Samba und rodeln für die Ernte: So feiern andere Länder Fasching

Die fünfte Jahreszeit steht vor der Tür und wartet darauf, zelebriert zu werden. Fast überall auf der Welt wird Fasching oder Karneval gefeiert. Doch die Bräuche und Traditionen unterscheiden sich von Land zu Land.

Samba und rodeln für die Ernte: So feiern andere Länder Fasching

In Deutschland beginnt Fasching mit der Weiberfastnacht, dieses Jahr am 24. Februar. Bis zum Aschermittwoch, den 2. März, gibt es Partys, Faschingsumzüge und Kostüme, soweit das Auge reicht. Doch das ist nicht überall auf der Welt so.

Darum feiern wir Fasching

Aber warum feiern wir Fasching eigentlich? Die Wurzeln dieses Brauches liegen in der Zeit der Römer. Damals haben sie zu dieser Jahreszeit mit Masken, Verkleidungen und viel Lärm gefeiert. So sollten böse Geister vertrieben und gute Geister geweckt werden. Später hat die katholische Kirche diesen Brauch übernommen. Der Grund: Bevor die Fastenzeit am Aschermittwoch beginnt, soll noch einmal ausgiebig gefeiert und gegessen werden. Heutzutage feiern Menschen aus aller Welt und aller Glaubensrichtungen Karneval.

Karneval in Russland: Start der Butterwoche

In Russland starten die Festlichkeiten in der Fastnachtswoche „Maslenitsa“, auf Deutsch übersetzt „Butterwoche“. Damals war es hierzulande Tradition, dass in diesem Zeitraum hauptsächlich Milchprodukte gegessen wurden. Heute werden auf russischen Jahrmärkten sieben Tage lang heiße Pfannkuchen als Symbol der Sonne angeboten. Dazu bekommen die Gäste Honig, Kaviar und Wodka. Der Höhepunkt der Festlichkeiten ist der „Tag der Vergebung“. An diesem Tag bitten Gläubige um Entschuldigung und verzeihen einander. Die Kinder basteln große Maslenitsa-Puppen, die festlich geschmückt und geschminkt werden. Diese symbolisieren den Winter und werden aus Vorfreude auf den Frühling am Ende der Fastnachtswoche verbrannt.

Karneval in Italien: Magie und geheimnisvolle Masken

In Italien wird Karneval von Region zu Region unterschiedlich gefeiert. Am bekanntesten sind die prunkvollen Festlichkeiten in Venedig. Erste Berichte darüber stammen aus dem Jahr 1094. Im 19. Jahrhundert verbot Kaiser Napoleon das Feiern, weswegen erst wieder im Jahr 1980 der „Carnevale di Venezia“ regelmäßig stattfinden konnte. Der Karneval ist geprägt von Magie. Die Menschen tragen geheimnisvolle Masken, nach dem Vorbild der „Commedia dell‘ Arte“, einer Theaterform des 16. Jahrhunderts. Das Tragen soll den Unterschied zwischen Arm und Reich verschleiern. Dazu kleiden sie sich mit aufwendigen Kostümen, die an die Vergangenheit erinnern. Die traditionellen Maskenbälle und das Feuerwerk bilden den Höhepunkt.

Karneval in Brasilien: Samba und knappe Kostüme

Das wohl berühmteste Karnevalsfest findet in Rio de Janeiro statt. Dort dreht sich alles um den brasilianischen Samba. TänzerInnen in freizügigen und funkelnden Kostümen tanzen und laufen mit prunkvoll geschmückten Festwagen durch die Straßen. Dafür bereiten sie sich das ganze Jahr über vor. Die aufwendigen Kostüme und Festwagen werden teils von den Schulen finanziert. Jede Schule wählt dabei ihr eigenes Motto und einen Tanz. Die Tänze werden zuvor in Sambaschulen gelernt. Am Ende der Faschingszeit wird die „Grupo Especial“, die beste Samba-Gruppe der ersten Liga, gewählt. Insgesamt gibt es vier brasilianische Ligen. Am Aschermittwoch enden die Festlichkeiten und die GewinnerInnen werden verkündet.

Karneval in den USA: Fetter Dienstag vor der Fastenzeit

Das Karnevalsfest in den USA heißt „Mardi Gras Festival“. Der Begriff bedeutet so viel wie „fetter Dienstag“. Die Bezeichnung stammt aus dem Französischen und hat einen religiösen Hintergrund: Bevor die Fastenzeit am Aschermittwoch startet, war es Tradition, noch einmal deftige und fettige Speisen zu verzehren. Heutzutage wird das nicht mehr beim Wort genommen und jeder isst das, worauf er Lust hat. Der fette Dienstag schließt die „Woche der sieben fetten Tage ab“. Der Begriff wird auch für Feste an anderen Tagen der Faschingszeit verwendet. Jede Stadt feiert Fasching anders. In New Orleans gibt es beispielsweise riesige Umzüge, bei denen Perlenketten von den Umzugswagen in die Mengen geworfen werden.

Karneval in Finnland: Rodeln für eine gute Ernte

Im Gegensatz zu anderen Ländern feiert Finnland Karneval ganz anders. Es gibt keine Kostüme, Umzüge oder deftige Gerichte. Stattdessen wird am Faschingssonntag, Rosenmontag und Faschingsdienstag traditionell gefeiert. Die bekannteste Festlichkeit in Finnland ist das „Laskiainen“, der Höhepunkt der Faschingszeit. An diesem Tag wird ein Rodelfest veranstaltet, vor allem in großen Städten wie Helsinki. Die Menschen rodeln aufgrund des Aberglaubens, der besagt, dass die Ernte kommendes Jahr besser wird, wenn oft und viel Schlitten gefahren wird. Einige Studierende machen es sich deswegen zur Aufgabe, aufwendige Schlitten zu bauen, die sie verschenken oder selbst fahren. Damit verbreiten sie viel Freude.

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