So denkt Augsburg über das Fremdgehen

Wir haben eure Einschätzung zum Thema Fremdgehen erfragt und viele Rückmeldungen bekommen. Die Ergebnisse wollen wir euch jetzt präsentieren.

So denkt Augsburg über das Fremdgehen

Betrogen zu werden ist schrecklich. Wie wir damit umgehen, ist sehr individuell. Das hängt auch davon ab, wie wir Fremdgehen definieren. Für die einen ist ein unbedeutender Kuss okay, für andere bedeutet er das Aus.

Wir haben euch in einer Umfrage zu dem Thema befragt.

Hier beginnt für die AugsburgerInnen das Fremdgehen

Zuerst wollten wir von euch wissen, wo für euch „Fremdgehen“ beginnt.

47,6 Prozent aller, die an der Umfrage teilgenommen haben, finden: Fremdgehen fängt schon beim „heimlichen, flirty Chat“ an. Für knapp 17 Prozent betrügt der/die PartnerIn erst bei einem Kuss auf den Mund. Für je 11 Prozent aller Umfrage-TeilnehmerInnen beginnt das Fremdgehen beim „Kuscheln“ oder „Rummachen“.

Einige von euch haben dieser Frage noch etwas hinzugefügt: „Sobald der Partner von sich aus aktiv wird, geht es über den harmlosen ‚Alltags-Flirt' hinaus“, wurde geschrieben. Auch ein anderer Kommentar betont den Faktor des „absichtlichen Verheimlichens“. „Es fängt im Kopf an“, lautet ein dritter Kommentar.

Was aus der Abstimmung und aus euren Kommentaren hervorgeht ist, dass es euch vor allem um die emotionale Komponente geht. Wenn der/die PartnerIn etwas aktiv vor euch geheim hält, ist davon auszugehen, dass Gefühle im Spiel sind. Weniger was der/die PartnerIn tut, als vielmehr, was sie dabei denkt, ist für euch wichtig.

So reagiert ihr, wenn ihr vom Seitensprung eurer besten Freundin/eures besten Freunds erfahrt

In einer zweiten Frage wollten wir, dass ihr euch folgende Situation vorstellt: Eure beste Freundin oder euer bester Freund erzählt euch davon, seine/n PartnerIn betrogen zu haben. Wie reagiert ihr?

Wir hatten euch folgende Auswahlmöglichkeiten gegeben:

  • Schimpfen und Freundschaft kündigen.

  • Schimpfen und dann für sie/ihn da sein.

  • Sie/Ihn dazu auffordern, es der/dem PartnerIn zu sagen.

  • Es selbst sofort dem/der betrogenen PartnerIn sagen.

  • Gratulieren und alle Details erfragen.

  • Das Gespräch sofort abbrechen und sagen, dass man damit nichts zu tun haben möchte.

Das Ergebnis ist eindeutig: Genau die Hälfte von euch hat „Schimpfen und dann für sie/ihn da sein“ gewählt, dicht gefolgt von „Sie/Ihn dazu auffordern, es der/dem PartnerIn zu sagen“. Es dem betrogenen Partner selbst zu erzählen, kommt für euch nicht infrage. Für fast alle von euch gefährdet der Seitensprung die Freundschaft nicht, allerdings macht ihr auch keine Freudensprünge. Nur knapp vier Prozent aller Befragten entschied sich für einen Abbruch des Gesprächs und möchte nichts von dem Vorkommnis hören.

Auch hier hattet ihr die Möglichkeiten, eure Meinung zum Thema in eigene Worte zu fassen. Viele der Kommentare gehen in eine Richtung: Ihr wollt den Grund für das Fremdgehen erfahren, um eure/n FreundIn zu verstehen. „Ich werde meine beste Freundin nicht bevormunden oder ausschimpfen, egal was sie tut. Ich steh ihr bei und vielleicht gibt es ja auch gute Gründe, wieso sie fremdgeht“, lautet ein Kommentar.

Tut euch nicht weh

Das Thema Fremdgehen ist eines, das gesellschaftlich häufig unterschätzt wird. Dabei sind die seelischen Schäden, die es hinterlassen kann, enorm. Studien, wie die von amerikanischen WissenschaftlerInnen, die 2017 erschien, ergaben, dass das Leid einer betrogenen Person, einer posttraumatische Belastungsstörung ähnelt. Zu gleichem Ergebnis kam auch das Institut für Psychologie der Georg-August-Universität Göttingen, das eine umfangreiche Studie herausbrachte, in der über 3.000 betrogenen Männer und Frauen teilnahmen. Wir müssen hier nicht in die Details gehen. Ihr wisst, dass Fremdgehen zu vermeiden ist. Und das fällt erstaunlich leicht, wenn man rechtzeitig miteinander spricht. Oft ist der Grund, der zu einem Seitensprung führen kann, mit einem guten Gespräch schneller vom Tisch, als erwartet. Also, geht respektvoll miteinander um und redet.

Logo