Josefinum in Augsburg eröffnet erste schwäbische Frauenmilchbank

Unzählige Studien belegen es: Muttermilch ist die gesündeste Nahrung für Neugeborene. Doch was passiert, wenn der Milcheinschuss auf sich warten lässt oder die Milch Krankheitserreger enthält?

Josefinum in Augsburg eröffnet erste schwäbische Frauenmilchbank

In der Augsburger Fachklinik Josefinum, die besonders spezialisiert ist auf die Versorgung von Frühchen und Neugeborenen, wurde jetzt eine Frauenmilchbank eröffnet. Damit ist die Klinik die erste in Schwaben und die dritte in ganz Bayern, die eine Milchbank eingeführt hat.

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Doch wie funktioniert das Ganze?

Mütter können dort ihre überschüssige Muttermilch spenden und Babys zur Verfügung stellen, die diese dringend brauchen. Nicht alle Mütter haben direkt von Geburt ihres Kinders an Milcheinschuss und bei manchen Frauen enthält die Muttermilch auch Krankheitserreger. Besonders bei Frühgeborenen und kritisch kranken Babys sei in diesen Fällen die künstliche Säuglingsmilch keine ideale Alternative.

Ähnlich wie bei einer Blutspende wird auch die gespendete Muttermilch umfangreichen Tests unterzogen, um die Übertragung von Infektionskrankheiten auszuschließen. Anschließend wird sie pasteurisiert und schockgefrostet. Innerhalb von drei Monaten kann die Milch danach verwendet werden.

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Da sich die Zusammensetzung der Muttermilch stets der jeweiligen Entwicklungsstufe des Kindes anpasst, sind Spenderinnen einer vergleichbaren Schwangerschaftswoche ideal, damit die Babys auch wirklich alle nötigen Nährstoffe erhalten. Ziel der Frauenmilchbank im Josefinum ist es, alle Frühgeborenen bis zur fortgerechneten 32. Schwangerschaftswoche ausschließlich durch Frauenmilch zu ernähren.

Das Schöne daran ist, dass die Frauenmilchbank ein Service des Josefinums ist und die Familien dafür nichts bezahlen müssen. Die Kosten werden auch nicht von den Krankenkassen bezahlt, sondern über Spenden und Eigenmittel finanziert.

Warum ist eine Frauenmilchbank so wichtig?

Laut Chefarzt Dr. Thomas Völkl ist Muttermilch für jedes Baby, besonders aber für Frühgeborene und kritisch kranke Neugeborene die allerbeste Ernährung – auch wenn sie nicht von der eigenen Mutter stammt. Denn durch die in ihr enthaltenen natürlichen Stoffe können schwere Infektionen vermieden werden und sie wirkt nachweislich stimulierend auf die Entwicklung des Verdauungs- und Abwehrsystems der Babys.

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Seit wann gibt es Frauenmilchbanken?

Was für viele vielleicht ziemlich neu und ungewohnt klingen mag, ist jedoch gar nicht so modern. Denn bereits im Jahre 1909 wurde die erste Frauenmilchbank in Wien eröffnet – also vor mehr als 100 Jahren! Nachdem jedoch in den 1970er Jahren die künstliche Säuglingsnahrung einen Boom hatte, schlossen viele dieser Stellen wieder.

Heute steigt die Anzahl der Frauenmilchbanken wieder nach oben. Viele Organisationen, unter anderem der Deutsche Hebammenverband (DHV), sind jedoch der Meinung, dass es noch lange nicht genügend Einrichtungen gibt und der Bedarf noch weitaus höher ist, als das Angebot.

Umso stolzer sind wir deshalb darauf, dass Augsburg als erste Stadt in Schwaben diesen Schritt nach vorne gegangen ist und damit ein Zeichen setzt!

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