Geocaching - der Erfahrungsbericht einer Anfängerin

Nichts für Muggel und schon gar nicht für Langweiler: Geocaching. Wie es mir dabei ergangen ist, erfahrt ihr hier:

Geocaching - der Erfahrungsbericht einer Anfängerin

Ich hoffe die Augsburger Geocacher sind mir jetzt nicht böse, dass ich Unwissende einweihe, aber ich finde für diese tolle Freizeitaktivität sollte sich auch der Rest von Augsburg begeistern dürfen. Also aufgepasst, wer jetzt weiterliest wird offiziell entmuggelt und darf ab sofort keine kritischen Blicke mehr auf seltsames Such-Verhalten seiner Mitbürger werfen.

Was ist Geocaching überhaupt?

Im Prinzip ist das Suchen nach Caches eine riesengroße Schatzsuche. Weltweit sind kleine Dosen, Hinweise oder Logbücher versteckt. Am ägyptischen Strand oder in den Tiefen Alaskas, die Standorte der Caches sind so vielseitig wie seine Verstecker. Neue Geocaches werden nämlich von erfahreneren Cachern selbst ausgesetzt. Von Anfänger-Caches mit Bilder-Hinweisen bis hin zu lebensgefährlichen Abseilaktionen ist da so einiges in der Geocaching-Community zu finden. Schwierigkeitsstufen, sowie Hilfsmittel kann man vor der Suche abchecken. Kurios, für was man zum Beispiel ein Schlauchboot bei Nacht brauchen könnte. Größe und Geländeschwierigkeit ist zumindest bei meiner App auch immer einsehbar. Gut zu wissen: Nicht jeder Cache auf der Karte, bedeutet, dass sich hier eine Kiste oder irgendetwas Gegenständliches befindet. Sogenannte Multi-Caches beinhalten nämlich nur Hinweise, genau wie bei einer Schnitzeljagd also, die euch am Ende zum eigentlichen Ziel führen. Was der Sinn des Ganzen ist? Wer ein Logbuch gefunden hat, darf hier natürlich seinen Nicknamen eintragen, bei manchen Caches muss man auch einen persönlichen Gegenstand gegen etwas tauschen, was im Cache ist. Außerdem bekommt ein Geocacher für jeden gefundenen Cache Punkte auf sein Konto gutgeschrieben. Hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen, wenn mein mickriger Account gegen den von eingefleischten Geocachern mit 1000den gefundenen Caches weltweit antreten muss. Zusätzlich gilt es auch noch versteckte Travel-Bugs zu finden für die es ein eigenes Ranking gibt. Klingt alles ganz schön komplex? Keine Angst, mit ein bisschen gutem Willen schafft man es zumindest einfache Caches als Anfänger zu finden und der aller größte Pluspunkt beim ganzen Suchen: Ihr lernt auch die eher unbekannten Ecken Augsburgs sehr genau kennen. In unserer Umgebung befinden sich nämlich über 3000 Caches, die nur auf euch warten.

Ich hab das Ganze mal für euch ausprobiert

Geocaching ist nichts für Leute, die geradlinig denken und möglichst schnell ans Ziel möchten. Diese Erkenntnis trifft mich, als ich als blutiger Anfänger die App runterlade, die mir im Geocacher-Forum empfohlen wurde und einfach mal zum nächsten angezeigten Cache marschiere. Nach einigem vergeblichen Suchen, skeptischen Blicken und einem leeren Handyakku, kehre ich heim ohne einen wertvollen Punkt mehr auf meinem Account. Woran es gelegen hat? Ich war auf der Suche nach einem Multi-Cache, bei dem es kein Objekt zu suchen gilt. Schön, hab ich wohl umsonst eine Stunde die Mauer am roten Tor abgetastet… Das Fieber hat mich aber trotzdem gepackt und ich gebe nicht auf weitere Schätze in der Augsburger Innenstadt zu entdecken. Immer wieder stelle ich mir die Frage, wie mein Handykompass ohne jegliche Bewegung so umherspringen kann und warum zum Teufel ich nachts um 11 auf Zäune klettere. Muggel, so heißen die Menschen, die keinen Plan vom Cachen haben, werden mich für einen Drogendealer halten. Wahrscheinlich, sollte ich mir, wenn ich eine ernsthafte Karriere als Geocacher anstrebe, ein GPS-System holen um die Caches nicht nur auf 10 Meter genau lokalisieren zu können. Doch nach einigen Stunden Eingewöhnung und der Einstellung eines Cache-Partners ist der magische Moment endlich gekommen. Ich halte einen zugegeben ziemlich simpel versteckten Cache in der Hand und trage mich feierlich ins Logbuch ein. Ein bisschen stolz bin ich auf jeden Fall, als ich das Plastikgefäß wieder vor der Muggel-Welt verstecke und meinen Cache später zu Hause logge.

Wer gerne spazieren geht, Augsburg von einer ganz anderen Seite kennenlernen möchte und auch vor noch so schweren Rätseln nicht zurückschreckt, für den ist Geocaching auf jeden Fall einen Versuch wert. Auch, wenn man zu Beginn vielleicht etwas Geduld und Einlesezeit benötigt. Am Ende lohnt es sich, denn ich werde nie vergessen, wo in Augsburg ich meinen ersten Cache entdeckt hab, von dem die Muggelschaft einfach so gar nichts ahnt.

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