Kampf gegen Verschwendung – Foodsharing an der Uni

Seit 2012 gibt es in Augsburg die Initiative Foodsharing. Der erste Kühlschrank für geteiltes Essen fand seinen Platz an der Uni – und hat eine besondere Geschichte.

Kampf gegen Verschwendung – Foodsharing an der Uni

Wer an der Uni Augsburg studiert oder studiert hat, kennt zu großer Wahrscheinlichkeit nicht alle Räumlichkeiten und Angebote, die der große Campus in sich vereint. Ein kleiner Raum gegenüber der Alten Cafeteria hat sich aber in den letzten Jahren einen Namen gemacht – mit Essen zum Nulltarif.

Ein Fair-Teiler für die Uni

Im „Freiraum“ gibt es nicht nur die Möglichkeit für eine kleine Auszeit auf den gemütlichen Sofas mit Tee trinken, Lesen oder guten Unterhaltungen. Das Highlight ist der vollgepackte Kühlschrank gleich hinter der Eingangstüre, der für alle zugänglich ist. Jeder darf sich bedienen und noch genießbare, aber nicht mehr benötigte Lebensmittel vorbeibringen. Dahinter steckt das Foodsharing-Prinzip, der Kühlschrank ist ein sogenannter Fair-Teiler. Ziel des Konzepts ist es, der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenzuwirken.

Das Besondere an dem Uni Fair-Teiler: Er wurde nicht von der Foodsharing-Initiative, sondern von einer Gruppe Studierender der Universität Augsburg bereitgestellt. Alles begann damit, dass ein Student den vergessenen Raum entdeckte. Wie es der Zufall so will, gehörte das Zimmer zu den Räumlichkeiten, die der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) nutzen darf – und da der Student zum damaligen Zeitpunkt in dessen Vorstand saß, war es ganz einfach, den Raum für sich zu beanspruchen. Entstanden ist ein „kleiner Zwischenraum im Unialltag“, der durch den Fair-Teiler sinnvoll ergänzt wurde. Den Anschaffungspreis des Kühlschranks übernahm auch die Studentenvertretung. Nach der Anmeldung beim Foodsharing brauchte es dann erstmal ein wenig Starthilfe, um das Teilen in Gang zu bringen. Anfangs mussten die Studierenden noch viel eigenes Essen beisteuern.

Sharing is caring

Jetzt hat sich das Projekt aber zu einem richtigen Selbstläufer entwickelt. So werden nicht nur häufig Backwaren vorbeigebracht, sondern es fand auch schon einmal das übriggebliebene Catering einer offiziellen Veranstaltung der Universität in Form von Tabletts voller Kanapees, Käsespießchen und anderen Häppchen seinen Weg in den Kühlschrank.

Im Freiraum läuft aber auch alles andere wie von selbst. So wisse beispielsweise niemand, wie die Kaffeemaschine dort gelandet ist, jedoch habe es bisher keinerlei Probleme bei der Instandhaltung oder dem Nachkaufen von Kaffeepulver gegeben. Auch der Kühlschrank ist meist in einem sauberen Zustand – und das obwohl es mittlerweile so viele Nutzer gibt. Das ist auch der große Vorteil: Wer sich am Fair-Teiler bedienen möchte, muss weder Student noch bei Foodsharing angemeldet sein. Wie der Freiraum ist der Fair-Teiler frei zugänglich, damit jeder die Möglichkeit hat, Lebensmittel hinzubringen oder abzuholen.

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