Ex-FCA-Geschäftsführer Markus Krapf im Interview

Markus Krapf war von 2002 bis 2007 Geschäftsführer beim FCA - jetzt ist er Sportdirektor der 11er Fußball.Kultur.Kneipe. Mit uns hat er über seine Karriere, die Rolle des FC Augsburg in der Bundesliga und die Bayrischen Triple-Träume gesprochen.

Ex-FCA-Geschäftsführer Markus Krapf im Interview

Hey Markus! Wie bist Du damals FCA-Geschäftsführer geworden? „Das war in einer Zeit, in der der FCA völlig am Boden war.Da habe ich gemeinsam mit Freunden entschieden, jetzt gehen wir zu unserem Verein und helfen mit. Wir haben angefangen als Stadionkuriere, haben die FC-Allstars Band gegründet und auf Festivals gespielt. Und dann hat mich der damalige FCA-Präsident gefragt, ob ich Geschäftsführer werden will.“

Was waren deine Aufgaben als Geschäftsführer? „Alles! Wir hatten damals quasi nur anderthalb Mitarbeiter in der Geschäftsstelle, aber schon einen Etat zwischen fünf und sieben Millionen Euro. Wir waren zuständig für Spielerverträge, Wohnungssuche, Jugendspieler, Ticketing - eben für alles Organisatorische.“

Was bedeutet dir der Fußball? „Fußball nimmt eine Hauptrolle in meinem Leben ein - jetzt auch als Leiter einer Sportbar. Manchmal macht mich das Grün auf dem Fußballrasen dann doch ein bisschen aggressiv, da tut die Sommerpause nach der WM ganz gut!“ (Schmunzelt)

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Und verfolgst Du die FCA-Spiele auch heute als Kneipenbesitzer noch? „Ich habe eine Dauerkarte für den FCA und sogar eine VIP-Karte und schaue mir alle Heimspiele an und so viele Auswärtsspiele, wie möglich.“

Wie ist die Stimmung in der WWK-Arena? „Die Stimmung in der WWK Arena ist leider nur so mittel. Die Leute sollten etwas zufriedener sein. Und man sollte sich, seine Stadt und seinen Verein feiern so lange es geht.“

Was glaubst Du: Wo steht der FCA am Ende der Saison? „Der FCA ist am Ende ganz klar auf dem 11. Platz. Wir sind hier schließlich in der 11er Fußball.Kultur.Kneipe!“

Was hältst Du von Trainer Manuel Baum? „Immer wenn er ein paar Niederlagen nacheinander coachen musste und man dachte, er ist mit seinem Latein am Ende, hat er immer wieder etwas neues aus seinem Hut gezaubert. Er ist taktisch super und die Spieler glauben ihm, was er sagt.“

Und hat dich ein Spieler besonders überrascht? „Die jungen Spieler, die nachgekommen sind, sind ganz toll. Kevin Danso zum Beispiel, der hat, wenn er gespielt hat, seine Leistung abrufen können! Blöd gelaufen ist der Verkauf von Erik Thommy nach Stuttgart, der hätte Dreh- und Angelpunkt unseres Spiels werden können. Insgesamt war die Mannschaft aber viel besser, als ich dachte.“

Siehst Du den FCA langfristig auf Europa League Plätzen? „Bei Städten wie Augsburg, Mainz und Freiburg ist immer mal eine Topsaison dabei. Um auf Dauer oben mitpsielen zu können, braucht man entsprechende finanzielle Mittel. Deshalb gilt: Oberstes Ziel sollte für den FCA immer Klassenerhalt sein.“

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Und auch diese Saison thronen ganz oben mal wieder die Bayern. Ist die Bundesliga noch spannend? „Die Bundesliga ist spannend ab Platz 2. Wir haben hier in der 11er Fußball.Kultur.Kneipe Schlachten mit unseren Fangruppierungen geschlagen. Dortmund, Bayern, Gladbach, Stuttgart - da war früher einiges auf Augenhöhe in der Bundesliga. Das ist heute immer noch so, allerdings geht es eben nicht mehr um die Meisterschaft, sondern um Platz 2 und um die unteren Plätze: Wer steigt ab?“

Die Bayern haben Trainerlegende Heynckes reaktiviert, der jetzt tatsächlich wieder das Triple mit den Bayern gewinnen kann. Was sagst du zu Jupp? „Ich finde es geil, dass das Trainerteam mit Heynckes, Gerland und Hermann 200 Jahre alt ist. Ich glaube, der FC Bayern gewinnt mit dem Jupp-Effekt dieses Jahr wieder das Triple! Heynckes ist im Alter auch noch ein Stück gelassener geworden.“

Jetzt kannst Du es verraten: Hast du einen Zweit-Lieblingsclub? „Mein 11-jähriger Sohn ist komischerweise seit dem ersten Tag an Sandhausen Fan. Das kann kein Mensch erklären! Deshalb schaue ich immer ein bisschen verliebte auf das, was die Sandhäuser machen. Aber der FCA steht ganz klar an erster Stelle.“

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