Ein düsterer Teil Augsburger Geschichte: Die Halle 116

Die sogenannte Halle 116 ist ein Ort, mit einer düsteren Geschichte. Bis 1945 diente sie als Außenlager für das KZ Dachau. Jetzt soll eine Ausstellung hineinkommen.

Ein düsterer Teil Augsburger Geschichte: Die Halle 116

Vielleicht kennt ihr das große langgezogene ockerfarbene Gebäude, direkt am Sheridan-Park in Pfersee und habt euch schon gefragt, was es damit auf sich hat.

Die Geschichte der Halle 116

Die Halle 116 gehört der ehemaligen Sheridan-Kaserne an und wurde um 1936 als Fahrzeughalle zugehörig zur Luftnachrichtenkaserne gebaut. In den letzten beiden Kriegsjahren 1944 und 1945 wurde sie als Konzentrationslager für etwa 2.000 Häftlinge umfunktioniert. Das Lager war eine Außenstelle des KZs Dachau und wurde im Zuge der neuen Nutzung vom übrigen Kasernengelände durch Stacheldraht abgetrennt.

Die Häftlinge mussten unter grausamsten Bedingungen leben und arbeiten. Als im April 1945 die US-Truppen vorrückten, löste sich das Lager auf und die Häftlinge mussten auf einen Fußmarsch gen Süden. Diejenigen, die den mehrtägigen Fußmarsch überlebten, wurden schließlich in der Nähe Schwabmünchens von den US-Truppen befreit.

Nach Ende des Kriegs nutzten die Amerikaner die Hallo 116 unter anderem als Garage, Werkstatt und Bibliothek. Seit 1998 ist die Halle verlassen und soll als Lern- und Erinnerungsort erhalten bleiben.

Eröffnung der Ausstellung in der Halle 116

Im Juli dieses Jahres soll nun die erste Ausstellung in der Halle 116 eröffnen, kündigte nun die Stadt Augsburg an. „Am Gebäude und dessen Nutzung spiegeln sich in einzigartiger Weise wesentliche Phasen der Geschichte des 20. Jahrhunderts zwischen Totalitarismus und Demokratisierung wider“, heißt es in der Beschlussvorlage zur Etablierung des Lernorts in der Halle 116.

Der Plan ist es, die Themen Machtübernahme, Nationalsozialismus, Rüstungsindustrie, KZ- und Zwangsarbeit sowie die Entnazifizierung und Demokratisierung zu behandeln. Auch der Einfluss der amerikanischen Besatzungsmacht in Augsburg soll behandelt werden. Gerade weil Augsburg über kein Stadtmuseum verfüge, biete sich die Halle 116 gut an, um diesen Teil der Stadtgeschichte langfristig abzubilden.

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