5 Infos aus dem aktuellen Fleischatlas, die uns nachdenklich stimmen

Welches Fleisch wird weltweit am meisten gegessen? Warum sind Moorlandschaften so wichtig? Hier kommen ein paar Erkenntnisse, aus dem neuen Fleischatlas der Heinrich-Böll-Stiftung.

5 Infos aus dem aktuellen Fleischatlas, die uns nachdenklich stimmen

Vor kurzem hat die Heinrich-Böll-Stiftung den Fleischatlas 2021 herausgegeben. Auf insgesamt 68 Seiten liefert die Ausgabe 51 Infografiken mit Zahlen und Fakten rund um das Thema Tiere als Nahrungsmittel. Der fast jährlich erscheinende Fleischatlas bietet Einblicke in die Fleischindustrie, zeigt Trends in Sachen Ernährung und weist auf Probleme hin. Die wichtigsten Erkenntnisse wollen wir euch jetzt vorstellen.

Der Pestizideinsatz nimmt zu

Pestizide sind chemische Mittel, die Nutzpflanzen von Schädlingen befreit. Viele Pestizide sind hochgiftig und schaden der Natur und dem Menschen. Besonders gefährliche Pestizide sind in der EU verboten. In anderen Ländern werden sie jedoch flächendeckend eingesetzt. Und das vor allem auf Feldern, auf denen Mais und Soja für die Futtermittelherstellung wachsen. Und ratet mal, woher die Pestizide kommen? Genau, aus Europa. Unternehmen wie die Bayer AG, die Monsanto aufgekauft hat, vertreiben genau jene Insektizide in Südamerika, die in der EU längst verboten wurden, weil sie für Bienen höchst giftig sind.

Immer mehr junge Menschen ernähren sich vegetarisch

Menschen zwischen 15 und 29 Jahren ernähren sich doppelt so oft vegetarisch und vegan, wie der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Damit essen rund 13 Prozent der Deutschen kein Fleisch. Grund für diese Entwicklung sieht die Heinrich-Böll-Stiftung auch in der Politisierung der jungen Menschen, unter anderem durch die Fridays-for-Future-Bewegung. Mit dem Fleischverzicht wollen sie zum Klimaschutz beitragen. Knapp 80 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die Politik sich mehr dafür einsetzt, dass Lebensmittel umweltgerecht erzeugt werden.

Veganer und vegetarischer Fleischersatz boomt

Passend zum Anstieg der sich vegan oder vegetarisch ernährenden Menschen, stieg auch der Umsatz von Fleischersatzprodukten. Das Familienunternehmen „mit der roten Mühle“ machte im Juli 2020 erstmals mehr Umsatz mit Fleischersatzprodukten als mit Fleisch. Am aufgeschlossensten gegenüber fleischlosen Alternativen sind junge Menschen mit hohem Bildungsabschluss.

Moore fallen Viehhaltung zum Opfer

In Deutschland und auch in vielen anderen europäischen Ländern sind weite Teile von Moorlandschaften in der Vergangenheit trockengelegt worden. Der einfache Grund: Man wollte die Fläche nutzen – meist für die Landwirtschaft. Seither setzten die Torfböden riesige Mengen an gespeichertem CO2 frei. Da eine Wiedervernässung des Gebiets für die ansässigen Landwirte keine Option ist, wird sich in Zukunft seitens der EU-Agrarpolitik um eine Förderung von klimaverträglicherer Nutzung der Flächen bemüht.

Weltweiter Fleischkonsum steigt weiter an

Weltweit wird immer mehr Fleisch gegessen. Das liegt nicht nur am Bevölkerungswachstum, sondern auch am zunehmenden Wohlstand. Das Land, in dem mit Abstand am meisten Fleisch pro Person konsumiert wird, sind die USA, gefolgt von Brasilien und Deutschland. Am beliebtesten sind Geflügel und Schwein, während der Rinder-Anteil rückläufig ist. Das sei auf den Preisvorteil und den geringeren Fettanteil zurückzuführen.

Wenn ihr mehr wissen wollt: Den Fleischablass gibt es auf der Webseite der Heinrich-Böll-Stiftung als kostenloser Download.

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