Mehr Frauen im Fußball: Es tut sich etwas

Die Frauenquote ist in vielen Bereichen ein stets heiß diskutiertes Thema. Auch im Fußball wird seit einigen Jahren eine Frauenquote gefordert. Wir bringen euch auf den aktuellen Stand der Diskussion.

Mehr Frauen im Fußball: Es tut sich etwas

Der Fußball ist eine Welt, die stark von Männern dominiert wird. Wenn von Fußballspielen die Rede ist, sind selbstverständlich die Spiele des Männerfußballs gemeint, die Kommentatoren sind fast ausschließlich männlich und auch in den Führungsebenen sind Männer in der deutlichen Überzahl.

Doch seit einiger Zeit werden vermehrt Stimmen laut, die den Fußball umgestalten wollen und unter anderem eine Frauenquote fordern.

Die Initiative „Fußball kann mehr“

Eine wichtige Figur in der Debatte um die Frauenquote im Fußball ist Katja Kraus. Die ehemalige Bundesliga-Spielerin wurde 2003 beim Hamburger SV zu ersten Frau im Vorstand eines Bundesligisten. Im Mai 2021 veröffentlichte sie, zusammen mit ihren Mitstreiterinnen, das erste Positionspapier der Initiative „Fußball kann mehr“. Was sie erreichen wollen? Mehr Frauen in Führungspositionen.

Keine Chance beim DFB-Vorsitz

Am Freitag, den 11. März, steht die Wahl des neuen Präsidenten beim Deutschen Fußball-Bund an. Auf eine eigene Kandidatin verzichtet die Initiative „Fußball kann mehr“ jedoch. Gegenüber der „Zeit“ nannten Kraus und Nationalhüterin Almuth Schult, fehlende Chancen. Es stehe bereits vor der Wahl fest, wie das Ergebnis sein werde. Es müsse schon eine Möglichkeit geben zu gewinnen, damit sie eine eigene Kandidatin ins Rennen schicken, erklärt Kraus. Das Problem, das Kraus derzeit sieht ist, dass das der Wunsch nach Veränderungen im DFB unter den Fußball-InteressentInnen zwar groß sei, doch das 17 Männer im DFB entscheiden, dass alles so bleibe, wie es ist.

Aufgeben ist nicht

Obwohl die Initiative „Fußball kann mehr" noch keine Frauen in die Führungspositionen des DFBs gebracht hat, geben sie nicht auf. Im Januar 2022 wurde eine gleichnamige gemeinnützige GmbH gegründet, um Diversitätsthemen im Fußball weiter anzutreiben und auch ein Beratungsangebot zu schaffen. Und an einer Veränderung, zu die sich der DFB nun durchringen konnte, ist die Initiative sicherlich mitverantwortlich:

Frauenquote im DFB

Der DFB möchte bis 2027 30 Prozent Frauen in der Führungsebene haben – eine Forderung, die auch die Initiative von Kraus gestellt hatte. Zu den weiteren Zielen bis 2027 verrät Hannelore Ratzeburg, die Vizepräsidentin des DFBs in einem Interview auf der Verbands-Webiste auch, dass sich die Anzahl von aktiven Spielerinnen, Trainerinnen und Schiedsrichterinnen um 25 Prozent erhöhen soll. Überdies soll sich die mediale Reichweite des Frauenfußballs über alle Plattformen hinweg verdoppeln. Warum sich mit der Umsetzung er Ziele so lange Zeit genommen wird, erklärt Ratzeburger so: „Die Umsetzung klappt nicht von heute auf morgen. Hier müssen Strukturen angepasst, Satzungen geändert und – ja – auch die Kultur und Denkweisen verändert werden.“

Wie sieht es in Augsburg aus?

Beim FC Augsburg blicken einem auf der Seite der Vorstands- und Gremienmitglieder zwar ausschließlich Männer entgegen, doch seit 2006 gibt es eine Frauen-Abteilung. Im vergangenen Jahr fand das allererste Mal ein Mädels-Fußballcamp statt. Trainer der Frauenmannschaften des FCAs, Markus Thrämer, ist entschlossen, sich mit dem Team gegen die führenden Frauen-Fußballmannschaften Augsburgs – dem TSV Schwaben Augsburg und dem TSV Pfersee – durchzusetzen. Den TSV Pfersee gibt es übrigens schon seit 1976.

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