Augsburg – ein Hidden Champion der Gründerszene

Über den Gründergeist an der Hochschule Augsburg und andere innovative Köpfe.

Augsburg – ein Hidden Champion der Gründerszene

Augsburg ist mittlerweile zum echten Geheimtipp für Gründer geworden. Neben großen Events wie dem Rocketeer Festival ist auch die Nachwuchsförderung ein zentraler Standortfaktor. So gibt es seit 2017 das Augsburg Center of Enterpreneurship (ACE) an der Universität Augsburg und das Projekt „Hörsaal der Löwen“ an der Hochschule Augsburg, das von Martin Plöckl bereits 2014 initiiert wurde.

„Seid ihr selbst. Seid natürlich!“ – Michael Brecht.

„Hörsaal der Löwen“ – klingt nach „Die Höhle der Löwen“, der bekannten VOX-Sendung? Ist es auch, nur eben an der Hochschule. 8 Hochschulteams erarbeiten ein Semester lang ein Konzept und pitchen in einer Abschlussveranstaltung vor erfahrenen Gründern und Investoren. Diesmal als Juroren mit dabei: Michael Brecht (doodle), Michael Faath (conntac), Ray Seibold (boxbote), Gero Gode (alpha-star-aktienfonds), Katharina Kasarinow (notyetvisible), Linda Mayr (planstack) und Georg Achterling (cancom). Mit dem Appell: „Seid ihr selbst. Seid natürlich!“, leitet Michael Brecht in die Pitches ein.

„Keep it short and simple“, kurz „KISS“ und „Kill your darlings“ sind zwei wichtige Gebote für Gründer. Das Gewinnerteam mit der Idee zu „MyAgency“ punktet mit genau dieser Grundhaltung. „Wir sind mit einer ganz anderen Idee gestartet“, erinnern sich die beiden zurück. Das ausführliche Feedback von erfahrenen Mentoren wie Martin Plöckl, Michael Brecht, den Brüdern Gibisch von Little Lunch, der Initiative HSA digit und vielen weiteren hilft den jungen Augsburger Studenten. Sie setzen an den richtigen Stellen an und sind flexibel genug, die ursprüngliche Idee weiterzuentwickeln.

Das Ergebnis lässt sich sehen: MyAgency – eine Plattform, um Models zu buchen. Doch die ersten Einwände der Jury kommen sogleich: Das Mode-Business sei ein in sich geschlossenes System und eine Online-Plattform von Newcomern schwer zu etablieren. Mit einer entspannten Souveränität stehen die jungen Gründer, Tobias Drüeke und Nico Kremer, nach ihrem Pitch Rede und Antwort und argumentieren mit einer Gelassenheit wie die Profis.

Eine deutliche Qualitätssteigerung zu den Jahren zuvor

Auch die Mitstreiter kommen gut an. Hier und dort gibt es konstruktive Kritik. Doch in einem Punkt sind sich alle Juroren einig: Es ist eine deutliche Qualitäts- und Motivationssteigerung zu den Jahren zuvor zu erkennen. „Ich hatte bei vielen Teams das Gefühl, dass sie richtig Bock haben. Sie wollen das auch wirklich durchziehen“, sagt Ray Seibold. Er selbst ist einer der innovativsten Augsburger Köpfe, erfolgreicher Gründer von boxbote und steckt mit seinen Visionen an.

Was würdest Du tun, wenn Geld keine Rolle spielen würde?

Auch der Initiator, Martin Plöckl, hat’s in sich. Er wird häufig als der „Gründer im Ruhestand“ bezeichnet. 2003 fährt er ein gewaltiges Exit mit seinem Affiliate Marketing Unternehmen vitrado ein und konnte sich seitdem mit der für „Normalsterbliche“ utopischen Frage beschäftigen: Was würdest Du tun, wenn Geld keine Rolle spielen würde? Martins klare Antwort: „Leben“. Einfach leben und sein Bestes tun, um mit den persönlichen Befähigungen der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Er habe auch bei der Tafel gearbeitet, doch so richtig wohl fühle er sich nur in seiner Rolle als Mentor.

Ein besonderes Hobby hat Martin Plöckl allerdings: „Menschen sammeln“. Er liebt es, charismatischen Menschen zu begegnen und sich auszutauschen. „Alle Menschen sind Vorbilder für mich“, sagt er. Und von denen gibt es immer mehr in Augsburg. Sei es Ray, der Geist der Augsburger Gründerszene, Michael Brecht, die Gründer-Ko­ry­phäe schlechthin, oder auch Nachwuchstalente wie Stefan Nottensteiner, der in seiner Wesensart förmlich nach Gründerspirit schreit.

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