Panik bei 10.000 Metern in der Luft

Ich leide an Flugangst. Worüber manche nur schmunzeln können, ist für Betroffene der pure Albtraum.

Panik bei 10.000 Metern in der Luft

In diesem Statement möchte ich offen über meine Flugangst sprechen. Während die Meisten bereits beim Betreten eines Flughafens ein warmes Urlaubsgefühl vernehmen und förmlich den Sand in der Ferne riechen können, beginnt bei mir erstmal ein großer Kampf mit alten Ängsten. Erst wenn ich diesen gemeistert und wieder sicher den Boden betreten habe, kommt bei mir so langsam ein positives Gefühl auf. Natürlich erst nachdem sich mein Puls wieder beruhigt hat. Ich möchte euch in diesem Statement näherbringen, was es bedeutet unter Flugangst zu leiden und habe für Betroffene zum Abschluss noch eine schöne Anlaufstelle in Augsburg gefunden.

Erst kürzlich sah ich mich wieder Auge in Auge mit meinem alten Feind konfrontiert: der Flugangst. Nach längeren Überlegungen mit meiner Partnerin, ob nicht doch ein Urlaub mit dem Zug drin sei, rang ich mich doch zu einem etwas entfernter liegendem Ziel durch. Über das Meer hinweg war das Flugzeug unvermeidbar. „Die 4 Stunden werde ich schon überleben“, dachte ich. Doch bereits zwei Wochen vor geplanter Reise merkte ich immer wieder eine leise Nervosität beim Gedanken an den Flieger. Egal. Einfach vorher wenig schlafen und dann direkt im Flieger in die Traumwelt entgleiten.

Als der Tag X dann kam, war die Nervosität plötzlich gar nicht mehr so leise und der bewusst provozierte Schlafmangel trug auch nicht gerade zur Beruhigung bei. Irgendwie hangelt man sich dann eben doch über den Check-In bis zum Boarding durch. Die riesige Tafel mit den unzähligen Flügen wirkte ein wenig beruhigend. Wenn da doch so viel Routine dahinter steckt, wird schon nichts schief gehen und vorsorglich hatte ich ja auch online die Statistiken meiner Fluggesellschaft bestens gecheckt. Krank?! Nein. Flugangst.

Als ich endlich im Flieger an meinem weichen Sitz angekommen war und ich mich in einen behutsamen Schlaf wiegen lassen wollte, war die Müdigkeit plötzlich wie verflogen, dafür schien mein Herz einen Wettlauf gegen den Sekundenzeiger anzutreten, den es mit doppeltem Vorsprung gewinnen sollte. Okay jetzt ruhig bleiben. Die ohrenumschließenden Kopfhörer mit meiner vertrauten Spotify Playlist werden das schon richten. Das Letzte was ich hörte, bevor ich in die musikalische Welt abtauchte, war: „Bitte schenken Sie uns ihre vollste Aufmerksamkeit zum Vorstellen der Sicherheitsvorkehrungen“. Die hatte ich sowieso schon genauestens studiert. Schon vor einigen Tagen.

Kurz darauf wurde ich beim Beschleunigen des Flugzeugs aus meiner meditativen Verfassung herausgerissen. Der Start und die Landung sind das schwerste. Das weiß ich noch von meinen unzähligen Stunden als Kind mit dem „Microsoft Flugsimulator“. Ich sag es mal so. Es ging selten gut. Als wir dann aber doch unerwarteter Weise eine stabile Höhe erreicht hatten, versuchte ich mich mit einem guten Buch abzulenken. Leider gelang das nicht wirklich. Was war das denn für ein Geräusch? Etwas unsicher blickte ich um mich, ob nur ich diese Gefahr vernommen hatte. Alle saßen entspannt in ihren Sesseln und das Flugzeug schien auch noch zu fliegen. Na gut, dann lese ich eben weiter. Aber so richtig entspannen konnte ich nicht. Also doch lieber Netflix, so kann ich wenigstens die Geräuschkulisse ausblenden. Kaum hörte ich das Flugzeug nicht mehr, spürte ich dafür jede Bewegung doppelt so stark und dieses Wackeln konnte doch jetzt wirklich nicht normal sein. Kritisch lugte ich aus dem Fenster und begutachtete die Funktion der Flügel. Dabei fielen mir einige Abnutzungen auf und das Herz begann ähnlich zu schlagen wie beim Betreten der Maschine. Plötzlich steigerte sich die Nervosität und schaukelte sich zu einer mächtigen Panik. Ich bekam einen Klos im Hals und die Brust fühlte sich eingeengt an, so als wär mein Brustkorb geschrumpft. Das Atmen fiel mir schwerer. Trotzdem versuchte ich, die Luft bewusst und ruhig in meinen Körper zu befördern. So lernt man es nunmal bei Panikattacken. Irgendwie bekam ich dennoch das Gefühl nicht los, dass das Flugzeug jeden Moment in der Luft stehen bleibt und wie ein Stein nach unten fällt. Das gepaart mit dem Wissen nicht einfach aussteigen zu können, fühlte sich unerträglich an. Erst als meine Partnerin meine Hand Griff, konnte ich wieder ruhiger werden.

Mein Flug endete dann übrigens irgendwann nach gefühlt 20 Stunden mit einer Landung, die nach Angaben des Piloten auf Grund von Turbulenzen etwas unsanft werden könnte. Ich muss euch sicher nicht beschreiben, was ich in diesem Moment dachte und fühlte. Zumal ich ja bereits erwähnt hatte: Der Start und die Landung sind das Schwierigste. Vor innerem Auge spielten sich unzählige tödliche Szenarien meiner „Microsoft Fulgsimulator“-Laufbahn ab bis ich schließlich mit dem Klatschen der anderen Passagiere aus meinem Trance-Zustand erwachte. Unglaublich. Ich lebte noch. Der Pilot verstand wirklich etwas von seinem Handwerk.

Zugegeben. Ich habe das Thema Flugangst in diesem Statement teils überzogen und mit Hang zur Selbstironie ausgeschmückt. Trotzdem sind die beschriebenen Ängste und Gedanken real und für betroffene Menschen eine große Belastung. Natürlich muss man nicht fliegen und es gibt gerade auch für Urlaube schöne Orte, die mit Bus, Zug oder Auto erreichbar sind, doch spätestens, wenn es aus beruflichen Gründen nötig wird zu fliegen, kann für Personen mit Flugangst schnell die Welt zusammenbrechen. Für Außenstehende ist das oftmals nicht nachvollziehbar. Die Flugstatistiken zeigen doch, dass Fliegen viel sicherer ist als beispielsweise Autofahren. Doch viele Ängste sind nicht rational. Flugangst ist eine Angst, die aus verschiedenen unbestimmten Quellen ihre Gewalt entfaltet und keine klaren Gedanken mehr zulässt.

Eine coole Anlaufstelle in Augsburg

Jeder der die beschriebenen Gefühle aus eigener Erfahrung bestens kennt, wartet sicher schon sehnlichst auf die einleitend erwähnte Anlaufstelle in Augsburg. Direkt an der äußeren Uferstraße 29 gibt es „FlugGenuss“. Dahinter steht der Heilpraktiker für Psychotherapie „Timo Enderle“. Mit verschiedenen Methoden wie der Hypnose kann er euch helfen eure Flugangst zu verlieren. So könnt ihr eure Traumziele bereisen, den Geschäftsalltag meistern, Verwandte in der Ferne besuchen und vielleicht schon bald die Vogelperspektive lieben lernen.

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