Hoffnung in Zeiten der Pandemie: Die Augsburger Good News 2020

2020 war ein hartes Jahr für uns alle, in dem hauptsächlich die Negativschlagzeilen im Blickfeld waren. Es gab jedoch auch durchaus Positives zu berichten, auch in Augsburg.

Hoffnung in Zeiten der Pandemie: Die Augsburger Good News 2020

Das Jahr 2020 wird für viele Menschen als das „verlorene Jahr“ in die Geschichte eingehen. Das Leben wurde auf ein Minimum beschränkt und all das, was uns Spaß gemacht hat, gecancelt oder verboten. Zudem schien es, als gäbe es ständig nur neue negative Schlagzeilen. Wer aber genau hingeschaut hat, der konnte auch vereinzelt Hoffnung finden – ja, es gab auch Good News! Und eine Auswahl stellen wir euch hier vor:

Erstes Inklusionshotel öffnet seine Pforten

Lange hat es gedauert, am 1. November war es endlich soweit: Das erste Inklusionshotel eröffnete in Kriegshaber und der Traum des Vereins „einsmehr e.V.“ ging in Erfüllung. Das auf Nachhaltigkeit bedachte Hotel ist heute ein Arbeitsplatz für Menschen mit und ohne geistige Beeinträchtigung. Damit geht Augsburg, das sich schon mit einigen anderen Projekten für Inklusion einsetzt, einen großen Schritt weiter in die richtige Richtung.

Augsburg wird politisch aktiver

Corona war nicht das einzige wichtige Thema in diesem Jahr. Auf keinen Fall vergessen werden darf das weltweite Black Lives Matter-Movement, das auch in Augsburg viele Unterstützer gefunden und zum Nachdenken gebracht hat. Angestoßen vom tragischen Tod des Afroamerikaners George Floyd entstanden in unserer Stadt gleich zwei wichtige Gruppen, die sich seitdem gegen Rassismus einsetzen: Die Black Community Foundation (BCF) und OpenAfroAux. Mit viel Engagement wollen sie dafür sorgen, dass mehr Aufklärung bezüglich Rassismus betrieben wird, mehr Aktionen entstehen, die zur Gleichstellung und Integration schwarzer Menschen beitragen und einen Raum schaffen, in dem People of Color sie selbst sein und zusammenkommen können.

Ein weiteres Beispiel ist die Instagram-Seite „catcallsofaugsburg“, die auf den alltäglichen Sexismus in Form von sogenannten „Cat Calls“ aufmerksam machen will. Dabei schreiben die Aktivistinnen mit Kreide auf die Straße, was einem Mädchen an genau diesem Ort widerfahren ist. Eine Aktion, die an sich schon erfolgreich für Aufmerksamkeit sorgt, aber durch den Feuerwehreinsatz am 7. Dezember noch deutlich mehr in das Blickfeld der Augsburger:innen geraten ist.

Augsburg beginnt seine Kolonialgeschichte aufzuarbeiten

Jahrelang hat der ehemalige Name des Steigenberger Hotels „Drei Mohren“ in der Maxstraße für große Diskussionen gesorgt. Eine alte Legende von drei Mönchen, die im 15. Jahrhundert in der damaligen Herberge Zuflucht gefunden haben, soll der Ursprung für den kontroversen Namen gewesen sein. 2020 hat das Hotel auf die Rassismus-Vorwürfe reagiert und präsentiert sich seit Anfang November nun offiziell mit dem Titel „Maximilian’s“ in Anlehnung an den für Augsburg wichtigen Kaiser Maximilian I.

Im Zuge der Diskussionen wurde auch gefordert, dass sich die Stadt mehr dafür einsetzen solle, sich mit ihrer Kolonialgeschichte auseinanderzusetzen. Denn die glorifizierte Vergangenheit der Fugger und Welser hat auch mit Ausbeutung von Menschen anderer Kontinente und Sklavenhandel zu tun. Damit diese Vergangenheit angemessen aufgearbeitet und nicht mehr vertuscht wird, haben im Sommer diesen Jahres die Regierungsparteien CSU und Grüne einen entsprechenden Antrag an Oberbürgermeisterin Eva Weber gestellt.

Klimacamp hält durch

Seit dem 1. Juli gibt es das kleine Camp zwischen Rathaus und Perlachturm schon, das sich ganz der Aufklärung zum Klimawandel verschrieben hat – einem Thema, dass laut den Aktivist:innen viel zu sehr durch die Pandemie untergegangen ist. Aus diesem Grund haben sich in diesem Zeitraum 20 bis 40 engagierte junge Leute eingefunden, um den Umweltschutz wieder zurück in den Diskurs zu bringen. Außerdem soll das Camp ein Ort sein, um mit Passanten ins Gespräch zu kommen, Standpunkte und Wissen auszutauschen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Auch wenn es im Sommer Probleme gab und eine Räumung drohte, wurde das Camp kürzlich vom Verwaltungsgericht Augsburg zur Versammlung erklärt und darf somit auf unbestimmte Zeit bestehen bleiben und sich weiterhin für eine grünere Zukunft einsetzen.

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