Epilepsie: Wenn im Gehirn Blitze einschlagen

Sie schnurren, kuscheln und miauen: Katzen haben bestimmt viele von euch in ihr Herz geschlossen. Doch auch sie können erkranken – wie meine 13-jährige Katze, die Epilepsie hat. Wie wir beide mittlerweile damit zurechtkommen, erzähle ich euch jetzt.

Epilepsie: Wenn im Gehirn Blitze einschlagen

Ob Hund, Fische oder Katzen – Haustiere lassen viele Herzen höherschlagen. Wenn sie krank werden, brauchen sie viel Liebe und unsere Aufmerksamkeit. Das ist etwas, das mir nun besonders klar geworden ist.

„Ihre Katze hat Epilepsie“ - eine Diagnose, die mein ganzes Leben auf den Kopf stellte. Die Krankheit äußert sich in epileptischen Anfällen: Im Gehirn der betroffenen Katze entladen sich völlig unkontrolliert viele Nervenzellen gleichzeitig. Wortwörtlich löst sich ein Blitz in dem kleinen Köpfchen. Von all dem bekommt ihr aber erst mit, wenn es zu spät ist – die Katze zuckt erschrocken auf und der Anfall beginnt.

Was ist nur los?

Katzen sind besonders nachtaktiv – so auch meine 13-jährige Serafina. Darum dachte ich mir am Anfang nichts böses, als ich mitten in der Nacht von Geräuschen geweckt wurde. Doch dieses Mal klangen sie sehr seltsam. Nachdem ich das Licht angemacht habe, sah ich sie wild zuckend auf dem Boden liegend. Das war ihr erster Anfall. Sofort war ich bei ihr. Ihre Augen ganz milchig und weit aufgerissen, ihr Körper wild zuckend. Ich hatte nur einen Gedanken: Sie wird in meinen Armen heute Nacht sterben. Das war zum Glück nicht der Fall. Sie erholte sich etwas. Noch nie in meinem ganzen Leben war ich so erleichtert gewesen. Am nächsten Tag besuchten wir sofort unseren Tierarzt.

Seitdem gehörten die epileptischen Anfälle fast schon zum Alltag: Schläft Serafina beispielsweise vorher ruhig auf dem Bett, liegt wenige Sekunden später plötzlich auf dem Boden. Sie beginnt wild zu zucken.

Wenn man nicht viel tun kann, außer zuschauen

Meine Katze tritt wild mit ihren Pfoten, schäumende Spucke läuft ihr aus dem Maul und sie lässt den Urin laufen. Ihr Rücken ist unnormal durchgestreckt und ihre Augen sind weit aufgerissen und milchig. Das einzig richtige, das ihr in diesem Moment machen könnt, ist zum Handy zu greifen. Paradox, ich weiß. Wenn ihr aber den Anfall aufnehmt, kann der/die TierärztIn euch später besser helfen. Beginnt die Katze wild zu zucken, befindet sie sich mitten in einem Anfall. Ihr könnt dann nicht viel für sie tun – immerhin kann man die Anfälle nicht aufhalten. Ihr könnt lediglich dafür sorgen, dass sie sich selbst nicht verletzt, doch Achtung: Euer Liebling hat sich gerade nicht unter Kontrolle – passt deshalb auch gut auf euch selbst auf.

Was sind die Auslöser?

Prinzipiell kann alles ein Auslöser für einen epileptischen Anfall sein: Stress, Schlafmangel, visuelle Belastungen, emotionale Aufregungen oder auch Geräusche. Bei Tieren kann man das aber leider nicht mit Sicherheit feststellen – immerhin sprechen sie mit uns nicht. Bei Serafina sind es raschelnde Geräusche wie zum Beispiel das Öffnen eines Müsliriegels.

Die Ursache für die Epilepsie kann ebenso ganz unterschiedlich sein: Sie kann angeboren sein, aber auch Tumore, Entzündungen und Verletzungen können dazu führen. Serafina war bei ihrem ersten Anfall schwer krank. Sie hatte hohe Entzündungswerte. Wahrscheinlich kommen die Anfälle daher, mit Sicherheit kann man das aber nicht sagen.

Licht am Ende des Tunnels?

An sich kann man Epilepsie nicht heilen. Man kann lediglich die Abstände zwischen den Anfällen vergrößern. Anfänglich bekam meine Katze wöchentlich einen Anfall – eine schlimme Zeit für uns. Auf Rat unserer Tierärztin versuchten wir es mit Homöopathie. Und siehe da: Die Abstände vergrößerten sich. Allerdings nicht genug, deshalb bekommt sie jetzt ein Antiepileptikum. Das wichtige hier: Sie muss zwei Mal am Tag, immer zur gleichen Uhrzeit, ihre Tabletten bekommen. Auch ihr Blut muss regelmäßig auf Organschäden kontrolliert werden. Seitdem hatte sie keinen epileptischen Anfall mehr – das bleibt hoffentlich auch so.

Jetzt heißt es für uns: Viel kuscheln, viel Liebe und viel Spazieren gehen. Nach draußen geht Serafina geht nicht mehr gerne allein. Seit den Anfällen ist ihr die Umgebung total fremd. Darum erkunden wir immer wieder zusammen unseren Garten.

Hat eure Katze Symptome? Dann geht mit ihr sofort zu einer Tierärztin oder einem Tierarzt. Sie können euch beraten und weitere Untersuchungen durchführen.

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