Verleihung der Golden Globes 2023 – ein Wechselbad der Gefühle

Gleich zu Beginn des Jahres stand für die Schauspielbranche das erste Großereignis an: Am Dienstag, den 10. Januar 2023, wurden die Golden Globes Awards in Beverly Hills, Kalifornien, vergeben.

Verleihung der Golden Globes 2023 – ein Wechselbad der Gefühle

In 27 Kategorien hat die „Hollywood Foreign Press Association“ (HFPA) auch im Jahr 2023 wieder Filme, Serien, Schauspieler:innen, Regisseur:innen sowie zahlreiche an Film- und Serienproduktionen Beteiligte ausgezeichnet. Wer sich dabei besonders freuen durfte und mit welchen Vorwürfen die Veranstalter:innen zu kämpfen hatten, erfahrt ihr hier.

Comeback nach heftiger Kritik

Eröffnet wurde die Show von Moderator und Comedian Jerrod Carmichael, der zugleich harte Kritik äußerte. „Ich werde euch sagen, warum ich hier bin. Ich bin hier, weil ich schwarz bin", so der Comedian. „Ich werde nicht sagen, dass sie eine rassistische Organisation waren. Aber sie hatten kein einziges schwarzes Mitglied, bis George Floyd starb. Also macht mit dieser Information, was ihr wollt." Bereits im vergangenen Jahr hatten viele Schauspieler:innen die Veranstaltung wegen fehlender Diversität sowie Sexismusvorwürfen boykottiert. Die Organisatoren versprachen daraufhin Reformen. Laut Tagesschau sei der Pool von Globe-Juror:innen nun größer und vielfältiger geworden. Unter den inzwischen 96 Mitgliedern wären inzwischen sechs People of Colour, abstimmen dürften zudem 103 Nicht-Mitglieder.

Die folgende Preisverleihung

Doppelte Freude

Stephen Spielberg gewann am Abend gleich zwei wichtige Trophäen: Sein Drama „The Fabelmans" erhielt zum einen den Golden Globe in der Kategorie „Bester Film“ und setzte sich damit gegen James Camerons „Avatar: The Way of Water", „Elvis", „Tár" sowie „Top Gun: Maverick" durch. Zum anderen konnte sich der 76-jährige Amerikaner auch über den Regie-Globe freuen, den er ebenfalls für den autobiografischen Film über seine Kindheit und Jugend erhielt.

Edward Berger geht leer aus

Die deutschen Hoffnungen auf einen Preis erfüllten sich in diesem Jahr nicht: Die Netflix-Produktion „Im Westen nichts Neues" von Regisseur Edward Berger war in der Sparte „Bester nicht-englischsprachiger Film" nominiert, hatte jedoch gegenüber dem argentinischen Thriller „Argentina, 1985" das Nachsehen. Noch gibt es allerdings Hoffnungen auf einen großen Preis, denn „Im Westen nichts Neues" ist auch Deutschlands Oscar-Kandidat für den März.

Blanchett und Butler geehrt

Den Golden Globe „Beste Hauptdarstellerin in einem Drama“ räumte die US-australisch-amerikanische Schauspielerin Cate Blanchett ab. In „Tar“ spielte sie eine fiktive Dirigentin der Berliner Philharmoniker, deren Welt im Laufe des Filmes jedoch immer mehr aus den Fugen gerät.

Bei den Männern gewann unterdessen Austin Butler den Globe als bester „Drama-Hauptdarsteller“ für seine Hauptrolle im Film „Elvis“. Dies ist eine Filmbiografie über den bekannten US-amerikanischen Musiker unter der Regie von Baz Luhrmann.

Videobotschaft aus der Ukraine

Ein bewegender Moment bei der diesjährigen Golden-Globes-Verleihung in Beverly Hills entstand, als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft das Wort an die Gäste richtete und sich für die Solidarität bedankte. Die Golden Globes seien erstmals 1943 verliehen worden, als der Zweite Weltkrieg noch nicht vorüber war, so Selenskyj: „Jetzt haben wir 2023, und der Krieg in der Ukraine ist noch nicht vorüber. Aber es ist bereits klar, wer gewinnen wird." Die Ukraine, so der Präsident, werde die russische Aggression stoppen.

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