Integreat App - Augsburger helfen Flüchtlingen

Die Integreat-App ist ein ganz besonders herzliches Projekt. Entwickelt von Augsburgern mit dem Ziel Flüchtlinge zu unterstützen.

Integreat App - Augsburger helfen Flüchtlingen

Auch in Augsburg macht sich die Flüchtlingswelle bemerkbar. Dabei hört man leider nicht nur positive Stimmen. Ich persönlich stehe mit voller Überzeugung hinter dem Standpunkt, dass nicht die Bewohner in Deutschland die Leidtragenden sind, sondern die Leute, die mehrere tausend Kilometer über Land und Wasser zurücklegen mussten. Menschen, die wissen, dass sie diese Reise eventuell nicht überleben werden. Personen wie wir, die ihre Heimat zurücklassen, weil dort der Tod um die Häuser zieht.

Integreat: Ein Augsburger Konzept zur Unterstützung von Geflüchteten In Augsburg haben wir zum Glück engagierte Mitmenschen, die sich aktiv für Flüchtlinge einsetzen. Zu diesen Menschen zählen auch die Gründer der „Integreat“-App von der „Tür an Tür - Digitalfabrik“.

Die Initiatoren stellten sich von Anfang an die Frage, wie man in der Praxis Flüchtlingen am besten helfen kann. Ein ganz großes Problem ist meistens ja schon die deutsche Bürokratie. Ich stoße da ja selbst schon oft an meine Grenzen. Wie soll es dann erst Menschen ergehen, die kein Wort Deutsch verstehen oder sprechen? Jetzt gibt es natürlich nicht nur bei der Einreise jede Menge Papierkram zu erledigen. Im Endeffekt ist in unserem Land ja so ziemlich alles an Anträge, Formulare oder Verträge gebunden.

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Das haben auch die Macher der App erkannt. Deswegen liefern sie für Flüchtlinge alle relevanten Informationen in sämtlichen Landessprachen. Begonnen hatte das Projekt als „Refguide+“ und unterstützte die Nutzer vor allem in den ersten 14 Tagen. Inzwischen ist daraus die umfassende Service-App „Integreat“ geworden. Mit Informationen zum Arbeitsmarktzugang, zur Sprachlernförderung, zum Wohnraum und zur Teilhabe, wird das Wort „Integration“ auf ein völlig neues Level gehoben.

Für Lesefaule gibt es die ganze Idee auch nochmal aufbereitet als Video:

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Persönliche Gedanken: Was bedeutet es ein Flüchtling zu sein? Könnt ihr euch vorstellen einfach von Heute auf Morgen Augsburg zu verlassen? Sich mit Hunderten auf die Ladefläche eines LKWs zu quetschen und dann mit einem Boot, das eher einer Nussschale ähnelt, das Meer zu überqueren? Jeden Tag müsst ihr dabei zusehen, wie Menschen ertrinken oder verdursten. Das alles, um am Ende in einem fremden Land anzukommen, in dem rechtes Gedankengut wieder zu blühen scheint. Menschen flüchten nicht aus Spaß oder weil es ihnen daheim nicht mehr so gut gefällt. Sie fliehen, weil sie von einem inneren Überlebenswillen angetrieben werden. Ein Wille wie ihn jeder von uns in sich trägt.

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Den Lesern, die gerade den Zeigefinger heben und das Wirtschaftsflüchtlings-Argument vor sich hin nuscheln, möchte ich sagen, dass diese Begründung aus humanitärer Sicht für mich unbedeutend ist. Fakt ist, dass unzählige Menschen in ihrer Heimat den reinsten Albtraum durchleben mussten, während wir in unserem Reichtum ernsthaft Angst haben am Ende nicht mehr genug vom Kuchen abzubekommen. Wir sollten lernen zu teilen und den unzähligen Schicksalen helfen. Genau deswegen sind Projekte wie die App „Integreat“ so wichtig.

So könnt ihr das Projekt unterstützen! Unglaublich. Google wurde auf die Augsburger App aufmerksam und hat sie als einen der Finalisten der „Impact Challenge“ in der Kategorie „Leuchtturmprojekte“ nominiert. Auf den Sieger warten unfassbare 250.000 Euro Prämie. Ihr könnt dabei helfen, dass das Geld schon bald in die Weiterentwicklung der App gesteckt wird. Dabei geht es nicht nur um den Support von Locals, sondern vor allem darum eine App, die so vielen Flüchtlingen in einer schweren Zeit hilft, zu fördern. Abstimmen könnt ihr hier.

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