Ein Liebesbrief in den Trollkeller - oder: Hallo Hater!

Hass im Netz ist ein Gesellschaftsproblem, mit dem auch viele Journalisten zu kämpfen haben. Auch wir haben schon unsere Erfahrungen machen „dürfen“.

Ein Liebesbrief in den Trollkeller - oder: Hallo Hater!

Liebe Hater, Trolle und sonstige Kommentarspaltenbeschmutzer,

wie ihr vielleicht mitbekommen habt (sofern ihr Fenster, einen Kalender oder ein aktives Sozialleben besitzt), hat die Adventszeit begonnen - die Zeit der Besinnlichkeit, des Innehaltens und der Danksagung. Das Jahr neigt sich dem Ende zu und damit auch fast genau ein Jahr, seitdem unser kleines Online-Portal das Licht der (Netz-)Welt erblicken durfte. Deshalb wollen wir auch einfach mal Danke sagen. Also packt die Schmusedecke aus, lasst euch von Mama einen heißen Kakao bringen und holt schon mal den Diss-Baukasten mit dem Extravorrat an Mimimi für später raus - jetzt werdet ihr in Grund und Boden gelobt!

Wo sind die Gegnaz?

Zu allererst möchten wir uns dafür bedanken, dass ihr uns so unbeschwert habt starten lassen. Wir zarten Augsburgblümchen hätten wohl niemals so erblühen können, wenn ihr schon von Anfang an euren Hass gesät hättet. Aber jetzt fragen wir uns doch: Wo bleibt ihr denn nun? Schließlich ist ein ungeschriebenes Gesetz des Internets, dass man nur dann wirklich erfolgreich ist, wenn man eine treue Riege an Stammhatern um sich geschart hat. Sind wir zu unwichtig, um beleidigt zu werden? Was haben die anderen, was wir nicht haben? Ist die Größe doch entscheidend? Klar ziehen wir bisher noch den Kürzeren, wenn es heißt „Hose runter, Like-Vergleich“. Aber das kann doch nicht alles sein! Sind unsere Statements noch zu unpolarisierend, zu soft, kurz: zu nachvollziehbar? Fehlen euch die ausladende Polemik, Hardliner-Positionen oder Clickbait-Titel, damit ihr uns endlich sagt, dass unsere Meinung scheiße ist und eure die einzig richtige?

Unsere Meinung = keine Meinung

Wir werden ganz eifersüchtig, wenn wir uns mal anschauen, wie viel Aufmerksamkeit ihr anderen Kollegen und deren Medien widmet. Da werden Redakteure so richtig gezielt und aufs Übelste beleidigt, indem sie auf deren Aussehen reduziert werden. Ein echter Klassiker! Sowas lernt man schließlich schon im Einmaleins des Sandkasten-Mobbers: Mir gefällt nicht, was du sagst, also bist du jetzt fett. Oder hässlich. Oder schlimmer: eine Frau. Im Grunde ist das auch Wurst, so jemand wie wir hat grundsätzlich von nichts eine Ahnung. Vollkommen egal, wie viele Bachelor wir haben oder wie groß unser Allgemeinwissen sein muss, um überhaupt durch Eignungstests eine Chance auf einen Job als Journalist zu haben. In unserem Elfenbeinturm kriegen wir ja auch nix mit!

Was können wir eigentlich?!

Diese Position fernab von allem, was wirklich wichtig ist, sorgt natürlich auch dafür, dass wir Fehler machen und sich Informationen einschleichen, die einfach nicht stimmen können. Zum Glück gibt es euch, die uns zuverlässig darauf hinweisen! Wir haben eine Statistik trotz beigefügter Quelle, in der es genauso steht, (eurer Meinung nach) falsch wiedergegeben? Kein Problem, ihr sagt uns, wie das richtig interpretiert wird! Wir haben uns angemaßt, um halb 6 aufzustehen als früh zu bezeichnen? Ihr lasst vollkommen zurecht die Schande-Glocken läuten, andere stehen jeden Tag schon viel früher auf!!!11einself.

100% pure beef

Ohne euch würden die Kommentarspalten ja sowieso total langweilig sein und von diesen rollenden Heuballen aus Westernfilmen heimgesucht werden. Koexistenzielles Freundemarkieren und Friede-Freude-Eierkuchen? Pustekuchen! Ein Artikel ist doch erst dann gut, wenn es untendrunter ordentlich scheppert! Wenn so viel Beef herrscht, dass den Vegetariern unter uns schon ganz schlecht wird. Ein Battle Royale der Haterszene, wo sture Filterblasen-Meinungen auf Trollprovokation treffen und die Diskussionen mit dauergedrückter Capslock-Taste zur Neverending Story werden. Das eigentliche Thema des Artikels? Äh, puuh. Sorry, zu weit abgedriftet und überhaupt: nur Loser lesen den eigentlichen Artikel.

Moment mal…

… Das heißt ja, dass diejenigen, um die sich dieser Artikel dreht, zu großer Wahrscheinlichkeit alles bisher Gesagte niemals mitbekommen… Gut, dann wollen wir euch, unseren wirklich treuen und friedfertigen Lesern, nur folgenden Ratschlag mitgeben: Don’t feed the trolls - sie reißen schon genug Opfer von selbst.

Und falls sich doch ein paar Hater hierher verirrt haben: Wir sehen uns gleich in den Kommentaren ;)

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