken Blutungen echt nichts für mich. Was mir da durchgeholfen hat: Der Gedanke, dass ich danach fünf Jahre meine Ruhe habe. Und dagegen sind vier oder fünf unangenehme Tage doch nichts.

Sex mit Kupferkette

Nach vier bis sechs Wochen kontrolliert meine Frauenärztin noch, ob alles richtig liegt. Danach ist ein Verlieren laut Hersteller so gut wie ausgeschlossen. Und zum Thema Sex: Ich habe ein paar Erfahrungsberichte gelesen, in denen darüber geklagt wurde, dass man die Kupferkette beim Sex spüre. Das Einzige, was sich außerhalb der Gebärmutter befindet, ist der Rückholfaden und den merkt man überhaupt nicht. Und wenn doch, dann kann ihn die Frauenärztin noch kürzen.

Und jetzt bin ich gespannt darauf, wie sich das Pille absetzen auf meinen Körper auswirkt. Um meine Verhütung muss ich mir aber wenigstens keine Gedanken machen.

Infos zur Kupferkette

So sieht die Kupferkette aus

Die Kupferkette ist eine neue Verhütungsmethode ohne Hormone. Die Kupferkette ist in der Form flexibel und besteht aus Kupferelementen, die auf einem chirurgischen Faden aufgereiht sind. Die GyneFix Kupferkette wird über einen Knoten am oberen Ende der Gebärmutter verankert und hängt, ausgehend von diesem Fixpunkt, frei in der Gebärmutterhöhle.

Wie sicher ist die Kupferkette?

Mit einem Pearl-Index von 0,1–0,5 zeichnet sich die Kupferkette durch eine höhere Sicherheit als die Pille aus, da Anwendungsfehler den Verhütungsschutz nicht beeinträchtigen können. Der Pearl-Index gibt die Zahl der Frauen (von 100) an, die trotz der Verwendung eines bestimmten Verhütungsmittels nach einem Jahr schwanger geworden sind. Das heißt: Je niedriger der Pearl-Index, desto höher die Sicherheit der Verhütungsmethode.

Mehr zum Thema Verhütung? Dann schau bei unserer Umfrage zur Anti-Baby-Pille vorbei oder erfahre, was die Augsburger über die Pille für den Mann denken.

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