Gender Equality: Wo hakt's bei der Gleichberechtigung?

Sind wir irgendwann alle gleichberechtigt? Wo herrscht die größte Benachteiligung von Frauen? Wir haben mit Augsburger Institutionen, die sich für Chancengleichheit einsetzen, gesprochen.

Gender Equality: Wo hakt's bei der Gleichberechtigung?

Kürzlich haben wir Augsburgerinnen auf der Straße gefragt, ob sie sich gegenüber ihren männlichen Mitbürgern benachteiligt fühlen. Ihr habt uns von Ungerechtigkeiten in der Schule und im Job erzählt. Aber auch im Alltag müsst ihr euch teilweise einiges bieten lassen. Das Thema scheint noch lange nicht erledigt zu sein.

Gut, dass es viele Institutionen in Augsburg gibt, die sich dafür einsetzten, dass die Ungleichheiten geringer werden. Zum Beispiel gibt es an der Hochschule, sowie an der Uni Frauenbeauftragte, es gibt Pro Familia und Donum Vitae, die Frauen in verschiedensten Bereichen unterstützen und auch das Arbeitsamt Augsburg hat eine Beauftragte für Chancengleichheit.

Kann die komplette Gleichberechtigung von Mann und Frau in absehbarer Zeit erreicht werden?

Bettina Wagner (Donum Vitae): „Nein. Laut statistischen Analysen des WEF in Genf könnte unsere (deutsche) Gesellschaft bei gleichbleibender Entwicklung im Jahr 2276 eine Gleichberechtigung von Männern und Frauen erreichen.“

Alexandra Coenenberg (Frauenbeauftragte Hochschule Augsburg (HSA)): „Ich interpretiere Gleichberechtigung von Mann und Frau mit Chancengleichheit von Mann und Frau in allen gesellschaftlichen Bereichen. Ich bin sicher, dass unsere Gesellschaft diesen Punkt erreichen kann. Allerdings sind wir noch mindestens zwei Generationen davon entfernt.“

In welchen (gesellschaftlichen) Bereichen sind Frauen noch am wenigsten gleichberechtigt?

Bettina Wagner (Donum Vitae): „Bei Einkommen, Berufswahl, Karrierechancen, mentale Zuständigkeit für Familie und Pflege von Angehörigen, gesellschaftliche und politische Teilhabe.“

„In kaum einem anderen europäischen Land ist die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern, so hoch wie in Deutschland.“ - Alexandra Coenenberg (HSA)

Annette Rosch (Arbeitsagentur / Büro Chancengleichheit): „Beispielsweise die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist immer noch vorrangig ein weibliches Thema. Gerade in der Covid-19-Pandemie ist dies wieder sehr deutlich geworden.“

Alexandra Coenenberg (Frauenbeauftragte HSA): „Der Frauenanteil ist besonders gering in den Bereichen Politik, MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und in der Wissenschaft. Außerdem haben Frauen Nachteile bei der Besteuerung.“

Mädels, diese Angebote sind für euch:

  • Girls' Day und Boys' Day zur Information zu MINT-Studiengängen.

  • Workshops und Trainings zu Gehaltsverhandlung, Finanzanlagen und Rentenansprüche

  • Mentoringprogram „WomenGoTop“ für Studentinnen aus MINT-Studiengängen.

  • Hochschulnahe Kinderbetreuung

  • Berufsorientierungsangebote

  • Stipendien für Wissenschaftlerinnen

  • Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

  • Das KLeVer-Programm „Karriere und Lebensplanung Verbinden“

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