Mehr als die Taxifahrer der Zukunft: Eine Ode an die Geisteswissenschaft

Als Geisteswissenschaftler wird man mit unzähligen Vorurteilen konfrontiert. Dabei wissen viele nicht, wie viel Einfluss diese Fächer auf unsere Stadt wirklich haben.

Mehr als die Taxifahrer der Zukunft: Eine Ode an die Geisteswissenschaft

Wer ein Studium der Geisteswissenschaften anfängt, muss fast schon zwingend mit Spott und Hohn rechnen. „Du wirst doch sowieso mal Taxifahrer“, „Lernt ihr in euren Kursen eigentlich auch was, oder labert ihr nur?“, „Bei euch ist es ja nicht schwer, gute Noten zu bekommen“ sind nur ein paar der Fragen, mit denen man ständig konfrontiert wird. Auch wenn man sich die verschiedenen Gebäude der Uni Augsburg ansieht, wird schnell auffällig, in welche Fakultäten das Geld besonders stark investiert wird. Computerräume mit schellen Rechnern und bereit gestellten Ladegeräten? Davon können die geisteswissenschaftlichen Fakultäten nur träumen … traurig, aber leider wahr!

Doch wisst ihr Anti-Geisteswissenschaftler überhaupt, wie wichtig diese Fachrichtungen für die kulturelle Entwicklung der ganzen Welt ist? Was wären wir in Zeiten der Globalisierung beispielsweise ohne Übersetzer oder Lehrer? Und seien wir mal ehrlich: Ohne Geisteswissenschaften wäre Deutschland und vor allem auch Augsburg heute nicht annähernd das, was es ist. Schließlich gibt es nur wenige Länder, dessen Dichter und Denker die Weltkultur so sehr geprägt haben.

Besonders wir Augsburger sind stolz auf unsere Tradition, unsere Altstadt, das Theater, Museen und auch unseren lieben Berthold Brecht. Viele dieser Teile unserer Stadt würden heute durch die schnelle Modernisierung der Gesellschaft wohl nicht mehr bestehen – das Bewusstsein für Kultur und deren Bedeutung würde uns ohne die Geisteswissenschaften einfach verloren gehen. Auch den Dialog und die Verständigung verschiedener Länder und Kulturen würde es wohl heute in diesem Ausmaß nicht geben. Ganz zu schweigen von bedeutenden sozialen Bewegungen …

Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass ich mit meinem Studium der Literaturwissenschaften vermutlich niemals so viel verdienen werde wie beispielsweise ein Arzt, doch ich bin stolz darauf, einen Teil dazu beizutragen, dass unsere Welt genauso bunt und vielfältig bleibt, wie sie ist.

Logo