Fujitsu in Augsburg – neuer Standort nach Schließung

Im Herbst 2018 fällt die Entscheidung: Das Computerwerk von Fujitsu in Augsburg schließt. 350 der ursprünglich über 1500 Mitarbeitern dürfen bleiben, doch ihre genaue Zukunft ist weiterhin ungewiss.

Fujitsu in Augsburg – neuer Standort nach Schließung

Computer made in Augsburg, Germany – dass es PCs, Laptops, Server und vieles mehr aus heimischer Produktion gibt, lag einzig und allein am Fujitsu Standort Augsburg. Alle anderen Firmen, die Computer herstellen, sitzen im Ausland. Nun folgt aber auch Fujitsu endgültig dem Trend und setzt auf eine komplett erneuerte globale Strategie, die keine Produktion mehr in Deutschland vorsieht. Infolgedessen beschließt das japanische Unternehmen im letzten Jahr, dass bis 2020 der komplette Betrieb eingestellt werden soll.

Aus für die Produktion

Der Schock war groß und die Wellen schlugen weit. Eines DER Vorzeige-Unternehmen der Stadt verschwindet von der Bildfläche und beeinflusst damit die Zukunft von über 1500 Beschäftigten. Lange herrscht in der causa Fujitsu undurchsichtige Verwirrung, erst Ende April gibt es zumindest teilweise eine Erleichterung. 350 Arbeitsplätze sollen gesichert sein, hauptsächlich aus den Bereichen des technischen Supports und der Verwaltung. Der gesamte Zweig für die Produktentwicklung, Produktion und Logistik wird jedoch geschlossen und aus Kosten- und Logistikgründen nun in Asien gebündelt.

Unternehmen bemüht sich um Abschwächung

Die Zukunft der 350 sicheren Arbeitsplätze ist zum aktuellen Zeitpunkt auch noch alles andere als unklar. Es wird nach neuen Räumlichkeiten gesucht, eine Weiterbeschäftigung auf dem alten Gelände ist eher unwahrscheinlich. Geplant ist ein neuer Standort, der im Wirtschaftsraum Augsburg aufgebaut wird. Die restlichen Mitarbeiter werden ab September 2019 in fünf Austrittswellen aus dem laufenden Betrieb ausscheiden.

Um den Austritt bzw. den Übergang den Angestellten zu erleichtern, bemüht sich das Unternehmen in einigen Punkten, ihnen ein Mitspracherecht zu gewährleisten. So soll in manchen Fällen ein Mitarbeitertausch möglich sein. Wer also eine Zusage für eine Weiterbeschäftigung erhalten hat, sie aber nicht nutzen möchte, kann den Platz einem Kollegen oder einer Kollegin mit ähnlichen Qualifikationen und anderen Parametern überlassen. Es sollen auch Wünsche berücksichtigt werden, wenn beispielsweise ein Mitarbeiter aus Welle eins mit einem aus Welle drei tauschen möchte. Außerdem wird es eine Transfergesellschaft geben, wo sich Mitarbeiter weiter qualifizieren können, um ihre Chance auf eine neue Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber zu erhöhen und interne Jobbörsen, um die betroffenen Mitarbeiter mit interessierten Arbeitgebern zusammenzubringen.

Unterstützung von allen Seiten

Der Konzern hat eine besondere Mitverantwortung für die Arbeitnehmer in Augsburg. Als es 2011 im Rahmen des Tsunamis bei Fujitsu zu Produktionsengpässen kam, kompensierte das Augsburger Werk diese durch zusätzliche Schichten und Überstunden.

Aber auch regional gibt es von allen Seiten Hilfe. Durch die Politik, Verbände, die Agentur für Arbeit, andere Unternehmen aus der Region sowie die Augsburger Allianz für Arbeit gibt es zahlreiche Unterstützungsangebote, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den betroffenen Bereichen den Wechsel zu neuen Jobs zu erleichtern. Interessenten sowohl für die Flächen und Hallen, als auch für Inventar, das Know-how und die zugehörigen Mitarbeiter gäbe es mittlerweile auch einige.

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