Greenwashing, Trends & Co. – Im Gespräch mit Simone Kunz von glore

Wie schafft man am besten den Absprung von Fast Fashion zu Fair Fashion? Wir haben uns mit Simone Kunz, Inhaberin von glore in Augsburg, darüber unterhalten.

Greenwashing, Trends & Co. – Im Gespräch mit Simone Kunz von glore

Schon im September 2016 hat der sechste glore-Laden eröffnet - und das in Augsburg. Ganz nach ihrem Motto „Be green in any colour you like“ gibt es bei glore zum einen ausschließlich faire und ökologisch erzeugte Produkte. Von Mode über Schuhe, Outdoor, Yoga Accessoires, Unterwäsche Schmuck bis hin zu Kosmetik findet man alles, was das Herz begehrt (Übrigens auch im Onlineshop). Alle ihre Produkte sind vom Anbau der Rohstoffe über die Konfektionierung bis hin zum Verkauf im Laden unter fairen Bedingungen hergestellt. Zum anderen bietet glore auch ökologisch zertifizierte Ware.

„Meiner Meinung nach ist es nicht sinnvoll ein Bio T-Shirt zu kaufen, dass dann möglicherweise unter schlimmen Bedingungen von einem Kind genäht wurde. Deswegen achtet glore immer auf die Ökologie UND die sozialen Standorts bei der Produktion“, so Inhaberin Simone Kunz.

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Für viele Augsburger ist der Umstieg auf nachhaltige Mode aber nicht ganz leicht. Einige klagen über teure Preise oder darüber, dass faire Mode nicht „modisch“ genug sei. Dabei findet Simone, dass genau das bis zu einem bestimmten Grad ein Vorurteil ist.

„Wir bei glore achten darauf, dass unsere Mode bio und fair ist, aber natürlich muss sie auch modisch sein. Wir wollen, dass die Leute ihre Kleidung gerne haben. Dass es wirklich Lieblingssachen sind, von denen sie auch lange etwas haben. Weil genau DAS ist nachhaltig!“

Wer also denkt, dass Fair Fashion Labels keine Trends mitgehen, wie der kommerzielle Handel, der liegt falsch! Sie machen das Ganze nur etwas langsamer – daher auch „slow fashion“.

„Wir haben nicht 56 Kollektionen im Jahr wie große Unternehmen, sondern 2 – Sommer und Winter. Unsere Kunden sollen ja schließlich auch in einem Jahr noch Bock auf ihre Teile haben. Uns seinen wir mal ehrlich: Trotz vieler Kollektionen erfinden die großen Unternehmen natürlich auch nicht jede Woche die Hose neu, oder?“

Die Produkte im Laden wählt Simone übrigens selbst aus, denn die 6 glore-Shops sind inhabergeführt. Jeder Laden hat also seine eigene persönliche Note. Und genau das macht glore so wunderschön authentisch.

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Bleibt noch das Thema des Preises. Schafft man es auch mit kleinem Geldbeutel, auf faire Mode umzusteigen? Und wie fängt man am besten an?

„Am wichtigsten ist meiner Meinung nach die Bewusstheit, wie viele Teile ich wirklich brauche“, so Simone. „Brauche ich wirklich 5 Hosen? Oder reicht mir genau die eine, dir mir wirklich Freude bereitet? Dann relativiert sich auch wieder der Preis.“

Eine gute Möglichkeit um in nachhaltige Mode einzusteigen sind auf jeden Fall Second Hand Shops und Flohmärkte. Hier findet ihr eine kleine Auswahl. Wer jedoch Wert auf neue Kleidung legt, der kann einfach mit den Basics starten. Denn die sind auch bei Fair Fashion Shops nicht viel teurer als bei H&M & Co.

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Aber Achtung, wo man einkauft! Denn „Greenwashing“ ist laut Simone Kunz leider immer noch ein großes Thema. Es gibt also immer noch Unternehmen, die nach außen ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zeigen, das jedoch im Hintergrund auf keiner Grundlage basiert. Auf was sollte man also beim Kauf besonders achten?

„Als erstes finde ich total wichtig, dass man kritisch ist! Man muss sich klar machen, dass wirklich jeder sein eigenes Label einfach erfinden kann. Darum sollte man tatsächlich hinterfragen: Was kaufe ich? Wo kaufe ich das? Wem gebe ich mein Geld? Und welches System unterstütze ich dabei? Das hört sich zwar sehr moralisch an, aber das ist glaube ich nur ein kleines Umdenken. Und damit ist dann schon relativ viel getan.“

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Wer also mehr über die Siegel erfahren will, auf die es bei Fair Fashion ankommt, der kann ganz einfach die Website von glore besuchen. Dort sind die wichtigsten Siegel aufgeführt und verlinkt. So kann man direkt auf der jeweiligen Seite nachlesen, wofür jedes einzelne steht und welche Kriterien dafür erfüllt werden müssen.

Wer sich jedoch lieber persönlich beraten lassen möchte, der besucht am besten Simone Kunz in ihrem Laden. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 10 – 19 Uhr und Samstag von 10 – 18 Uhr.

Adresse:

Grottenau 2 86150 Augsburg Fon: +49 (0)821 244 153 15 E-Mail: hello_aug@glore.de

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