Stadt Augsburg warnt: Fledermäuse auf Winterquartiersuche

Derzeit nisten sich vermehrt Fledermäuse in Gebäuden im Bereich der Augsburger Innenstadt ein. Wie sich Betroffene richtig verhalten.

Stadt Augsburg warnt: Fledermäuse auf Winterquartiersuche

Seit Anfang August wurden im Bereich der Augsburger Innenstadt vermehrt Fledermäuse in Gebäuden angetroffen. Die Rede ist von einzelnen Tieren, die an der Wand hängend oder in kleinsten Verstecken gefunden werden. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass sich unbemerkt ein ganzer Schwarm einnistet.

Fledermäuse suchen nach neuem Quartier

Warum es gerade in Augsburg zu diesem intensiven Fledermausaufkommen kommt, konnte noch nicht vollständig geklärt werden. Allerdings besteht die Vermutung, dass es sich um Jungtiere der Zwergfledermaus handelt, die sich acht bis zehn Wochen nach ihrer Geburt auf die Suche nach einem neuen Quartier für den Winter machen. Meist richten sie ihre Aufmerksamkeit auf Einflugmöglichkeiten wie gekippte Fenster.

Normalerweise werden die potenziellen Quartiere erst erkundet. Wenn sie den Fledermäusen „gefallen“, nisten sie sich ein. Wenn nicht, wird das Gebäude wieder verlassen. Das könnte sich aber zu einem Problem entwickeln: Sie kommen schlecht wieder hinaus und sind dann im Gebäude gefangen, bis sie irgendwann von Menschen gefunden werden. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass Fledermäuse echte Experten im Verstecken sind.

Verstecke werden zur tödlichen Gefahr

Fledermäuse verstecken sich gerne in kleinen Spalten, wie zum Beispiel in Kabelschächten. Durstige Tiere lassen dich dagegen in Vasen oder in Toiletten nieder, wo sie dann nicht mehr allein hinauskommen. Bleiben die Fledermäuse über einen längeren Zeitraum eingeschlossen, verdursten sie nach wenigen Tagen. Vor diesem Hintergrund werden gekippte Fenster in Büros, Schulen und vor allem in Treppenhäusern zur tödlichen Gefahr.

Anika Lustig von der Koordinierungsstelle für Fledermausschutz in Südbayern rät, die Fenster nachts nur mit einem Fliegengitter oder heruntergelassenen Rollladen zu kippen. „Wer eine Fledermaus in Wohnung, Büro oder Hausflur findet, sollte dort mögliche Verstecke nach weiteren Tieren absuchen“, sagt sie. „Zwergfledermäuse können beispielsweise auch in kleinen Spalten von einem Zentimeter Breite schlüpfen.“

Werden die Tiere abends angetroffen oder beim Einflug beobachtet, helfe es, ein Fenster weit zu öffnen und das Licht auszumachen. „Dann fliegen sie in aller Regel wieder hinaus“, so Lustig. Wenn die Fledermäuse tagsüber angetroffen werden, können sie in einem Karton untergebracht werden bis sie abends ausfliegen. Dieser sollte ausbruchsicher und mit einem Tuch ausgeschlagen sein sowie über Luftlöcher verfügen.

Zudem sollte Wasser, etwa im Deckel eines Marmeladenglases, bereitstehen. Fledermäuse dürfen nur mit Handschuhen oder mit einem Tuch gegriffen werden, da sie mit einem Biss Krankheiten übertragen können. Umweltreferent Reiner Erben sagt: „Hilfe leisten auch ehrenamtliche Helfer:innen in Kooperation mit der Koordinationsstelle für Fledermausschutz.“ Sie beraten telefonisch und unterstützen Betroffene vor Ort.

Gut zu wissen

Befinden sich die Fledermäuse außerhalb der direkten Reichweite oder fliegen in der Dämmerung nicht selbstständig heraus, können sich betroffene Bürger:innen an den Verein für Fledermausschutz in Augsburg e.V. wenden. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Vereins.

Auch wir haben in unserem Treppenhaus Fledermäuse:

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