Augsburger Studenten bauen Zeitmaschine im Botanischen Garten

Wer hätte gedacht, dass die erste Zeitmaschine der Welt von Studierenden der Hochschule gebaut werden würde?

Augsburger Studenten bauen Zeitmaschine im Botanischen Garten

Zeitmaschinen sind ein Thema, dass bisher in unzähligen Filmen behandelt wurde, von dem wir aber dennoch nicht genug bekommen können. Auch, wenn die elektronischen Erfindungen der letzten Jahre alle kühnsten Vorstellungen unserer Vorfahren übertreffen, konnte die zeitliche Dimension von Menschen nicht bezwungen werden – bis jetzt!

Studierende des Studiengangs Interaktive Medien haben etwas geschafft, woran Quantenphysiker, Theoretiker und Philosophen bisher gescheitert sind: Sie haben eine Zeitmaschine gebaut. Die Lösung ist auf den ersten Blick eher simpel: mit Fahrradbauteilen, einer Tonmischstation und ein wenig Phantasie transportieren sie uns ruckzuck in eine andere raum-zeitliche Dimension.

Die acht StudentInnen und stolzen Eltern der Zeitmaschine, Annika Butz, Sara D´Antino, Sascha Ebeling, Julian Falkner, Johannes Gräf, Anna-Lena Schlamp, Richard Trembecki und Nina Weber haben von der Entstehungsphase und der Umsetzung der Idee erzählt. Sie wirken entspannt, sind zufrieden mit der Fertigstellung der gemeinsamen Arbeit.

Wie kamt ihr auf die Idee eine “Zeitmaschine” zu bauen?

Das Thema „Zeitmaschine” war die Vorgabe des Dozenten. Für uns war es schön, ein Thema zu haben, das so viele Freiheiten und Interpretationsmöglichkeiten bietet. Wir konnten selbst entscheiden, was wir daraus machen wollen. Die Synthesizer standen uns von Anfang an zur Verfügung, da sie Eigentum der Hochschule sind.

Warum Fahrrad-Teile und Musik miteinander kombinieren?

Da das Thema Zeit im Gesamtzusammenhang sehr wichtig war, wollten wir ein Konstrukt bauen, das regelmäßige und unregelmäßige Wiederholungen über einen gewissen Zeitraum abbildet. Wir wussten, dass wir mit Musik arbeiten würden, weil wir die Synthesizer mit einbinden sollten. Auf die Fahrradbauteile sind wir dann relativ schnell gekommen, weil Räder die Möglichkeit haben, sich in einem gleichförmigen Rhythmus zu bewegen. So können im Zusammenspiel mit dem Synthesizer regelmäßige Takte und Beats erzeugt werden.

Was waren Schwierigkeiten, mit denen ihr zu kämpfen hattet?

Schwierig war es für uns, die richtigen Bauteile zu finden, um den gewollten Beat produzieren zu können. Das heißt, die Räder mussten eine bestimmte Größe haben und die Zahnrad-Ritzel mussten miteinander kompatibel sein. Daher war es gar nicht so einfach, das Konstrukt zusammen zu bauen. Wir haben zuerst ein kleines Model gebaut, bevor wir uns an das finale Objekt gewagt haben.

Welches Expertenwissen war notwendig, um die Konstruktion zu bauen?

Einer von uns hat vor dem Studium eine Ausbildung zum Schweißer gemacht und ein anderer produziert im Privaten Musik. Beides war für den Bau der Zeitmaschine und für das Verständnis der Synthesizer sehr wichtig. Unser Prof hat uns außerdem auch einen Synthesizer-Workshop angeboten, der sehr viel gebracht hat. Wir alle haben in der Bauphase auf verschiedenen Gebieten sehr viel dazugelernt.

Hat das Kunstwerk bewirkt, dass ihr euch mit dem Thema Zeit auseinandersetzt?

Das Thema Zeit ist ja sehr umfassend, daher haben wir uns in verschiedenen Zusammenhängen damit auseinander gesetzt. Bei der Beschaffung der Fahrradteile ging es zum Beispiel viel darum, welche Lebensdauer diese haben. Uns war es wichtig, ein umweltfreundliches Kunstwerk zu erschaffen. Deshalb haben wir nur Second-Hand-Teile verwendet und die Räder über Ebay und Freunde zusammen gesammelt.

Welche Aspekte der Themen Chaos und Ordnung möchtet ihr hervorheben?

Das Kunstwerk lebt von dem Gegensatz der Beiden. Die Musik beginnt geordnet und wird, je mehr Räder verwendet werden, immer chaotischer. Ordnung kann wieder zurück gebracht werden, indem einzelne Ton- und Bewegungs-Elemente wieder gestoppt und zum Stillstand gebracht werden. Die Kabelverbindungen sind zwar am Anfang auf geplante Weise eingesteckt, aber das Ergebnis kann trotzdem ganz anders werden als vorgesehen.

Welche Stimmung soll das Kunstwerk hervorrufen?

Nach außen hin soll es vorrangig neugierig machen. Die Menschen sollen im Moment aufgehen und sich auf das Ton- und Bewegungsspiel einlassen. Häufig entstehen Melodien und Tonkombinationen, die das Ohr sonst nicht gewohnt ist und das kann durchaus eine interessante, neue Erfahrung für viele sein.

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