Umweltsünder Fast Fashion: Diese Alternativen gibt es in Augsburg

Immer mehr und schneller konsumieren – das ist das Prinzip von Fast Fashion. Dass die Textilindustrie direkt nach der Ölindustrie der schlimmste Umweltsünder ist, wird dabei außer Acht gelassen. Hier sind die Alternativen.

Umweltsünder Fast Fashion: Diese Alternativen gibt es in Augsburg

Der Fast-Fashion-Trend ist schon längst in Deutschland angekommen. Dabei sind die Auswirkungen auf die Umwelt fatal. In Augsburg gibt es einige Alternativen.

Was ist Fast Fashion?

Übersetzt bedeutet dieser Begriff „schnelle Mode“ und genau dafür steht er auch. Dabei will die Modeindustrie neue Modekollektionen in hoher Frequenz anbieten und verkaufen. Damals gab es pro Jahreszeit eine Kollektion. Mittlerweile hat jede Frühjahrs-, Sommer-, Herbst und Winterkollektion bis zu 24 Unterkategorien. Die Ware wird möglichst billig produziert und ebenso günstig angeboten. Die KundInnen werden vom Preis gelockt. Sie kaufen gleichzeitig mehr und häufiger ein als es tatsächlich notwendig wäre. Das geht nicht nur auf Kosten des eigenen Geldbeutels, sondern auch auf Kosten der Umwelt.

Die gesamte Textilproduktion versursacht in einem Jahr über eine Milliarde Tonnen CO2. Das ist mehr als alle jährlichen globalen Flüge und Schifffahrten zusammen. Die Textilindustrie ist nach der Ölindustrie die zweit umweltschädlichste Branche der Welt. Hinzu kommt die Verschmutzung der Meere durch Mikroplastik aus Textilfasern und die Verwendung giftiger Chemikalien. Durch den immer schnelleren Konsum wird also nicht nur die Wirtschaft angekurbelt, sondern auch der Klimawandel. Kaputte Klamotten werden nicht mehr geflickt oder genäht. Stattdessen wandern sie gleich in den Container.

Fast Fashion ist also ein Trend, der in Zeiten von Fridays for Future kein Trend sein dürfte. Großkonzerne wie „H&M“, „Primark“, „Asos“ und „Shein“ lassen ihre Modekollektionen in Ländern wie China, Indien oder Bangladesch unter schlechten Arbeitsbedingungen produzieren. Danach werden die fertigen Kleidungsstücke in Läden weltweit geliefert, wo die KundInnen sie für wenig Geld einkaufen. Die Klamotten wurden billig hergestellt, weswegen sie umso schneller kaputt gehen und weggeschmissen werden. Im Umkehrschluss wird wieder mehr und häufiger eingekauft. Das Konsumverhalten nimmt zu.

Was kann man gegen Fast Fashion tun?

Modetrends ändern sich ständig. Wer da mithalten möchte, ohne Schulden zu machen, greift zu Fast Fashion. Das muss nicht sein. Schafft euch ein Bewusstsein und werdet euch darüber im Klaren, warum, wie oft und was ihr euch kauft. Wenn ihr Kleidungsstücke daheim habt, die gerissen sind, könnt ihr sie nähen. Um das zu können, reicht ein einziges YouTube-Tutorial.

Ein wichtiger Schritt, um langfristig auf Fast Fashion zu verzichten, ist, sich ein oder mehrere Läden zu suchen, die nachhaltige Mode anbieten. Das können beispielsweise fair produzierte Ware oder Second-Hand-Produkte sein. In Augsburg gibt es einige AnbieterInnen, denen ihr euer Vertrauen schenken können und die auf den Fast-Fashion-Trend verzichten:

Onimos

Der Vintage-Shop unseres Vertrauens ist „Onimos“. Noch nie gehört? Dann solltet ihr unbedingt einmal vorbeischauen. 2015 wurde der Laden beim Obstmarkt in Augsburg von Brigit eröffnet. Sie setzt auf Slow Fashion – weg von Billigware und Massenkonsum und hin zu fair produzierter, nachhaltiger sowie wiederverwertbarer Mode. Mittlerweile führt die Gründerin einen weiteren Laden in London, ihrer Wahlheimat. Vor Ort sowie online findet ihr ausgewählte, einzigartige Vintage-Klamotten und -Accessoires aus verschiedenen Modeepochen.

Adresse: Obstmarkt 11, 86152 Augsburg

Degree Clothing

Wenn ihr auf Fast Fashion verzichten wollt, ist „Degree Clothing“ die richtige Anlaufstelle für euch. Das Fashion-Label wurde in Augsburg gegründet und hat neben einem eigenen Laden in der Innenstadt einen weiteren in Stuttgart. Ihre Klamotten findet ihr in weltweit über 200 Shops, unter anderem bei Onimos. Produziert werden sie in Deutschland und Portugal. Das Material ist ökologisch abbaubar. Die Bio-Baumwolle wird ohne chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel angebaut. Dazu sind ihre Lieferketten CO2-optimiert.

Adresse: Ludwigstraße 16, 86152 Augsburg

Zirbel 13

Wer nachhaltig einkaufen und gleichzeitig etwas gemeinnütziges tun will, sollte zu „Zirbel 13.“ Der Second-Hand-Shop wird vom SKM (Katholischer Verband für soziale Dienste e.V.) betrieben, der in Augsburg die Obdachlosenhilfe leistet. Der erwirtschaftete Erlös fließt in die Zirbelwerkstatt, in welcher Langzeitarbeitslose eine Beschäftigung finden. Ein Teil der Produkte, die in der Zirbelwerkstatt produziert werden, findet ihr im Laden wieder. Außerdem gibt es dort ausgefallene Einzelstücke, Basic-Klamotten für den Alltag und Accessoires.

Adresse: Klinkertorstraße 13, 86152 Augsburg

Vintage & Krätze

Faire Mode findet ihr ebenso bei „Vintage & Krätze“ in Augsburg. Vielleicht kennt ihr den Laden bereits vom Pop-Up-Store „Zwischenzeit“ in der Innenstadt. Mittlerweile haben die BesitzerInnen, Johanna und Leo, einen eigenen Laden. In den zwei Räumen erwartet euch ausgewählte Vintage-Mode aus den 80er und 90er Jahren. Dazwischen findet ihr das ein oder andere Teil aus den 60ern. Die Klamotten, die angeboten werden, sind Second-Hand. Ketten, Armbänder und andere Accessoires werden von Johanna und einer Freundin selbst gefertigt.

Adresse: Georgenstraße 23, 86152 Augsburg

Retroarea

Mittlerweile im Zwischenzeit vertreten ist der Vintage-Shop „Retroarea“. Die drei Gründer, David, Marius und Simon, wollten sich von der Masse abheben, in dem sie sich mit ihren nachhaltigen Second-Hand-Klamotten am Zeitgeist der modernen Fashion Trends orientieren. Sie machten ihr Hobby zum Beruf und gründeten einen eigenen Online-Shop. Später beschlossen die drei Freunde, eine Testphase im Zwischenzeit zu durchlaufen. Wenn es gut läuft, werden sie nach dem 15. März einen eigenen Laden in ihrer Heimatstadt Augsburg eröffnen.

Adresse: Annastraße 16, 86150 Augsburg

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