Instagram will Likes verbergen

Instagram testet die Plattform derzeit in unterschiedlichen Ländern mit verborgenen Likes. Was bedeutet das für Nutzer und Seitenbetreiber?

Instagram will Likes verbergen

Ist Instagram kaputt? Das denken sich zurzeit vermutlich einige Nutzer in Australien, Brasilien, Ireland, Italien, Japan und Neuseeland. Denn in diesen Ländern startet das Facebook-Unternehmen einen Test: Instagram ohne Likes. Statt einer Zahl mit der Anzahl der Favorisierungen erscheinen lediglich einige Personen, denen das Bild gefällt. Ist das das Ende von Instagram, wie wir es kennen?

Zunächst wirkt die Veränderung vielleicht seltsam. Eine Plattform, die von Interaktionen und virtuellem Ruhm lebt, möchte eine dafür zentrale Funktion abschaffen? Natürlich hat sich die Facebook-Mutter dabei etwas gedacht. Die Veränderung bieten für Nutzer sowie Seitenbetreiber Vor- und Nachteile.

Instagram schafft sich selbst ab?

Instagram erfreut sich großer Nutzerzahlen. Wie selbstverständlich klickt sich die digitale Generation jeden Tag durch die vielen spannenden Impressionen. Fleißig werden Bilder geteilt, je mehr Herzchen unten rechts aufploppen, desto größer das Glücksgefühl. Genau dieser psychologische Kniff ist es vermutlich, der die Plattform so erfolgreich macht. Besteht also die Gefahr, dass Instagram mit dieser Neuerung einen wichtigen Erfolgsfaktor beseitigt?

Hoffnung für positive Veränderung?

Die Jagd nach immer mehr Likes und Reaktionen hat allerdings auch eine Kehrseite. Mit Hilfe von Bots und gekauften Favorisierungen werden die zahlen künstlich in die Höhe gefälscht. Welcher Inhalt ist also wirklich beliebt? Diese Frage ist nur noch schwer zu beantworten. Der neue Ansatz ermöglicht es, dass die Meinungen anderer Nutzer kaum noch Gewicht besitzen. Völlig losgelöst von den trügerischen Zahlen ist es Dir so möglich ein Bild an sich zu betrachten, ohne beeinflusst zu werden. Dadurch könnte sich die Nutzung deutlich zum positiven wandeln. Nutzer selbst können übrigens weiterhin sehen, wer mit den eigenen Inhalten interagiert hat. So lässt sich der Content weiterhin bezüglich unterschiedlicher Erfolgsfaktoren messen.

Die Meinung einer Influencerin

Wir haben flipper_theodora, bekannt als erste Augsburger Shopping Queen und erfolgreiche Influencerin auf Instagram, gefragt. Auch sie erkennt Vor- und Nachteile in der möglichen Änderung. Problematisch sieht sie die Tatsache, dass zukünftig Auftraggeber den Erfolg einer Kampagne nicht mehr eigenständig durch die Zahl der Likes bewerten können. Gleichzeitig verringert sich aber auch der Druck für sie als Influencerin, was den Arbeitsalltag deutlich erleichtern würde und den Fokus stärker auf den Content lenkt. Die Influencer mit hochwertigem Content werden sich so auf lange Sicht durchsetzen. Auch der Druck auf Heranwachsende, die sich mit großen Influencern vergleichen, sinkt dadurch. Insgesamt stuft sie die Änderung also eher positiv ein.

Es bleibt spannend, ob die Testläufe letztlich global eingeführt werden. Der Authentizität der Plattform würde es definitiv zu Gute kommen.

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