Wahrheit oder Verschwörung? So geht Faktencheck mit Correctiv

Etliche Fake News kursieren im Netz und sind nur schwer als solche zu entlarven. Die gemeinnützige Redaktion „Correctiv“ geht dagegen vor und deckt gefälschte Nachrichten mit investigativer Recherche auf.

Wahrheit oder Verschwörung? So geht Faktencheck mit Correctiv

Fake News, auf Deutsch „Gefälschte Nachrichten“, dürften so alt sein wie Nachrichten und menschliche Kommunikation selbst. Dass sie nicht erst durch das Internetzeitalter entstanden sind, macht vor allem die Geschichte deutlich: Bei der Schlacht von Kadesh, 1274 vor Christus, lies Pharao Ramses II. seine Niederlage gegen die Hethiter als Sieg darstellen. Fake News wurden also schon damals im Sinne der eigenen politischen Ziele instrumentalisiert. Das Motiv bleibt bis heute dasselbe.

Auch in Bezug auf den Ukraine-Krieg gibt es einige Fake News. Diese sind unter anderem pro-russische Propaganda, um den Angriff auf das Land zu rechtfertigen. Das spendenfinanzierte Recherchezentrum „Correctiv“ setzt sich genau damit auseinander: Sie bringen systematische Missstände ans Licht, indem sie investigativ recherchieren und Quellen überprüfen. Seit Beginn des Krieges haben sie schon etliche Fake News in ihre Faktencheck-Sammlung mit aufgenommen und aufgedeckt.

Massaker in Butscha

So hat Correctiv beispielsweise zwei Falschaussagen zum Massaker in Butscha, bei dem Anfang April hunderte ukrainische ZivilistInnen durch das russische Militär ums Leben gekommen sind, überprüft. Zum einen sind die Aufnahmen zu fehlenden Totenflecken und Leichenstarre nicht aussagekräftig. Außerdem wurde fälschlicherweise behauptet, dass sich zwei am Boden liegende Körper auf Videoaufnahmen bewegt hätten.

So geht Faktencheck

Fake News zu erkennen ist heutzutage schwerer denn je. Mithilfe von künstlicher Intelligenz werden sogenannte Deepfakes erstellt. Die Foto-, Audio- und Videodateien können nur schwer als Fälschung identifiziert werden. So gibt es zum Beispiel „face swaps“, bei denen das Gesicht einer Person mit dem einer anderen ausgetauscht wird. Umso wichtiger ist die Arbeit von Correctiv. „Bei den Fotos gilt: Was zeigen sie?“, erklärt Sophie Timmermann vom Faktencheck-Team. „Sind sie wirklich aktuell?“ Oft helfe eine Bilder-Rückwärtssuche mit Google. Anhand dieser und anderer Tools könne man den Ursprung eines Bildes überprüfen. „Auch bei Videos gehen wir ähnlich vor.“

„Oft hilft ein Blick auf das Impressum.“

Wenn Fakten auf ihre Echtheit überprüft werden sollen, sei es zudem wichtig, den Absender zu kennen. Gibt es ein Impressum? „Was wird auf dem Social-Media-Account sonst noch veröffentlicht und wie viele folgen dem Kanal?“, meint Timmermann. „Ist die Information oder Meldung überhaupt aktuell? Passt die Überschrift zum Inhalt oder ist sie übertrieben zugespitzt, so dass sie mit den Fakten nicht mehr übereinstimmt? Welche Quellen verwendet der Beitrag, um seine These zu belegen? Sind die Angaben nachprüfbar? Gibt es andere Berichte über dasselbe Thema – und wie stellen sie es dar? Fehlt in dem Beitrag ein wesentlicher Kontext?“

Differenzierung Fake News und Falschinformation

Fake News und Falschmeldungen bedeuten nicht das gleiche. Dabei muss klar differenziert werden. Bei Fake News handelt es sich um gezielt gefälschte Nachrichten und bewusste Täuschungen, um die Gesellschaft in die Irre zu führen. Die Motive sind unter anderem politischer und finanzieller Art. Falschinformationen oder „Misinformationen“ entstehen wiederum durch Unwissenheit oder einem Missverständnis.

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