Historisches Bürgerfest – was wird aus der Zeitreise ins Mittelalter?

Ritterturniere, Bier aus Tonkrügen und historische Bogenschützen. Jahrelang werden wir Augsburger an der Roten-Torwall-Anlage in eine andere Zeit versetzt. Damit ist nun erstmal Schluss. Wieso ist das so?

Historisches Bürgerfest – was wird aus der Zeitreise ins Mittelalter?

Spätestens mit der Ausstrahlung von „Game of Thrones“ sind wir wieder ein bisschen in den Bann des Mittelalters gezogen worden, oder? Ja, die Experten sagen jetzt: Es ist nicht geklärt, in welcher Zeit die Serie spielt. Die Parallelen zu dieser Epoche unserer Geschichte sind jedoch unbestreitbar.

Faszination Mittelalter

Eine gewisse Faszination übt die Zeit schon immer auf uns aus, wenn auch nur in der romantisierten Version – kaum einer von uns würde heutzutage auf Strom und fließend Wasser verzichten. Aber, könnte man eine Zeitreise unternehmen, um nur für einen kurzen Moment mittelalterliche Luft zu schnuppern, wäre das perfekt.

Was dieser Zeitreise schon sehr nahe kommt, sind historische Feste. Ritterturnier, Feuershow, historische Musik, die Demonstration altertümlicher Handwerkstechniken, Bier aus Tonkrügen, überall Holzfässer und Felle, Grillgut auf gigantischen Feuerstellen. Lässt Du dich auf so ein Event ein, kannst du für einige Stunden und Tage in eine andere Welt eintauchen. Auch in Augsburg gibt es seit langer Zeit regelmäßig solche Feste.

Mit den historischen Festen ist in Augsburg vorerst Schluss.

Die beiden Vereine „Interessensgemeinschaft Historisches Augsburg e.V.“ und „Stadtmauerverein“ versetzen uns mit ihren Veranstaltungen am Wertachbrucker Tor und in der Roten-Torwall-Anlage in die Zeit um 1500 zurück. Doch damit ist vorerst Schluss. Schon im letzten Jahr gibt es keine historischen Feste und auch dieses Jahr bleiben die Veranstaltungen aus. Ob und wann es weitergeht, ist nicht klar.

Die Gründe sind vielfältig. Schlechtes Wetter und die Konkurrenzveranstaltung im angrenzenden Friedberg sorgen die letzten Male für große Einbußen. Das Ergebnis sind enorme Probleme bei der Finanzierung. Hinzu kommen stark erhöhte Sicherheitsmaßnahmen, die für die Organisatoren kaum realisierbar sind. Zusätzlich machen Streitereien zwischen den beiden Vereinen in der Vergangenheit die Kommunikation schwer.

Deshalb ist die Ausrichtung der historischen Feste vorerst auf Eis gelegt. Die Gespräche über die Zukunft der Veranstaltung laufen trotzdem weiter. Fragen, die im Raum stehen sind: Wer übernimmt die Finanzierung und die Organisation? Sollte das Ganze an einen Fest-Rhytmus von Jubiläen geknüpft werden oder nur alle paar Jahre stattfinden? Wie kann eine höhere Planungssicherheit geschaffen werden?

Ob es in den nächsten Jahren wieder ein Lagerleben und historische Schwertkämpfe gibt, hängt also von vielen Faktoren ab. Für die Historien-Liebhaber wäre das Ende jedoch sicherlich eine traurige Sache.

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