Foodtrends 2022: Diese kulinarischen Besonderheiten erwarten uns

Jährlich bringt das Zukunftsinstiut seinen Foodreport heraus, in dem es die Trends in Sachen Essensvorlieben für das nächste Jahr ankündigt. Wir haben schon einmal einen kleinen Blick hineingeworfen.

Foodtrends 2022: Diese kulinarischen Besonderheiten erwarten uns

Unsere Essens-Vorlieben werden von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Zum Beispiel der aktuelle Zeitgeist: Ist es uns besonders wichtig, regionale Lebensmittel zu essen? Haben wir große Lust auf Lebensmittel aus fernen Ländern? Aber auch unvorhersehbare Ereignisse können Foodtrends heraufbeschwören. So hat der Sektor der Essensauslieferung einen enormen Boom erlebt. Gleichzeitig haben Menschen mehr Lebensmittel eingekauft, um diese selbst zu kochen. Immerhin war Zeit dafür da.

Der größte Faktor, der auf unsere Essgewohnheit Einfluss hat, ist wohl der Klimawandel. Fleischalternativen nehmen einen immer größeren Platz in unserer Ernährung und damit auch im Kühlregal der Supermärkte ein. Regionale Produkte werden unter KonsumentInnen gefragter. Werfen wird nochmal einen Blick zurück auf die Foodtrends 2021, wie sie im letzten Foodreport angekündigt waren.

Das waren die Foodtrends 2021

Die Corona-Pandemie hatte einen enormen Einfluss auf unsere Essgewohnheiten. Seit Corona kaufen wir mehr frisches Obst und Gemüse, und das bevorzugt in Bio-Qualität. Der Begriff der dazu im Foodreport fällt ist „Soft Health“. Gemeint ist ein Verständnis von Ernährung, das mehr will als auf einzelne stark zucker- oder fetthaltige Lebensmittel zu verzichten. Man will sich ganzheitlich ausgewogen ernähren, mit viel Gemüse und Hülsenfrüchten.

Fest mit diesem Trend verwoben ist der Boom der lokalen Gemüsekisten. Viele regionale LandwirtInnen gehen auf die Freude der KundInnen am Nach-Hause-Bestellen ein und bieten ihr biologisch angebautes Gemüse und Obst auf direktem Wege dem Verbraucher an. Die KundInnen wiederum schätzen die Regionalität, die Nähe zum Produkt und zu den LandwirtInnen.

Eine weitere Entwicklung, die zwar durch Corona etwas abgebremst wurde, doch dennoch spürbar ist, ist der Trend zur „Snackification“. Anstatt uns an die drei Mahlzeiten Frühstück, Mittagessen, Abendessen zu halten, essen wir lieber kleinere Portionen, dafür aber öfter am Tag.

Foodtrend Nummer vier: Der Eigenanbau. Es ist unglaublich „in“ geworden, eigenes Gemüse anzubauen. Sei es über das Mieten einer Parzelle auf einem Acker, das Hochbeet im Garten, bei einem Urban-Gardenig-Projekt oder mithilfe von Kübeln auf dem Balkon – Selbstgeernet schmeckts am besten und dafür hegen und pflegen wir gerne eine ganze Gartensaison unsere Gemüsepflanzen.

Ein weiterer wichtiger Trend, den wir hier nicht unerwähnt lassen wollen, ist der Wunsch vieler KonsumentInnen nach einem „Food-Erlebnis“. KonsumentInnen schätzen Orte wie den Stadtmarkt, auf dem man Probieren kann und ins Gespräch kommt. Das Interesse an (Online-)Back- und Kochkursen steigt und Hofläden liegen im Trend.

Könnt ihr diese Trends in euch wiederfinden? Gebt uns gerne Rückmeldung.

Blick in die Zukunft: Foodtrends 2022

Wie werden sich unsere Ernährungsvorlieben 2022 entwickeln? Die Food-ExpertInnen Hanni Rützler und Wolfgang Reiter
 haben, wie jedes Jahr, eine Prognose gewagt und diese in ihrem Foodreport veröffentlicht.

Trend #1: Zero Waste

Die Lebensmittelverschwendung, so wie sie heute passiert, wollen viele KonsumentInnen nicht länger dulden. Sie fordern ein Umdenken, auf das sich auch die Gastronomie einstellen muss. Das neue Kredo lautet: Teilen statt besitzen, tauschen statt wegwerfen. Müll soll so wenig wie möglich anfallen. Doppelte Verpackungen fallen KonsumentInnen auf und die Forderung nach nachhaltigeren, innovativen Lösungen wird lauter.

Trend #2: Local Exotics

Sternfrucht, Jackfruit, Mango und Papaya werden, um unsere Lust auf exotische Früchte zu stillen, um die ganze Welt geflogen. Doch das ist für viele Menschen nicht mehr mit ihrem Wunsch auf eine nachhaltige Ernährung vereinbar. Gleichzeitig wollen KonsumentInnen auf kulinarische Entdeckungsreise gehen und exotische Früchte, Gewürze und Co. erleben. Vereinbar wird beides durch den Anbau dieser Lebensmittel hier in Europa, in klimaneutralen Gewächshäusern. Auch, wenn das nicht für alle klassischen Import-Produkte möglich ist, bei Sternfrucht, Jackfruit, Mango und Papaya ist es möglich. Das beweist unter anderem ein Projekt nahe der Landesgrenze zwischen Thüringen und Bayern, über das der Mitteldeutsche Rundfunk 2020 berichtete. Ein Sektor, der laut dem Foodreport 2022 im nächsten Jahr boomen wird.

Trend #3: Real Omnivore

Als „Real Omnivore“ wird der Esstyp der Zukunft bezeichnet, der umweltbewusst genießt. Er ist gegenüber Lebensmitteln, die neu auf den Markt kommen, sehr aufgeschlossen und auf ständiger Suche nach nachhaltigen und hochwertigen Nährstoffquellen. Produkte mit Insekten werden in Zukunft besser angenommen und auch die Neugierde auf In-Vitro-Fleisch sowie anderen Produkten aus der Lebensmittel-Technologie steigt. Der Real Omnivore will auf nichts verzichten, hat aber gleichzeitig hohe umweltspezifische und ethische Ansprüche an Lebensmittel.

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