Fahrrad-Check: So machst du dein Rad nach dem Winter fit

Der Winter setzt unseren Fahrrädern schwer zu. Kälte, Nässe und Streusalz greifen Kette und Reifen an und lassen sie verschleißen. Damit du im Frühling ein sicheres Rad hast, solltest du einige Dinge überprüfen.

Fahrrad-Check: So machst du dein Rad nach dem Winter fit

Der Frühling ist längst da – höchste Zeit, das Fahrrad auf Vordermann zu bringen. Aber wie? Christoph Mießl vom Augsburger Fahrradladen „Dynamo“ weiß, wo an eurem Rad ihr jetzt anpacken müsst. Seit acht Jahren arbeitet er für den Augsburger Kult-Fahrradladen und ist mittlerweile einer der insgesamt drei Geschäftsführer.

Warum braucht das Fahrrad im Frühjahr überhaupt einen Check?

Egal, ob ihr euer Fahrrad den Winter über fleißig gefahren seid oder es in der Garage stehen gelassen habt: Einen Check braucht euer Drahtesel nach dem langen Winter in jedem Fall. Durch die Nässe könnte sich Rost gebildet haben, Dreck von den matschigen, winterlichen Straßen ist wahrscheinlich in jede Ritze des Rads vorgedrungen und die Kette hat bestimmt auch mal bessere Zeiten gesehen.

Also, bevor ihr eure erste große Radtour startet oder wieder anfangt mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, gilt es einiges zu überprüfen. Zum einen, damit ihr sicher unterwegs seid und zum anderen, um die Lebenszeit eures Fahrrads zu verlängern.

Was steht nach dem Winter in Sachen Fahrradpflege an? - Die Tipps vom Profi

Die Fahrradkette

Das erste, was nach dem Winter gecheckt werden müsse, sei der Antrieb, erzählt Christoph Mießl. Dazu gehöre die Reinigung und das Ölen der Kette. Um die Kette von Schmutz zu befreien, gebe es extra Kettenreiniger. „Wir bevorzugen aber die Reinigung mit normalem Kettenöl. Das heißt, gut ölen nach dem Winter und dann mit einem fusselfreien Lappen – fusselfrei ist sehr wichtig – das überschüssige Öl, zusammen mit dem gelösten Dreck abnehmen“, empfiehlt Christoph Mießl. Zu stark verrostete Ketten müsse man allerdings ersetzen.

Die Bremsen

„Das zweite, was ich dann checke, sind die Bremsen. Die sind durch den Winter oft verschlissen“, meint er. Der erhöhte Verschleiß entstehe durch die Witterung im Winter. „Die Bremsen wurden stärker belastet: Durch die Kälte, die Nässe und den Dreck auf den Straßen. Das alles zieht die Bremsen stark in Mitleidenschaft“, weiß Christoph Mießl. Im Frühjahr stehe deshalb oft ein Bremsbacken-Wechsel an. Auch Scheibenbremsen seien von Verschleiß betroffen. Sie würden besonders durch das Streusalz leiden. Hier könne ein Bremsenreiniger Abhilfe schaffen, sagt Christoph Mießl.

Die Beleuchtung

Beim Frühlings-Fahrradcheck dürfe außerdem die Kontrolle der Beleuchtung nicht fehlen. Die Kontaktpunkte bei Beleuchtungsanlagen würden durch die Nässe und das Salz häufig beeinträchtigt, weiß Christoph Mießl. Mithilfe von Kontaktsprays oder dem Austausch von Kabeln oder Steckverbindungen sei das Problem schnell behoben, meint er.

Der Reifendruck

„Viele Radfahrer fahren im Winter mit etwas weniger Druck im Reifen, um mehr Grip zu haben“, erzählt Christoph Mießl. Generell sei es aber so, dass ein gut aufgepumpter Reifen langsamer verschleiße als einer mit weniger Luft. Daher empfehle er spätestens jetzt im Frühling den Luftdruck wieder, auf die am Reifen angegebene Druckzahl zu erhöhen. Dass der Fahrradschlauch Luft verliere, sei übrigens normal, sagt der Radprofi. „Der Reifen verliert auf natürliche Weise immer etwas Luft, daher ist der grobe Richtwert: einmal im Monat nachpumpen“. So könne auch die Pannenwahrscheinlichkeit verringert werden.

Tipps zur Fahrradpflege während dem Winter

Damit euer Fahrrad nach dem nächsten Winter schneller wieder fit ist, hat Christoph Mießl noch ein paar Tipps für euch:

  • regelmäßige Pflege ist das A und O

  • Altes Öl und Dreck regelmäßig von der Kette entfernen

  • Kette ölen

  • Luftdruck hochhalten: Einmal im Monat nachpumpen

  • Fahrrad wenn möglich, unterstellen

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