Frauenbild in der Werbung – ein Statement

„Looks like shit. But saves my life.“ Mit ihrer Kampagne wollten der BMVI und der DVR Menschen wieder dazu bringen häufiger Fahrradhelme zu tragen. Doch die Kampagne löst eine große Diskussion über sexistische Frauenbilder in der Werbung aus.

Frauenbild in der Werbung – ein Statement

„Sie wissen ja, eine Frau hat zwei Lebensfragen. Was soll ich anziehen und was soll ich kochen?“

„Eine Frau hat zwei Lebensfragen: Was soll ich anziehen und was soll ich kochen.“ Das ist das Frauenbild in der Werbung der 50er Jahre. Eine Frau ist dafür da, um für ihren Mann zu kochen, den Haushalt zu führen und dabei immer schön auszusehen. Der Mann hingegen muss hart arbeiten und das Geld verdienen, da hat die Frau es viel besser, denn „sie darf backen.“, so die vermittelte Botschaft in der Dr. Oetker-Werbung im Video.

Man könnte meinen, heutzutage hätte sich das Frauenbild geändert, doch es zieht sich immer noch ein dominantes Bild der Frau durch die Werbung, nämlich das der Frau als Sexobjekt. Männer hingegen werden seit den 50er Jahren kontinuierlich als Karrieremänner dargestellt, wobei heutzutage noch unter anderem der erotische Sunnyboy dazu kommt, wie ein aktuelles Beispiel der Werbekampagne des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) zeigt. Der BMVI und der DVR wollen mit ihrer Kampagne junge Menschen wieder dazu motivieren, Fahrradhelme zu tragen. Doch leider stößt das bei vielen Menschen auf Unverständnis.

Looks like shit. But saves my life.

„Looks like shit. But saves my life.“ Damit wirbt die Kampagne, um darauf aufmerksam zu machen, dass Helm tragen Leben rettet. Eine gute Idee, allerdings scheitert es ein wenig an der Umsetzung. Das große Problem, was viele hierbei sehen: Für die Kampagne wurde in Kooperation mit der Pro7 Sendung Germanys Next Topmodel ein Model ausgewählt. Sie räkelt sich in Spitzenunterwäsche auf dem Bett und trägt dabei einen Helm. Mit dieser Kooperation erhofft sich der Verkehrsminister mithilfe einer Kandidatin aus einer bei Jugendlichen beliebten Sendung, dem Helm zu mehr Beliebtheit bei der jungen Generation zu verhelfen.

Ob er dem Helm damit mehr Beliebtheit geschaffen hat, bleibt offen. Was er aber definitiv damit erreicht hat ist Aufmerksamkeit. Was sich viele hierbei nämlich fragen: Warum müssen für eine Kampagne, bei der es eigentlich um Fahrradhelme geht, Models fotografiert werden, die halbnackt in einem Bett liegen? Übrigens zeigen Studien der Uni Augsburg, dass Frauen als Sexobjekt oder als Dekoration die zweithäufigste Form der Darstellung einer Frau in der Werbung ist.

Müssen Frauen immer auf ihr Äußerliches reduziert werden? Im 21. Jahrhundert sollte so etwas eigentlich gar nicht mehr zur Diskussion stehen. Es ist respektlos und verachtend Frauen immer so darzustellen, als könnten sie nichts außer nackte Haut zeigen. Ihre Fähigkeiten werden dabei völlig außer Acht gelassen. Es wird höchste Zeit, dass sich das Bild endlich ändert und die Frau mit all ihren Fähigkeiten so akzeptiert wird, wie sie ist und auch so dargestellt wird.

Natürlich kann das nicht generalisiert werden und es gibt vereinzelt Fälle, wo Frauen auch ihren Fähigkeiten entsprechend dargestellt werden. Doch leider gibt es noch viel zu häufig Fälle, bei denen Frauen mit schlechten Witzen und auf das Mindeste reduziert werden. Das kann als Ironie und Scherz abgetan werden, aber das ist gefährlich. Denn wenn das Normalität bleibt, verschwindet das Bild des schönen, aber dummen Blondchens nie!

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