Seit mehr als zehn Jahren ist die Königstherme in Königsbrunn geschlossen. Seither steht das Gebäude leer und verfällt zunehmend. Nun zeichnet sich jedoch eine neue Perspektive für die Räumlichkeiten und das umliegende Areal ab: Mit dem Königsbrunner Forum soll das Gelände neu belebt und nachhaltig genutzt werden.
Musterprojekt für Umnutzung und Nachhaltigkeit
Die Planungen gelten laut Stadt als „Musterbeispiel für Bestandsumnutzung und Materialwiederverwertung im Freistaat Bayern“. Auf der Fläche und unter Verwendung von Gebäudeteilen der ehemaligen Therme soll das neue Forum entstehen. Doch nicht nur das frühere Spaßbad ist Teil des Projekts – auch weitere Neubauten und Erweiterungen sind auf dem Gelände vorgesehen. Einen detaillierten Überblick über die einzelnen Bausteine liefert die Website des Architekturbüros Kersten Kopp GmbH, auf deren Grundlage die folgenden Planungen vorgestellt werden.
Das neue Kulturesemble im Überblick
Als Neubauten sind ein Kulturhaus sowie ein Bürgersaal geplant. Diese sollen durch Kolonnaden miteinander verbunden werden, die sich als neue Stadtloggia Königsbrunn zum öffentlichen Zentrum hin öffnen. Der Bürgersaal bildet dabei das Herzstück des Forums und soll sich als Veranstaltungsort über ein großzügiges Foyer zum Forumsplatz öffnen.
Kultur, Bildung und Stadtgeschichte unter einem Dach
Auch das Kulturhaus wird einen Blick auf den Forumsplatz ermöglichen und Raum für ein vielfältiges Programm unterschiedlicher kultureller Institutionen bieten. Laut einer Pressemitteilung der Stadt sollen auf dem Areal künftig unter anderem die Stadtbücherei, die städtische Sing- und Musikschule, das Stadtarchiv, eine Rot-Kreuz-Station sowie gastronomische Angebote Platz finden.
Neues Zuhause für die Museen
Die Königsbrunner Museen sollen schon bald als gemeinsames Museum auf dem Lechfeld gebündelt werden. Dafür wird der bisher schmale Museumsbau erweitert: Ein zusätzlicher Baukörper im Süden sowie ein neuer Ausstellungsbereich im Westen sollen das Gebäude zu einer zusammenhängenden Gesamtfigur ergänzen. Auch das Mercatum, der auf historischer Kartografie basierende Globus, soll in diesem Zuge eine neue gestalterische Fassung erhalten.
Umgestaltung der Eishalle und Ausbau der Gastronomie
Die bestehende Eishalle wird teilweise umgestaltet. Geplant ist ein großzügiges Foyer mit Sichtbezug in die Halle, zudem sollen Umkleiden und Nebenräume saniert werden. Ergänzt wird das Angebot durch einen Ausbau der Gastronomie mit Restaurant und Café sowie einem Frischankbereich und einer Lounge.
Fertigstellung bis 2030?
Läuft alles nach aktuellem Zeitplan, könnte das Königsbrunner Forum bereits im Jahr 2030 fertiggestellt sein – und damit aus einem lange brachliegenden Areal ein neues kulturelles und gesellschaftliches Zentrum der Stadt entstehen lassen.